UnREAL ist die Überraschungsserie des letzten Sommers und auch die aktuelle zweite Staffel ist mehr als überzeugend. Der besondere Zauber der Serie liegt in dem intelligenten Skript, das schwarzen Humor und Medienkritik so perfekt verbindet wie kaum eine andere Produktion. Wir haben für UnREAL-Fans 5 spannende Fakten rund um die Serie gesammelt.

UnREAL: Critics Rave Trailer Lifetime

UnREAL ist wirklich bemerkenswert und auch wenn die satirische Serie meist unter dem Label Dark-Comedy firmiert, darf man sie keinesfalls auf den humorigen Anteil - der tatsächlich tiefschwarz ist  - reduzieren. Die Schöpferinnen Marti Noxon und Sarah Gertrude Shapiro haben auf einzigartige Weise etwas wirklich Neues kreiert, das den Zuschauer ab der zweiten Minute in seinen Bann zieht und nicht mehr loslässt. Ihr seht UnREAL im Stream mit einem Amazon-Prime-Abo kostenlos. Eine dritte Staffel wurde vom Sender Lifetime bereits bestellt.

UnREAL: 5 reale Tatsachen zur Serie

Liz Gateley von Lifetime sprach davon, dass die Serie Kultur nicht nur reflektiert, sondern die Kultur auch noch vorantreibt, indem sie die erste Antiheldin des Fernsehens geschaffen hat. Die Figuren Quinn und Rachel - die Antiheldinnen - zeigen uns die spannende persönliche Entwicklung und Korrumpierung zweier Frauen, in einem Gewerbe, dass kaum Frauen-verachtender sein könnte.

1. Sarah Gudrun Shapiro hat für die ABC-Produktion „The Bachelor“ gearbeitet

Viele haben sich vielleicht bei der Sichtung von UnREAL gefragt, ob die Autorinnen da sehr gut antizipiert haben, oder in Wallraff-artiger Recherche-Arbeit auf die Inhalte gekommen sind. Tatsächlich hat eine der beiden Serien-Schöpferinnen für die ABC-Serie „The Bachelor“ gearbeitet, deren deutsche Version ihr sicherlich kennt. Weil ein Vertrag sie dazu verpflichtete, musste Shapiro für die Sendung als Produzentin arbeiten und hat darunter extrem gelitten, da sie ihre Ideale verraten sah. Nach eigenen Angaben drohte sie schließlich mit Selbstmord, damit man sie aus dem Vertrag entließ.

shapiro producer und creator von unreal
Screenshot via Lifetime-Trailer

Mit dieser Vorgeschichte wird klar, warum UnREAL so hart an der Realität entlang schrappt und die Protagonisten so plausibel und keineswegs überzogen wirken. Die Begebenheiten in „Everlasting“ sind wohl ziemlich stark vom Leben abgeschrieben und dienten der Autorin eventuell auch dazu, sich aus der erlebten Hölle, die andere Arbeit nennen, therapeutisch herauszuschreiben.

2. Rachel & Quinn: Die weibliche Antwort auf Breaking Bad

Entsprechend ihrer bitter erworbenen Vorkenntnisse konnte Shapiro den Charakter von Rachel Goldberg, die in der zweiten Staffel zur Showrunnerin bei „Everlasting“ gemacht wird, sehr detailreich und gefühlvoll gestalten. Vieles, das Shapiro selbst durchgemacht hat, muss Rachel ebenfalls erleben. Shapiro sagte mal, sie hätte ein weibliches Breaking Bad machen wollen und in gewisser Weise ist es ihr mit Rachel und Quinn absolut gelungen, weibliche Walter Whites zu erschaffen. Beide kosten mit der entsprechenden Hybris ihre strukturelle Überlegenheit gegenüber den Dating-Show-Teilnehmerinnen aus und gehen dabei fast ungerührt über Leichen.

