True Detective: Wie eine TV-Serie das Kino neu erfindet

Timo Löhndorf 5

Das Jahr 2014 bietet eine breite Auswahl an mehr oder weniger vielversprechenden Kinofilmen. Doch während Hollywood langsam aber sicher auf eine finanzielle und kreative Krise zusteuert, ist es eine amerikanische TV-Serie, die sich schon im Frühjahr in den Jahresolymp katapultierte. Ich verrate euch, warum „True Detective“ ein Meilenstein in der Entwicklung von Film und Fernsehen ist.

True Detective: Wie eine TV-Serie das Kino neu erfindet

Der Verfall des Kinos

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Schon seit über 100 Jahren ist das Kino nicht nur eine Kunstform, sondern auch eine Attraktion. Zur Wende zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert haben sich Menschen vor der Leinwand versammelt, um die wundersame Illusion des bewegten Bildes zu erleben, heute rennen wir zu Scharen ins Kino, um die neuen Spektakel unserer modernen Zelluloid-Helden zu erleben. Auch wenn die Magie zum Teil verflogen ist, die Prozedur hat sich nicht geändert.

Auch der verträumteste Idealist (von dem diese Zeilen stammen) muss sich eingestehen, dass der Film neben Kunst und Attraktion heutzutage vor allem ein Geschäft ist und, wie alles andere auch, Geld verdienen muss. Leider hat sich im Zuge der Profitmaximierung das Futter, das auf der Leinwand serviert wird, in den letzten 20 Jahren drastisch verändert.

Vor einigen Jahren setzten sich die klügsten Filmproduzenten an einen Tisch und überlegten sich, wie sie ihrem Kontostand möglichst viele Nullen hinzufügen könnten. Die naheliegende Antwort war, Filme an so viele Personen wie möglich zu vermarkten. Zusammen mit der ewig steigenden Kauf(Überredungs)kraft der jüngeren Bevölkerung entwickelte sich aus diesem Konzept eine moderne Filmbranche, die am laufenden Band Kracher für pubertierende Jungs und Mädels produziert.

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Im Jahr 1994 waren unter den 20 weltweit erfolgreichsten Filmen neun Werke mit einem so genannten „R“-Rating, das den Film in Amerika ab 17 freigibt und auf ein gewisses Level an Gewalt, Sex oder anderen „reiferen“ Themen schließen lässt. 10 Jahre darauf waren es immerhin noch fünf Filme mit dem Prädikat. 2013 sank die Zahl der Top-20-Filme, die ausschließlich für Erwachsene produziert wurden, auf zwei Stück.

Natürlich ist es nicht meine Meinung, dass Gewalt einen Film besser, interessanter oder genießbarer macht. Allerdings finde ich die Entwicklung der Filmbranche, die nicht nur auf möglichst massentaugliche Fortsetzungen oder Reboots setzt, sondern sich augenscheinlich seit Jahren in Richtung eines immer stumpfer werdenden gemeinsamen Nenners orientiert, mehr als bedenklich und traurig.

Doch ich bin nicht nur hier, um euch die gute Frühlingslaune zu verderben. Warum das Kino quicklebendig ist und wohin es umgezogen ist, berichte ich auf den nächsten Seiten.

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