A World Beyond - Kritik

Christoph Koch

A WORLD BEYOND Trailer Deutsch German & Kritik Review 2015.
Nach „Avengers 2: Age of Ultron“ haut Disney mit „A World Beyond“ jetzt gleich seinen zweiten Blockbuster raus. Kann das Sci-Fi-Abenteuer rund um eine futuristische Stadt halten, was die fulminanten Trailer versprochen haben? Wir haben in unserer Kritik zu „A World Beyond“ dem Streifen auf den Zahn gefühlt. 

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Spielfilme, die auf bekannten Attraktionen beruhen, sind heutzutage bei Weitem nichts Außergewöhnliches mehr. Das gesamte „Fluch der Karibik“-Franchise hat seinen Ursprung in einem Disney-World-Publikumsmagneten  und auch „Die Geistervilla“ mit Eddie Murphy fand seine Inspiration in einem Disney-World-Highlight. Jetzt kommt mit „A World Beyond“ ein weiterer Disney-Film auf uns zu, der seine Ursprungs-Idee aus einem Kassenschlager in Disney-World zieht.

Nachdem Brad Bird schon bei dem tränenreichen Film „Giganten aus dem All“, dem unfassbar guten „Die Unglaublichen“ und dem süßen „Ratatouille“ die Regie übernahm, brachte er dann mit „Mission: Impossible - Phantom Protokoll“ seinen ersten Real-Film auf die Leinwand. Anscheinend hat er an Schauspielern aus Fleisch und Blut Gefallen gefunden, denn mit „A World Beyond“ kommt jetzt sein zweiter Real-Spielfilm in die Kinos, bevor es ihn mit „Die Unglaublichen 2“ wieder in die Animationswelt verschlägt. Im Sci-Fi-Abenteuer „A World Beyond“ steht eine mysteriöse, futuristische Stadt namens Tomorrowland im Mittelpunkt, in er alles möglich zu sein scheint und ‚Grenzen‘ ein Fremdwort sind.

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Casey Newton (Britt Robertson) ist eine wissbegierige Teenagerin, die schon früh ihre Leidenschaft für Wissenschaft und Basteleien entdeckt. Kein Wunder, ist ihr Vater doch ein ehemaliger Mitarbeiter der NASA, der seine Leidenschaft für Technik und Mechanik an seine Tochter weitergegeben hat. Nach einer waghalsigen Aktion landet die Abenteurerin Casey in einer Polizeistation. Beim Aushändigen ihres Hab und Guts stößt sie auf einen merkwürdigen Anstecker, der nicht ihr zu gehören scheint. Als sie ihn berührt, landet sie plötzlich in einer bunten und technisch hochentwickelten Stadt, in der Menschen durch die Lüfte fliegen, Bahnen am Himmel umherreisen und Wolkenkratzer in den überdrehtesten Formen in den Himmel ragen. Was ist das? Wo ist sie gelandet? Ist das real? Casey macht sich auf die Suche, Antworten zu finden, denn ihre Zeit in dieser Welt ist nur begrenzt.

Ein Abenteuer mit viel Charme

Ihr Entdeckerdrang führt Casey bald zur jungen Athena, die der wissbegierigen Wissenschaftlerin aus einer misslichen Lage hilft. Athena scheint Antworten auf all ihre Fragen zu haben, denn sie wirkt nicht wie von dieser Welt. Doch rückt die distanzierter Athena natürlich nicht sofort mit all ihrem Wissen heraus, sondern ihr ist es vielmehr ein Anliegen, Casey den verbitterten und missmutigen Frank Walker vorzustellen, der wohl am besten zu wissen scheint, was diese Welt ist und wie es Casey gelungen ist, dorthin zu kommen. Das Abenteuer beginnt, das Casey in eine Welt führt, die sie nie für möglich gehalten hätte und ihre Träume und Wünsche scheinen plötzlich wahr zu werden.