quinn und rachel in unreal
Via Lifetime

3. Rachel Goldberg: So sieht eine Feministin aus

Gleich in der ersten Folge wird ein Kernproblem in der Arbeit von Rachel deutlich, dass auch ganz klare Bezüge zu Shapiros Erfahrungen bei The Bachelor aufweist: Die Frauenfeindlichkeit, die es zu verinnerlichen gilt, wenn man die weiblichen Kandidatinnen dahin manipulieren muss, wo man sie braucht, um „gutes Fernsehen“ zu machen. Gleich zu Beginn sehen wir Rachel in der Limousine, mit der die Frauen zum Dreh gefahren werden. Ihr T-Shirt trägt die Aufschrift „This is what a feminist looks like“ - selbst-ironischer und selbst-verachtender geht es kaum, vor allem wenn man später noch erfährt, das Rachel ursprünglich einmal Gender-Studies studiert hat.

shiri appleby als rachel goldberg
Via Lifetime

Jetzt ist ihr Job, Frauen wie Vieh zu steuern und mit Adjektiven und Zahlen zu bewerten. Kennt ihr den FP-Faktor? Er bezeichnet das Fettpotenzial einer Kandidatin, was man unter anderem an ihrer Mutter ablesen kann. Und wie fühlt man sich selbst unter lauter aufgestylten Möchtegern-Prinzessinnen? Shapiro dazu:

Und dann fährst du in deinem klapprigen Auto nach Hause in deine schrottige Wohnung, guckst in den Spiegel und denkst: Ich bin eine vier, ohne jede Persönlichkeit. Du fühlst dich hässlich und wie ein Troll und willst nichts mehr, als die hübsche Prinzessin zum Heulen bringen.

Shapiro war es sehr wichtig, dass Rachel den Look bekommt, den sie in der Serie hat - sie schläft in ihren Klamotten, wäscht sich kaum die Haare, trägt kein Make-Up - bevor sie die Serie an Lifetime verkaufte, ließ sie sich vom Sender, der selbst einige Erfahrungen mit Reality-Formaten hat, das Versprechen geben, dass an diesem Aussehen nichts verändert wird.

rachel goldberg aus unreal
Via Lifetime

 4. Shiri Appleby: Rachel wird Showrunner in Staffel 2 & Shiri führt Regie

Für ihren Seriencharakter kommt es in der zweiten Staffel zu einer Beförderung und auch die Schauspielerin konnte ihren Einfluss vergrößern. In der zweiten Staffel führten vier Frauen Regie, unter anderem Shapiro selbst und auch Shiri, die bereits seit ihrer Kindheit vor der Kamera steht. Die sechste Folge - Casualty - ist unter ihrer künstlerischen Leitung entstanden und sie hat Blut geleckt. Auch für die dritte Staffel möchte sie gerne die Regie übernehmen und sie hat sich auch schon in anderen Richtungen umgeschaut und festgestellt, dass es einige Optionen für sie gäbe auch in anderen Serien die Regie zu übernehmen oder sogar auch in einem Spielfilm. Wie sie sagt: „Es ist einfach nur die Frage, wie hart du arbeiten willst.

5. Everlasting: Der Jungeselle hat sich wirklich verlobt

Die Serie ist auch deswegen spannend, weil sie unsere Vorstellungen von Realität hinterfragt und wie in einem Spiegelkabinett mehrfach reflektiert. Die fiktive Serie in der Serie zeigt den Zuschauern vorgeblich die Realität, die allerdings von den Produzenten selbst hergestellt wurde. Der hysterische Ausraster einer Kandidatin nachdem ihr Vater gestorben ist, bleibt für die Zuschauer ohne den Aspekt des toten Vaters nur ein zickiger hysterischer Ausbruch. Das ist das Konzept, so funktioniert Scripted-Reality. Und besonders pervers: Diese fiktive und konstruierte Realität im Fernsehen hat wiederum ganz harte und äußerst reale Konsequenzen für das echte Leben der Kandidatinnen.

Besonders witzig ist daher der Twist, den die Seriendarsteller in der Realität genommen haben, denn Kandidatin-Darstellerin Johanna Braddy (Quantico) und Bachelor-Schauspieler Freddie Stroma haben sich in der ersten Staffel UnREAL wirklich verliebt, sind verlobt und wollen heiraten. Verrückt, oder?

Übrigens: Für die Serie gab es eine Art Blaupause und zwar den Kurzfilm von Sarah Shapiro - Sequin Raze:

Bilder: Lifetime

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