Transformers 4: Ära des Untergangs - Kritik

Philipp Schleinig 15

Die GIGA FILM Kritik zu „Transformers 4: Ära des Untergangs“

Michael Bay lässt zum vierten Mal die Autobots auf die Zuschauer los. Ob es dieser Teil schafft, zu überzeugen und letztendlich auch in unserer Liste mit den besten Filmen 2014 aufzutauchen, erfahrt ihr in unserer Text-Kritik.

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Seit ihrem ersten Auftritt auf der großen Leinwand spalten die Transformers die Zuschauerschaft. Die einen ergötzen sich am Action-Spektakel, welches Regisseur Michael Bay immer wieder aufs Neue zelebriert, die anderen verspotten das Effektgewitter, mit welchem Bay seine Filme in die Kinos bringt. „Transformers 4: Ära des Untergangs“ fügt sich nahtlos in die Debatte ein, denn wieder einmal bringt der Regisseur die Kinoleinwände durch alles, was das CGI aufzubieten hat, zum Beben.

Ich mache Filme für Jungs im Teenageralter. Oh je, was für ein Verbrechen“, gab Michael Bay nach mehreren Nominierungen für die Goldene Himbeere einst als Antwort. Durch audiovisuelle Reize will er überzeugen, durch Filme, die sich scheinbar einem Kanon hingeben: US-patriotische Actionfilme, die überzeugende Bildästhetik emotionaler Tiefe vorziehen. Die Streitfrage, ob es sich bei „Transformers 4: Ära des Untergangs“ erneut um einen Geniestreich von Bay oder reine Zeitverschwendung handelt, dürfte wieder einmal zu hitzigen Diskussionen führen.

Denn „Transformers 4“ ist vor allem eines: bildgewaltig. Oder wie man es noch anders ausdrücken könnte: Optimus Prime, der Anführer der Autobots, reitet auf einem Dinobot in den Kampf. Was ist dem noch hinzuzufügen? Ist Popcorn-Kino vorprogrammiert? Theoretisch schon, würde Michael Bay nicht einen entscheidenden Fehler begehen: Er genießt sein Action-Kino etwas zu sehr. Und das merken wir, wenn der eigene Körper nach 167 Minuten permanentem Krawallbeschuss nach einer Auszeit lechzt.

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Die erfolgreichsten Filme 2014.

I may have caused the apocalypse, but you brought your family to it!

Fast drei Stunden illustriert Bay die Auseinandersetzung zwischen Mensch und Maschine, beziehungsweise Maschine und Maschine, beziehungsweise Mensch und Mensch, mit einer Bilderflut, die Ihresgleichen sucht. Das ist zu viel. Das fast vollständige Fehlen einer Handlung ist nicht überraschend – diesen Anspruch besaß Bay eigentlich nie. Doch wenn die Story lediglich aus einer fast unnötigen, da den Film in keinster Weise voranbringenden Vater-Tochter-Beziehung besteht und damit maximal fünf Minuten Ruhe gönnt, ehe wieder einfach alles in Schutt und Asche gelegt wird, dann ist das ein Kino, welches seine 3D-Technik und das IMAX-Format feiert, aber seine Erzählung vermissen lässt.

Sonst bewahrt sich Bay einmal mehr den Status quo: Mark Wahlberg mimt den starken Protagonisten, der für seine Ideale einsteht, Nicola Peltz dient als Blickfang und wird einzig und allein für diesen Sinn in Szene gesetzt und Jack Reynor… der Grund seines Mitwirkens wird noch verzweifelt gesucht. Nur Stanley Tucci verleiht dem Film etwas menschlichen Charakter: Er ist witzig, schauspielerisch-stark und behält sich als einzige Figur so etwas wie eine Motivation vor. Den Rest übernehmen die Transformer. Im Gefecht offenbart sich deren effektreiche Höchstleistung, auf der Straße liegen sie als heiße Schlitten und kurbeln die Marketingkampagne von Mercedes, Porsche, Chevrolet und Co. ordentlich an.

Diese werden allerdings allesamt zu Randfiguren degradiert, die dem höheren Zweck der Zerstörungsmaschinerie dienen. Es scheint nicht mehr wichtig, mit welcher inneren Zerrissenheit Optimus Prime kämpft, welche Verluste alle Parteien hinzunehmen haben und welcher Handlungsmotivation sie nun nachjagen. Was zählt, ist Bombast und dieser präsentiert sich einmal mehr zu dominant. Eine Action-Segment weniger und das Ganze könnte eine andere Richtung einschlagen.

Fazit

Michael Bay hat mit „Transformers: Ära des Untergangs“ seine Hausaufgaben erfüllt. Nur ist dem Seniorstudenten der Übereifer anzukreiden, der das Ergebnis negativ beeinflusst. Weniger ist manchmal mehr, hieß es doch mal so schön. Doch Bay blockt ab: „Sie lieben es, die Filme zu hassen. Das macht mir nichts aus. Am Ende gehen sie trotzdem ins Kino.“ Und die Besucherzahlen geben ihm recht.

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