The Voices - Kritik: Fragwürdiger Humbug für die Bio-Tonne

Marek Bang 1

Ryan Reynolds hat ein massives Problem, spricht mit seinen Haustieren und füllt seinen Kühlschrank mit Frauenköpfen. Ob der schwarzhumorige Horrorfilm „The Voices“ auch überzeugen kann, erfahrt ihr in unserer Kritik von GIGA Film.

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Jerry Hickfang (Ryan Reynolds) arbeitet im Versand einer Firma die Badewannen herstellt, trägt einen rosa farbenen Overall und freut sich sehr, dass er in ein Komitee berufen wurde, das sich um die alljährliche Betriebsfeier kümmern darf. Eine Polonaise wäre schön, denkt sich der Grinsejunge in „The Voices“ und hofft, dass seine hübsche Kollegin Fiona (Gemma Arterton) auch so begeistert von der Idee ist, wie der kauzige Mann selbst. Das ist sie aber ganz und gar nicht und auch die unbeholfenen Avancen des Sonderlings kann sie nur schwer abwehren.

Einige Zufälle, kaputte Autos und Regengüsse später sitzt sie dann doch im Truck von Jerry und spricht mit ihm über das triste Leben in Milton, einer Kleinstadt irgendwo im nordamerikanischen Nirgendwo. Jerry stammt eigentlich aus Berlin, hatte ein schwere Kindheit und ist im Gegensatz zur gelangweilten Fiona sehr froh über die verschlafene Idylle, in der er nun sein Leben fristet. Nur ab und an muss er bei seiner Psychotherapeutin Dr. Warren (Jacki Weaver) antreten und so komische Fragen beantworten wie die, ob er noch Stimmen hört und seine Medikamente nimmt. Jerry lügt, unterhält sich regelmäßig mit seinem gutmütigen Hund Bosco und der fiesen Katze Mr. Whiskers, nimmt keine Medikamente und bald liegt Fiona abgeschlachtet im Wald neben der Hauptstraße.

Jerry ist entsetzt über das, was er getan hat, kann sich ein kleines Souvenir aber nicht verkneifen und so hat er bald einen weiteren imaginären Gesprächspartner in seiner gruseligen Behausung über einem Bowlingcenter. Die böse Katze applaudiert, der Hund ist besorgt, aber dumm und im Kühlschrank ruft Fionas abgetrennter Kopf nach Gesellschaft. Zum Glück gibt es ja noch Kollegin Lisa (Anna Kendrick) und im Kühlschrank ist noch Platz…

„Green Lantern“- Ryan Reynolds spricht im englischen Original seine Haustiere selbst und legt sich kräftig ins Zeug, um seinen schizophrenen Charakter in „The Voices“ überzeugend auf die Leinwand zu bringen. Auch seine Opfer machen ihre Sache nicht wirklich schlecht und ihnen allen seien an dieser Stelle die 100 Minuten puren Schwachsinns bis zum finalen Happy Song verziehen. Was die „Persepolis“-Regisseurin Marjane Satrapi und Autor Michael R. Perry allerdings bei dem hanebüchenen Unfug geritten hat, bleibt mir schleierhaft.

Würgereiz statt Lachsalve: „The Voices“ ist leider nur eine abstruse Aneinanderreihung von Geschmacklosigkeiten

Für eine wirklich überzeugende Komödie sind eine fiese Katze und ein treudoofer Hund leider zu wenig und für einen Splatterfilm wird wohl für eingefleischte Fans wiederum nicht genug  Blut spritzen. Daher sei an dieser Stelle die Frage erlaubt, was „The Voices“ eigentlich soll. Die Hintergrundgeschichte von Jerry ist so dermaßen an den Haaren herbeigezogen, dass sie jeden halbwegs normal denkenden Menschen kalt lassen muss. Die Küchenpsychologie ist banal und das Setting einfach nur abstoßend. Wenn ich mich gepflegt ekeln möchte, kann ich auch eine Folge Dschungelcamp gucken und muss mein Geld nicht an der Kinokasse verschleudern. Sorry, lieber Ryan, aber dann schaue ich lieber Deadpool auf Endlosschleife…

Fazit:

Ein treudoofer Hund und eine fiese Katze machen noch keine gelungene Horrorkomödie und so ist „The Voices“ leider nur ein wüstes Konglomerat an abstoßenden Geschmacklosigkeiten.

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