Vacation - Wir sind die Griswolds Kritik: Die MS Niveau sinkt...

Philipp Schleinig

VACATION Trailer Deutsch German & Kritik Review (2015).
Die Griswolds sind wieder da! Nur obliegt es diesmal der nächsten Generation, in einem Chaos-Trip durch die USA unser Herz zu erobern. Ob sie das geschafft haben, lest ihr in unserer Kritik zu „Vacation - Wir sind die Griswolds“.

VACATION Trailer Deutsch German & Kritik Review (2015).
Kein Video verpassen? Abonniere uns auf YouTube:

Vacation - Wir sind die Griswolds: Kritik

Die Griswolds gehörten für mich zum Fernsehprogramm der späten 1990er Jahre – meinem Alter geschuldet – einfach dazu. Durch unzählige Sichtungen und persönliche Erlebnisse avancierte die Reihe um „Die schrillen Vier auf Achse“, „Hilfe, die Amis kommen“, „Schöne Bescherung“ und „Die schrillen Vier in Las Vegas“ zu einem Lieblingsfranchise in meinem Film-Himmel. Zu der Zeit genossen die Filme allerdings auch schon längst Kultstatus und festigten Chevy Chase‚ Rolle als einer der lustigsten Entertainer der 1980er Jahre. Im Zuge des Prequel-/Sequel-/Reboot-/Remake-Wahns Hollywoods und der nicht zu verachtenden Reputation der Griswold-Filme erscheint es fast überraschend, dass eine mögliche Fortsetzung erst so spät in die Gänge kam. Doch nun ist das Folgewerk da, „Vacation – Wir sind die Griswolds“ steht an und soll die Legende fortführen. Dafür wurde nun Rusty Griswold, der Sohn von Familienoberhaupt Clark, auserkoren. Gespielt wird dieser von Ed Helms, der mit „Hangover“ und der US-Variante von „The Office“ schon bewies, dass er das nötige humoristische Potenzial besitzt.

In einer Szene, die nicht durch einen Trailer vorab gezeigt wurde, kommt nicht nur jenes Potenzial des Schauspielers zum Ausdruck, sondern zeigt sich auch eine moderne Referenz auf „Die schrillen Vier auf Achse“. Rusty Griswold verwandelt sich darin in ein perfektes Abbild seines kultigen Vaters. Leider bleibt diese Sequenz eine Ausnahme, denn der Modernisierungsansatz im Griswold-Universum nimmt den Schritt in die falsche Richtung. Das Humor-Bild in Filmen hat sich im Laufe der Zeit immer mal wieder gewandelt. Das steht außer Frage. Ebenfalls ist eine andere Sache, das Humor-Niveau in manchen Filmen zu kritisieren. Es tut mir aber in der Seele weh, wenn ein Franchise wie die Griswold-Reihe, die vier Filme lang großartig ohne Fäkal-Humor – die Toilette in „Schöne Bescherung“ ist dabei eine Ausnahme – funktioniert hat und mit einfachsten Mitteln zum Lachen animierte, sich nun auf das moderne Humor-Niveau herablassen muss.

Wenn man schon auf die Erinnerungen an vergangene Kultfilme setzt, dann sollte man sich in Bezug auf das Zielpublikum auch auf die Fans der Reihe konzentrieren und nicht das Humor-Level senken, nur um Teenager glücklich zu machen. Ich garantiere, dass der Push für die alte Reihe und die Grundsteinlegung für ein zukünftiges Franchise ausbleiben wird. Zu sehr dürfte „Vacation – Wir sind die Griswolds“ alte Fans verärgern und neuen Zuschauer, kurzum, egal sein. Die Griswold-Fans unter euch werden sehr schnell merken, dass „Vacation“ abgesehen von einigen Orten und dem Namen per se sehr wenig mit dem ursprünglichen Franchise zu tun hat. Da lindert auch der Cameo-Auftritt von Chevy Chase und Beverly D'Angelo den Schmerz nicht. Nur im Bruchteil von 10 Sekunden darf Clark Griswold zeigen, wozu er einst fähig war, ehe er wieder zum Fan-Dienst verkommt.

Fazit:

„Vacation – Wir sind die Griswolds“ tut Fans, als auch Neueinsteigern keinen Gefallen. Der Humor stapft auf unterster Linie, die Anlehnung an das Kult-Franchise blitzt nur bedingt auf. Schade! Der Komödienlandschaft ist damit in keinster Weise ein Gefallen getan.

rating4

Hat dir "Vacation - Wir sind die Griswolds Kritik: Die MS Niveau sinkt..." von Philipp Schleinig gefallen? Schreib es uns in die Kommentare oder teile den Artikel. Wir freuen uns auf deine Meinung - und natürlich darfst du uns gerne auf Facebook oder Twitter folgen.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA FILM