Zum Anlass des 40-jährigen Jubiläums von „The Texas Chainsaw Massacre“ gab der Regisseur jetzt ein bislang unbekanntes und sehr saftiges Detail vom Dreh bekannt.

 

The Texas Chainsaw Massacre

Facts 

Die Geschichte des Horrorklassikers „Blutgericht in Texas“ („The Texas Chainsaw Massacre“) und seinem Kampf mit den deutschen Behörden ist eine lange. Sie begann, bevor die Meisten von uns überhaupt auf der Welt waren. Vor 40 Jahren, im Oktober 1974, wurde eines der größten Vorbilder des Horror-Genres veröffentlicht, ein schmutziger, blutiger und verstörender Schocker, der seine Wirkung bis heute erhalten konnte.

TCM_2
Kann diese Haut-Maske lügen?

Die Handlung des Films nimmt, wie es sich für kompakte Horrorfilmchen damals gehörte, nicht mehr als ein paar Zeilen ein. Fünf junge Menschen sind auf dem Weg durch den sonnigen US-Bundesstaat Texas, als ihr Auto nachgibt. Eine Sache führt zur Nächsten und sie werden von einer Familie degenerierter, Inzest-gestörter Kannibalen, vertreten durch den unsympathischen Leatherface, der eine Maske aus Menschenhaut trägt und stets eine Kettensäge bei sich führt, gejagt und Stück für Stück auseinander gepflückt.

TCM_3
Die 70er waren eine simplere Zeit.

Da (West)Deutschland sich in den 70ern noch im zensur-technischen Mittelalter befand und sämtliche Gewaltdarstellung in Film und Fernsehen verdammte, hatte “ The Texas Chainsaw Massacre“ es hierzulande entsprechend schwer. Eine Freigabe für die Kinovorführung wurde verweigert, spätere Veröffentlichungen des Films wurden zunächst auf den Index der jugendgefährdenden Medien gesetzt und schließlich wegen Gewaltverherrlichung und menschenunwürdiger Darstellungen beschlagnahmt.

TCM_4
Abgebildet: Die deutschen Jugendschutz-Behörden.

Erst Im Jahr 2011 wurde dank der hartnäckigen und vorbildlichen Anstrengungen des neuen Rechteinhabers Turbine Medien die Beschlagnahmung von 1985 aufgehoben. Mit anderen Worten war es über einen Zeitraum von 26 Jahren in Deutschland illegal, einen der kultigsten und berühmtesten Horrorfilme aller Zeiten zu bewerben oder zu verkaufen. Wir haben sowohl über die Aufhebung der Beschlagnahme als auch über das Erscheinen des Films als deutsche DVD/Blu-Ray berichtet.

TCM_5
Übrigens war dies das erste Mal in der deutschen Geschichte, dass eine Beschlagnahmung aufgehoben wurde.

Über die Jahre sind viele haarige Details vom Set des billig produzierten Films bekannt geworden. Zum Beispiel die Geschichte von John Dugan, der im Film eine besonders aufwändige Maske trägt. Nachdem sie das erste Mal aufgetragen wurde, weigerte Dugan sich, den Prozess ein weiteres Mal zu durchleben. Die logische Lösung für dieses Dilemma war es, alle seine Szenen am Stück zu drehen, was gut über 30 Stunden dauerte und während eines gnadenlos heißen, texanischen Sommers stattfand.

TCM_9
Texas im Sommer. True Story.

Neben einigen Verletzungen, die die Akteure während des Drehs erlitten gab es außerdem einen Kriegsveteran und Schauspieler, der sein „The Texas Chainsaw Massacre“-Erlebnis mit seinem Einsatz in Vietnam verglichen hat. Laut ihm war der Aufenthalt in Vietnam angenehmer.

TCM_12
Quizfrage: Opfer des Vietnam-Krieges oder Crew-Mitglied von TCM?

Kürzlich wurde anlässlich des 40. Geburtstages des Horror-Klassikers eine restaurierte Version aufgeführt. Im Zuge dieser Neuaufführung sprach Regisseur Tobe Hooper mit einem Redakteur von Bloody Disgusting, einer Website, die vor allem für ihre Subtilität bei der Benennung von Dingen bekannt ist. Hooper teilte eine eher unappetitliche Anekdote vom Dreh, die er bislang für sich behielt.

TCM_10
"Haltet euch fest, Kinder!!"

Während des besagten Marathon-Drehtages fingen die Knochen, die als Requisiten benutzt wurden, wegen der immensen Hitze und der Lichter an, zu kochen. Angeblich war der Gestank im Haus so übel, dass die Crew-Mitglieder und Schauspieler zwischen den Takes das Haus verlassen mussten, um sich zu übergeben. Das war allerdings nur die erste Stufe auf einer Leiter, die zum wohl abartigsten und unangenehmsten Drehtag der Filmgeschichte führen sollte.

TCM_13
Wenigstens gab es damals noch Sets!

Um das Haus der geisteskranken Kannibalen stimmig zu dekorieren, entschieden sich die Filmemacher für die naheliegende Lösung, kontaktierten das nächste Tierheim und baten um eine Wagenladung Tierleichen. Da diese Anfrage für Tierheime in Texas anscheinend üblich ist, traf wenig später ein Laster am Set ein und lud neben dem Haus circa 500 Pfund an toten Tieren ab.

TCM_8
Stellt euch diesen niedlichen Hund vor, nur eine ganze Horde davon. Und alle sind tot.

Beim Anblick des verwesenden Berges aus Kadavern wuchs dem Regisseur plötzlich ein Gewissen und ihm wurde klar, dass eine dermaßen horrende Menge an toten (Haus)Tieren seinen Film ruinieren würde. Also gab er kurzerhand das Kommando „Get rid of these.“ („Schafft die weg.“) und gesellte sich wieder zu seinen Kollegen, die noch immer regelmäßig ihren Magen evakuieren mussten.

TCM_6
Ob diese Aufnahme zwischen oder während der Takes entstand, ist nicht klar.

Anstatt die toten Tiere mühsam und einzeln wieder auf den Wagen zu laden, griffen die Zuständigen zu einer weitaus effektiveren Methode, die sich seit Millionen von Jahren durchgesetzt hatte, um Sachen loszuwerden.

TCM_11
Oooh, doch.

Ganz recht, der Berg aus Leichen wurde mit Benzin überschüttet und angezündet. Und selbstverständlich zog der Rauch vom brennendem Pelz in das 20 Meter weiter gelegene Haus und durch die Nasen einer Handvoll Schauspieler, die sowieso schon kurz vorm Amoklauf waren.

...

SO dreht man Horrorfilme, meine Lieben..

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann kotzen sie noch heute.

TCM_7

„Texas Chainsaw Massacre“ (ungekürzte Neuauflage) (DVD) kaufen
„Texas Chainsaw Massacre“ (ungekürzte Neuauflage) (Blu-Ray) kaufen
„Texas Chainsaw Massacre“ (ungekürzte Neuauflage) (Collector's Edition, Blu-Ray + 3 DVDs) kaufen

 

American Horror Story: Wie gut kennst du die Gruselserie