Netflix, Maxdome & Co: Alles Mist laut Stiftung Warentest

Jan-Thilo Caesar 1

Wer heute noch Fernsehen guckt, ist selber schuld - den Online-Videotheken und Mediatheken gehört die Zukunft! Zumindest war das bisher eine weit verbreitete Ansicht, doch die Experten von Stiftung Warentest holen uns jetzt auf den Boden der Tatsachen zurück und sagen uns, wo der richtig heiße Scheiß läuft. Nämlich in den guten alten Analog-Videotheken. Wir nehmen den aktuellen Äpfel-und-Birnen-Vergleich der Verbraucherorganisation unter die Lupe.

Wer taufrische Blockbuster sehen möchte, wird in den Online-Videotheken von Netflix, Maxdome und Co. nur wenig finden. Da ist es kaum verwunderlich, dass die Video-on-Demand-Anbieter im aktuellen Vergleichstest von Stiftung Warentest eher schlecht abgeschnitten haben, denn um die neusten Kassenschlager zu schauen, gibt es in der Tat bessere Möglichkeiten. Dennoch bildet die Verfügbarkeit populärer Titel die Basis für die Bewertung der Streaming-Dienste und wird als Hauptargument für die klassischen Offline-Videotheken angeführt, mit denen die Online-Konkurrenten in Sachen Auswahl bisher nicht mithalten können.

Von den 13 getesteten Anbietern - darunter natürlich auch die Dienste von Amazon, Apple, Maxdome, Netflix und Watchever - schneidet Amazon Prime mit einer Bewertung von 3,5 noch am besten ab, während  Watchever und Newcomer Netflix mit einer glatten 4 das Schlusslicht bilden. Für die Bewertung wurden 100 besonders populäre Filme ausgewählt und geprüft, wie viele davon im Angebot der Online-Videotheken vorhanden sind. Vergleichen wurde mit der Auswahl einer großen, nicht namentlich genannten Berliner Videothek (*hust* Videoworld).

Wer nicht auf Kaufangebote eingehen möchte oder Filme per Einzelabruf beziehen will, muss damit leben, dass nur relativ wenige der von Stiftung Warentest gesuchten Titel im Leih-Katalog verfügbar sind. Das Film- und Serienangebot der Abo-Pakete konnte die Tester nicht zufriedenstellen. Immerhin punkten die Online-Videotheken mit guter Bildqualität, hier wurde den hochauflösenden Streaming-Inhalten eine ähnlich hohe Qualität bescheinigt wie bei einer Blu-ray-Disk. Vorausgesetzt  man verfügt über eine entsprechend schnelle Internetleitung.

Wer selbst schon mal über ein Abonnement bei Watchever oder Maxdome nachgedacht hat oder bereits einen VOD-Dienst nutzt, der sollte das alles schon lange selbst erkannt haben und hat in der Regel völlig andere Beweggründe, sich für das jeweilige Angebot zu entscheiden. Wenn ich Neuerscheinungen, wie „The Equalizer“ mit Denzel Washington, sehen möchte, komme ich gar nicht auf die Idee, Netflix anzuschmeißen und zu gucken, ob sie den Film schon in der Datenbank haben. Der Vergleich mit herkömmlichen Videotheken ist daher schon von vornherein der falsche Ansatz, wenn man die Online-Portale mit Abo-Modell einigermaßen sinnvoll bewerten möchte.

Logischer wäre es, die Übersicht, Vielfalt und den Umfang der jeweiligen Online-Anbieter genauer unter die Lupe zu nehmen, denn dann sehe es wahrscheinlich genau anders herum aus: Wer Filmklassiker und seine Lieblingsserien schauen möchte, wird in den lokalen Videotheken vermutlich kaum fündig. Seine persönlichen Favoriten bei einem der verschiedenen Video-on-Demand-Dienste zu finden, ist bei bis zu 50.000 angebotenen Verleih-Titeln hingegen nicht ausgeschlossen und sicherlich das Argument, was bisher die meisten Kunden überzeugen konnte, den VOD-Portalen eine Chance zu geben.

Fazit: Der Bericht von Stiftung Warentest zum Thema Online-Videotheken ist zwar faktisch richtig, bewertet aber nach den falschen Maßstäben. Während sich der Bezug per Einzelabruf prima mit dem Gang in herkömmliche Videotheken vergleichen lässt, macht es -  schon aus Preis-Leistungs-technischer Sicht -  einfach wenig Sinn, auch Abo-Pakete mit in diesen Topf zu werfen.

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