Top Five - Kritik

Daniel Schmidt

Chris Rock möchte so gerne mehr sein als ein erfolgreicher Komiker. Darum wagte er  mal wieder den Schritt, einen komplett eigenen Kinofilm zu drehen und sich selbst als Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller einzustellen. Ob ihm damit ein großer Hit oder ein Epic Fail gelungen ist, erfahrt ihr in unserer Kritik.

Top Five - Trailer Deutsch HD.
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Andrew Allen (Chris Rock) ist ein extrem erfolgreicher Komiker und Schauspieler. Mit seinen Komödien über einen Polizisten im Bärenkostüm hat er die Massen begeistert. Auch in der Liebe läuft alles wie geschmiert, denn seine Hochzeit mit dem bildschönen Reality TV Star Erica Long (Gabrielle Union) steht unmittelbar bevor. Doch Andrew hat die Nase voll vom Klassen-Clown Dasein. Mit seinem neuesten Film über einen Sklavenaufstand in Haiti will er sich einen Namen als ernsthafter Charakterdarsteller machen, jedoch ohne großen Erfolg. Sein Publikum will ihn lieber wieder im Bärenkostüm sehen.

Während seiner Promo-Tour interviewt ihn die Journalistin Chelsea Brown (Rosario Dawson), die ihn immer wieder dazu ermutigt, in ihrem Gespräch, welches sie quer durch New York führt, offen und ehrlich zu ihr zu sein. So erfährt die Reporterin Dinge über ihn, die sonst nicht in der Presse erwähnt werden, unter anderem, warum er die Komödie unbedingt an den Nagel hängen wird. Zwischen den beiden ungleichen Gesprächspartnern entwickelt sich bald eine ganz besondere Chemie.

Top Five? Wohl eher Flop Five!

Chris Rock ist gerne unbequem und dafür liebt man ihn. Er ist es normalerweise, der die Witze reißt, die alle hören, aber niemand aussprechen will. Bravo dafür. In seinem neuesten Werk hat der Blödelheini den komischen Karren leider dermaßen mit Volltempo an die Wand gefahren, dass wir nur noch wirtschaftlichen Totalschaden attestieren können. „Top Five“ ist weder wirklich komisch, noch überraschend, noch provokativ. Dabei gibt der Film sich alle Mühe und suhlt sich genüsslich in jedem verfügbaren Klischee. Die Schläge unter die Gürtellinie der politischen Korrektheit treffen leider nicht ein einziges Mal auf die Zwölf und landen eher so irgendwo zwischen Kniescheibe und Oberschenkel. Auch beim Versuch, dem Machwerk vor dem Hintergrund einer ernsthaften Alkoholsucht einen dramatischen Anstrich zu verleihen endet mit einem Ergebnis, das nur mit dem einer nachmittäglichen Renovierungs-Doku-Soap der drittklassigen Privatsender verglichen werden kann. Am Ende ist der Film dann das, was er eigentlich am wenigsten sein möchte: Eine vorhersagbare, unoriginelle romantische Komödie ohne jeden Belang!

Einziger kleiner Lichtblick ist die zauberhafte Rosario Dawson, die auch in einem unterirdisch schlechten Film wie „Top Five“ noch zu Strahlen vermag. Bleibt nur zu Hoffen, dass ihr dieser Karrieschmutz nicht für den Rest ihres Lebens an den Fersen hängen bleibt.

Fazit:

„Top Five“ ist, in aller Kürze, ein cinematographischer Griff ins Klo und ein Film, der unsympathisch daherkommt. Flache Witze, flache Story, flaches Ende. Die 102 Minuten, die Chris Rock hier in Anspruch nimmt, wären besser bei einer Wurzelbehandlung oder einem Ausflug mit den Schwiegereltern in einen Erotik-Shop verbracht. 1 Punkt wird für Rosario Dawson vergeben und einer für den putzigen Cameo-Auftritt von Whoopi Goldberg, was „Top Five“ mit Ach und Krach aus dem Negativ-Bereich rettet.

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