True Detective: Wie eine TV-Serie das Kino neu erfindet

Timo Löhndorf 5

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„True Detective“ ist eine Mini-Serie à la „Band of Brothers“ oder “The Pacific“. Das bedeutet, dass die acht Folgen der ersten Staffel die Story um Rustin Cohle und Martin Hart abschließen. Dieses Format gab dem Autor Nic Pizzolatto acht Stunden, um seine Geschichte reifen zu lassen.

Und genau so fühlt sich „True Detective“ auch an. Nicht wie eine potentiell endlose Serie, sondern wie ein ausgedehnter Film, der sich für jeden Aspekt seiner Story ausreichend Zeit nimmt. Sicherlich könnte man den Bogen von „True Detective“ auch in zwei Stunden erzählen, doch statt einer schnellen und fließbandartigen Abfertigung, wie man es aus der Traumfabrik gewöhnt ist, lässt man dem Krimi genügend Zeit, sich zu entfalten.

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In vielerlei Hinsicht verkörpert „True Detective“ das, was im (lukrativen) Kino abhanden gekommen ist. Die Serie bietet erstklassiges Schauspiel, perfekte Inszenierung, punktgenaue Dialoge und authentische, glaubwürdige Charaktere. Zu einer 10 auf der 10er-Skala machen „True Detective“ seine zahlreichen Gedankenansätze, die unter anderem ins Soziale, Religiöse und Philosophische gehen. Eine Heldentat, die sich Geschichtenerzähler heute nicht mehr allzu oft trauen.

Wie geht es weiter?

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In meinen Augen ist „True Detective“ ein enorm wichtiger Schritt für die komplette Unterhaltungsbranche, wichtiger noch als die Erfolge von „Breaking Bad“ oder „Game of Thrones“ (was auch „nur“ eine Buchverfilmung ist). Der große Erfolg, den „True Detective“ während seiner Erstausstrahlung genießen konnte, ist der Beweis dafür, dass es immer ein ausreichend großes Publikum für die etwas geistreichere Form der Unterhaltung gibt, die einem auch mal vor den Kopf stößt und zum Denken anregt.

Natürlich bin ich etwas betrübt, dass man die großen Gefühle jetzt nicht mehr auf der Leinwand erlebt, aber gleichzeitig bin ich froh, dass so etwas wie „True Detective“ in der heutigen Zeit gemacht wurde und hoffe, dass es in der nahen Zukunft die ein oder andere Welle schlagen kann. Wer noch immer nicht von der Serie überzeugt ist, sollte sich von dem wundervollen und süchtig machenden Intro von „True Detective“ anstecken lassen:

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„True Detective“ - Intro (01:36)

 

Eine zweite Staffel (mit anderen Charakteren und einem anderen Setting) wurde bereits angekündigt, aber noch nicht offiziell vom amerikanischen Programmanbieter HBO bestätigt.

Seit dem 17.4. läuft „True Detective“ in Deutschland auf dem Pay-TV-Sender Sky.

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