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Der erste Drehort, der von mir besucht wurde, war ein U-Boot. Meine Schulklasse zwängte sich damals durch die begehbare Kulisse von Wolfgang Petersens „Das Boot“. Ernüchternd war dieser Blick hinter die Kulissen für mich. Jenseits des Kinosaals verflüchtigt sich die Magie des Films allzu schnell. Und doch hatte der Abstieg in das klaustrophobische Set des Films etwas, an das ich mich bis heute genau erinnern kann. Die berühmte Szene, in welcher der Koch der U-Boot-Mannschaft dem Kriegswahnsinn zum Opfer fällt, war bei der Begehung ein steter Begleiter. Der Drehort schien die Beklemmung, die ich während dieser Szene von „Das Boot“ empfunden hatte, ein weiteres Mal freizusetzen. Fast könnte man sagen, dass verlassene Drehorte mit einem atmosphärischen Rest ihrer Filme schwanger gehen.

Die Filmliebhaber unter euch sind vielleicht auch schon einmal auf die Idee gekommen, den Drehort ihres Lieblingsstreifens zu besuchen. Wer die Erfahrung bereits gemacht hat, wird vielleicht bestätigen können, dass sie einen besonderen, schwer zu beschreibenden Reiz hat. Die Bilder in unserem Kopf kollidieren mit der Realität. Unser Gehirn sondiert das Umfeld und vergleicht es fast schon instiktiv mit unseren Eindrücken aus dem Film.

Christopher Moloney wollte noch ein bisschen mehr. Der Fotograf hat mittlerweile drei Kontinente abgeklappert, um die einstigen Sets von Filmen und Serien zu erreichen. Seine Reise führten ihn bis Ho-Chi-Minh-Stadt. Die Liste der Filme, deren Schauplätze Moloney ablichtete, ist erstaunlich lang. Von Comic-Verfilmungen wie „Spider-Man“ und „The Dark Knight„, über Klassiker wie „Breakfast at Tiffany’s“ und „Rocky„, bis hinzu aktuellen Serien wie „The Walking Dead“ ist alles dabei. Wir haben 25 Bilder aus Moloneys Projekt “FILMography“ ausgesucht und präsentieren sie euch in einer Bilderserie (Alle Bilder: ©Christopher Moloney/FILMography).

Seven