„A World Beyond“ kommt als typische Abenteuergeschichte daher, die jedoch erfrischend an die Abenteuerfilme der 80er und 90er Jahre erinnert. Die junge Casey steckt voller Wissendurst und hat den unendlichen Drang, Lösungen für die Probleme der Welt zu finden, ihre Umwelt damit in Frage zu stellen und sich nicht einfach damit zufrieden geben zu wollen dass die Welt am Abgrund steht und eben nichts dagegen getan werden kann. Durch Zufall trifft sie dann auf die merkwürdig anmutende Athena, die ihr Möglichkeiten geben kann, ihre Träume zu verwirklichen. Ich wurde sofort von diesem Brodeln eines bevorstehenden Abenteuers, diesem Spirit für Probleme Lösungen zu finden, statt sie hinzunehmen und dieser positiven Grundhaltung, niemals aufzugeben, mitgerissen.

Vor allem Athena, gespielt von Raffey Cassidy, ist von Beginn an die heimliche Heldin von „A World Beyond“. Sie spielt die junge, allwissende und unterkühlte „Lehrerin“ mit so viel Charme und Inbrunst, dass es eine wahre Freunde ist, sie im Zusammenspiel mit Casey zu beobachten, was zu allerlei aberwitzigen Dialogen und Szenen führt, die wirklich zu begeistern wissen. Auch George Clooney als alternder und resignierter Erfinder spielt seine Rolle routiniert und gibt „A World Beyond“ eine gewissee Bodenständigkeit und Abgeklärtheit. Leider verkommt die forsche und aufgeweckte Casey irgendwann nur noch zur bloßen Fragestellerin, die den Charakteren zu ihrem Einsatz verhilft. Charmant ist jedoch, dass der Film das anscheinend selbst zu wissen scheint, denn die anderen Charaktere spielen immer wieder darauf an, dass Casey doch aufhören soll, so viele Fragen zu stellen. Man kann „A World Beyond“ da also irgendwie nicht böse sein.

Am Ende verpufft die tolle Idee

Leider kommt das in den Trailern und Teasern groß angekündigte futuristische Tomorrowland ein wenig zu kurz, denn im Mittelpunkt des Abenteuers steht vielmehr die Suche nach einem Zugang zu diesem fantastischen Ort, als das Leben und die Stadt voller kreativer und genialer Menschen an sich, was mich am Ende etwas enttäuscht zurückgelassen hat. Ich habe gehofft, dass mich hier ein Sci-Fi-Land mit verrückten Erfindungen und allerhand abgedrehten Maschinen und Entwicklungen erwartet, doch diese Erwartung kann der Film leider nicht vollkommen erfüllen.

Dennoch: Die ersten 2/3 des Films sprühen nur so vor tollen Einfällen, einer rasanten und mitreißenden Geschichte und der hervorragenden Chemie zwischen den drei Haupthelden auf der Suche nach einem Zugang zum Tomorrowland.  Leider verzettelt sich der Film am Ende zu sehr in seiner Geschichte und der Antrieb und die eigentliche Intention geht ein wenig flöten. Das letzte Drittel kommt als daraufgesetztes Finale daher, das zumindest bei mir irgendwie nicht zünden wollte. Mir kommt die komplette Auflösung der Geschichte zu schwammig und einfallslos daher, was zum ganzen Rest des Films einfach irgendwie nicht passen will. Es wirkt beinah so, als hätten die Verantwortlichen eine tolle Idee und Geschichte gehabt, wussten am Ende aber nicht so recht, wie sie das nun zu Ende erzählen sollen, was dann für das eine oder andere große Logikloch sorgt.

„A World Beyond“ ist ein sehenswertes Sci-Fi-Abenteuer, das an den Mut Dinge zu verändern und nicht vor Problemen zu resignieren appelliert und mit  tollen Bildern, interessantem Design, einem guten Cast, einigen tollen Einfällen und viel Charme und Witz zu überzeugen weiß, dem am Ende jedoch etwas die Luft ausgeht und die großartige Idee leider dadurch ein wenig verpufft.

rating7

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