The Expendables 3 - Kritik

Philipp Schleinig 1

"The Expendables 3" Kritik & Trailer Deutsch German Review | Statham Snipes 2014 [HD].
Wir haben uns „The Expendables 3“ angeschaut und sagen euch in unserer Filmkritik, was wir vom dritten Teil des „Expendables“-Franchise halten, warum es dem Film an Blut fehlt und unter welchen Bedingungen Sylvester Stallone „The Expendables 4“ drehen darf.

"The Expendables 3" Kritik & Trailer Deutsch German Review | Statham Snipes 2014 [HD].
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68 Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Seufzte er und trat gegen einen Stein, der daraufhin unter seinem Wohnwagen verschwand. Dagegen hat er doch selbst in diesen Altersjahren noch die größte Freude, die man sich vorstellen kann. Er sitzt jeden Tag mit Freunden zusammen, genießt die Zeit, bereitet sich Spaß und – ach ja – dreht einen Film. Eine Herausforderung? Für einen Veteranen wie Sylvester Stallone wohl kaum. Nicht nur hat er die entsprechende Erfahrung, was die Produktion eines Spielfilms anbelangt, sondern schart auch eine Fangemeinde um sich, die abnehmen, was Stallone-geprüft ist.

Und wir könnten dem Treiben zuschauen, sie gewähren lassen, ehemaligen Stars wie Stallone, Dolph Lundgren, Jet Li und Arnold Schwarzenegger die Bühne geben, die sie verdienen und dabei akzeptieren, dass sie das tun, was sie am besten können: uns gepflegte Action präsentieren. Gemeint ist die wohlportionierte Haudrauf-Action, die Rocky im Ring austeilte und Rambo in Vietnam bestehen ließ. Das und der Nostalgie-Effekt sind die Grundzutaten für die „Expendables“.  Immerhin bescherte das den bisherigen beiden Teilen enorme Erfolge. „The Expendables 3“ wird den Zahlen wohl in nichts nachstehen, denn der Zuschauer bekommt, wofür er ins Kino geht. Und doch tut sich ein gehöriges Problem auf: Alterserscheinungen.

Das Zielpublikum ist zu jung, Stallone als maßgeblicher Pulsschlag der Reihe, pardon, zu alt. Die vorher viel diskutierte, angestrebte Altersfreigabe von PG-13 spielt – und das ist definitiv keine Überraschung – dabei eine große Rolle. Während „The Expendables“ und „The Expendables 2“ noch ab 18 Jahren freigegeben und dementsprechend blutig, brutal und schwarzhumorig waren, sieht „The Expendables 3“ absolut unspektakulär aus. Zwar knallt und kracht es an allen Ecken, doch der Eindruck einer Farblosigkeit bleibt. Zudem fehlt es dem Film an Würze, an Einfall, an Humor. Dass der einzige Spaßvogel Antonio Banderas ist und auffällt, weil er unentwegt zu reden scheint, zeigt doch deutlich, welches Verständnisniveau hier angepeilt wird.

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Eingefleischte Fans und jedweder Zuschauer, der annähernd ein Viertel der Filme, für die sämtliche Action-Stars des Films einstehen, gesehen hat, wird nicht nur das Potenzial der Darsteller wehmütig vermissen, sondern auch eine gewisse Logik, die selbst den Hirngespinsten des Genres inhärent zu sein scheint. Bezeichnend dafür ist eine Sequenz, die hier aus Spoiler-Gründen nicht näher erklärt, dafür kurzum als offensichtliche Falle deklariert werden soll. Dass es dem Film an einer tiefgründigen Story mangelt, soll hierbei gar kein Kritikpunkt sein. Doch die anderen Komponenten, die in einem solchen Falle dafür umso deutlicher in Erscheinung treten sollten, verbleiben blass – kein Spaß, keine Brutalität und nur ein Hauch Melancholie.

Stallones Charakter Barney Ross spielt durchaus auf die dahinscheidenden Lebensjahre an, will seine alten Kameraden nicht mehr in Gefahr bringen und sucht sich daher ein neues Team. Und in dieser Rekrutierung der neuen Gesichter um Kellan Lutz, Ronda Rousey, Glen Powell und Victor Ortiz äußert sich zugleich das Verhältnis zum neuen Zuschauer, dem jüngeren Publikum: Sie werden gebraucht, akzeptiert und geraten dann aber schnell ins Hintertreffen. Da das eingefleischte Publikum ebenfalls verschmäht wird, kann sämtlicher Handlung in „The Expendables 3“ nicht mal mehr ein Schmunzeln abgewonnen werden.

Und so bleibt uns, die wir so etwas wie Kinoerfahrung zu unseren Stärken zählen, nur ein zumindest anerkennendes Nicken, wenn es darum geht, dass in „The Expendables 3“ ein paar Freunde ihren Spaß beim Dreh hatten. Die Altstars feiern sich und ihre Rollen – wer könnte ihnen das nach solchen zumeist langen Karrieren verdenken? Immerhin liefern sie damit noch Filme, deren Stärke des Zuschauers Melancholie ist, wenn er mit Rocky, Rambo und Co. groß geworden ist. Ein guter Film ist „The Expendables 3“ dadurch aber immer noch nicht.

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Charakterposter zu The Expendables 3.

Fazit:

Ein „The Expendables 4“ sei den Darstellern nicht verwehrt, dafür hat sich „The Expendables 3“ halbwegs wacker geschlagen. Nur eine Altersfreigabe ab 18 Jahren sollte angesichts der in die Filmgeschichte eingehenden Reputationen beteiligter Schauspielgrößen im Sinne der Angeklagten sein.

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