The Interview: Terror-Drohungen zwingen Sony zu Maßnahmen

Philipp Schleinig 10

Während der E-Mail-Hack bei Sony in den letzten Tagen allerlei amüsante Informationen zu Tage gefördert hat, wird es nun ernst im US-Konzern. An die Öffentlichkeit drangen mehrere Mails, die Attentate auf Kinos, in denen Seth Rogens neuer Film „The Interview“ gezeigt wird, androhen. Sony nimmt die Bedrohung ernst und hat Maßnahmen eingeleitet.

The Interview: Terror-Drohungen zwingen Sony zu Maßnahmen

Natürlich ist der Hack-Angriff auf Sony, bei welchem unzählige Informationen des Konzerns an die Öffentlichkeit drangen, kein Kavaliersdelikt! Die Hacker, die sich selbst die Guardians of Peace nennen, gehören für einen solchen Schaden, der vor allem Filme betrifft, an den Pranger gestellt. Die neuste Veröffentlichung erreicht dabei nun Ausmaße, die nicht zu unterschätzen sind, dem Konzern erheblich schaden können und Zuschauer vielleicht unnötigerweise in Angst versetzen. Es geht um den Kinostart von „The Interview“, die neue Klamauk-Komödie von und mit Seth Rogen und James Franco, in welcher sie den Führer Nordkoreas, Kim Jong-un, töten sollen.

Anonyme Mails bedrohen Kinobetreiber, die den Film zeigen, und Zuschauer, die sich den Film ansehen werden. Und nicht nur das: Auch Hausbesitzer, die in der Nähe eines Kinos wohnen, sollten ihre Eigenheime verlassen.

Hier lest ihr die vollständige, übersetzte Mail (via /Film):

Achtung. Wir werden euch zu jeder Zeit und an jedem Ort, an dem „The Interview“ gezeigt wird, inklusive der Premiere, eindringlich zeigen, welchem grausamen Schicksal diejenigen, die Spaß im Terror suchen, ausgesetzt werden. Bald wird die ganze Welt sehen, was für einen fürchterlichen Film Sony Pictures Entertainment gemacht hat. Die Welt wird voller Angst sein. Erinnert euch an den 11. September 2001. Wir empfehlen, sich von solchen Orten fernzuhalten. (Wenn dein Haus in der Nähe ist, solltest du es besser verlassen.) Was auch immer in den nächsten Tagen geschieht, ist der Gier von Sony Pictures geschuldet. Die ganze Welt wird Sony dafür verurteilen.

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Sony reagiert und wendet sich direkt an die Kinobetreiber

Dass die Verantwortlichen von Sony Pictures solche E-Mails nicht auf die leichte Schulter nehmen, zeigt ihre Reaktion: Sony Pictures hat sich an alle Kinobetreiber gewendet und ihnen ausdrücklich erlaubt, trotz einem Vertrag mit dem Konzern, den Film „The Interview“ wieder aus dem Programm zu nehmen, wenn sie es möchten. Einige Kinos in den USA haben diesen Schritt bereits vollzogen.

So dürfte „The Interview“ zumindest in den USA mit einigen Einbußen zu kämpfen haben. Doch die Leidtragenden dabei sind vor allem Seth Rogen, James Franco und Co., deren Werk nicht die gewünschte Aufmerksamkeit im Kino bekommen dürfte, die sie eigentlich verdient hätten.

Diese haben inzwischen die internationale Premiere von „The Interview“ abgesagt.

Streich oder wahre Bedrohung?

Die Homeland Security der USA, die sich mit Terrordrohungen auseinandersetzen, hat noch keine Einschätzung über die Glaubwürdigkeit der Mail herausgegeben. Ob Streich oder wahre Bedrohung - die Aktion ist aufs Schärfste zu verurteilen. Die Freiheit von Menschen einzuschränken, mit dem Tod zu drohen und den 11. September 2001 als Vergleich heranzuziehen, ist kein Spaß, sondern bitterer Ernst.

The Interview - Finaler Trailer Englisch.

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