Vikings VS The Last Kingdom im Vergleich: Wer gewinnt die Schlacht um die beste Wikinger-Serie?

Tobias Heidemann 10

Wir konnten einfach nicht widerstehen. Mit „Vikings“ und „The Last Kingdom“ blasen derzeit gleich zwei hervorragende Wikinger-Serien zum Angriff auf eure TV-Freizeit. Doch bevor ihr die nordischen Mannen in euer Wohnzimmer stürmen lasst, haben wir sie für euch in einen tödlichen Kampf um Leben und Tod geschickt. Wer gewinnt die Schlacht um die beste Wikinger-Serie? Hier ist der ultimative Vergleich zwischen „Vikings“ und „The Last Kingdom“. Möge der bessere Wikinger gewinnen!  

Vikings VS The Last Kingdom im Vergleich: Wer gewinnt die Schlacht um die beste Wikinger-Serie?

Vikings VS The Last Kingdom

Runde 1: Die Schauspieler

The Last Kingdom - Trailer.

Irgendetwas muss Travis Fimmel richtig machen. Seine eindringliche Darstellung des legendären Wikinger-Königs „Ragnar Lothbrok“ in „Vikings“ hat sich nämlich schon bis nach Hollywood herumgesprochen und ihm die erste Hauptrolle in einem Blockbuster („WarCraft“) eingebracht.

Fimmel gibt seinem Ragnar eine gewisse Garstigkeit, die uns von Anfang an gepackt hat. Die Nebenrollen von „Vikings“ sind dagegen mit Clive Standen (Rollo), Gustaf Skarsgård (Floki) und natürlich Katheryn Winnick (Lagertha) eher solide denn hervorstechend besetzt. Hier gaben sich die „Vikings“ vor allem in den ersten beiden Staffeln ein paar offenen Flanken hin.

„The Last Kingdom“ weiß dagegen gerade in den Nebenrollen mit einigen Casting-Coups zu brillieren. Von Ian Harts „Beocca“ über David Dawsons „König Alfred“ bis hin zu Adrian Bowers „Leofric“ und Rune Temtes ultimativen Wikinger-Krieger „Ubba“ haben wir es hier gleich mit mehreren tollen Performances zu tun. Und das macht auch die Startschwierigkeiten, die wir mit der Hauptrolle Alexander Dreymon (Uhtred of Bebbanburg) hatten, locker wieder wett. Das Quäntchen auf der Waage ist allerdings die Österreicherin Emily Cox (Brida), von der wir in „Last Kingdom“ einfach nicht genug bekommen konnten. Sie erobert die erste Runde für „The Last Kingdom“.

Ein Punkt für: The Last Kingdom

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Runde 2: Drehbuch & Story

The Last Kingdom.

So gerne wir Ragnar zu Beginn von „Vikings“ auch beim Parieren seiner Schicksalsschläge zugesehen haben und so gerne wir ihm in die Schlacht gefolgt sind – das alles hätte deutlich flotter von statten gehen können. Einige Episoden wirkten wie überflüssiges Füllmaterial oder litten unter einem nicht ganz schlüssigen Bezug zum Gesamtwerk. Auch wenn Staffel 3 in dieser Hinsicht schon etwas besser funktionierte, stellt uns „Vikings“ gelegentlich vor dramaturgische Bewährungsproben.

Das Tempo von „The Last Kingdom“ ist dagegen geradezu schwindelerregend. An Staffel 1 ist kein einziges Gramm Fett. Jede Folge ist randvoll mit essentiellen Ereignissen, die die Geschicke der Hauptfiguren stets in neue, überraschende Bahnen lenkt. Diese Ereignisdichte sorgt für den enorm hohen Unterhaltungswert von „The Last Kingdom“. Zudem zeigt sich die britische Serie auch bei den Dialogen als die stilsicherere beider Serien. Die Figur des König Alfred muss sich zum Beispiel nicht vor den besten Momenten in „Game of Thrones“ fürchten. Erneut ein Sieg für das letzte Königreich.

Ein Punkt für: The Last Kingdom

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Runde 3: Die Schauplätze und das Produktionsdesign

Vikings Staffel 4 Comic Con Trailer.

Die durchweg positiven Kritiken zu „The Last Kingdom“ stellen gerne die gute Kameraarbeit und den überzeugenden Look des aufwendig inszenierten Historiendramas in den Vordergrund. Auch wir waren von den nasskalten Wäldern, matschigen Dörfern und nebelverhangenen Steilküsten der englischen Provinz sehr angetan.

Und doch gehört unser Herz in diesem Falle den „Vikings“. Die vor allem in Irland gedrehte Serie vermittelte uns ein derartig überzeugendes Gefühl für die Geographie ihrer Schauplätze, dass wir uns zwischenzeitig fast blind in Ragnars Dorf bewegen konnten. Dieses Gefühl der Vertrautheit hat man nicht alle Tage und damit geht dieser Punkt an „Vikings“.

 Ein Punkt für: Vikings

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Runde 4: Die Action

Vikings Shield Wall.

Heiliges Breitschwert – der knallharte Kampf zwischen Uhtred und Ubba sitzt uns immer noch in den Knochen. Keine Frage, „The Last Kingdom“ weiß ganz genau, wie man einen guten Schwertkampf im Dark Age inszeniert. Und auch sonst ist in dieser Serie alles im Lot. Die Kampfszenen sind allesamt dringlich, wuchtig und schaurig schmerzhaft inszeniert.

Gegen die rohe Gewalt der „Vikings“-Invasion kommt das letzte Königreich dann aber doch nicht an. Uns fallen auf Anhieb vier spektakuläre Kampfszenen ein, mit denen sich „Vikings“ bei uns beliebt gemacht hat. Diese Serie legt ihren Fokus sehr viel stärker auf Action und deshalb ist „The Last Kingdom“ ihr in dieser Hinsicht auch knapp unterlegen. Punkt für „Vikings“.

Ein Punkt für: Vikings  

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Runde 4: Der Bildungsauftrag

Das vom History Channel mitproduzierte „Vikings“ versucht sich durchaus als Geschichtsunterricht zu verkaufen. Mit der Betonung aufs Versuchen, denn Historiker haben die „Ausstattungsdetails der Serie, also zum Beispiel die Kleidung und Waffen, aber auch die Lebensumstände, die Herrschaftsstruktur und die Verhaltensweisen der handelnden Personen kritisiert, weil sie in der TV-Serie nicht dem Stand der historischen Forschung entsprechen bzw. auf ganz andere Epochen und Zeiten verweisen“. Immerhin hat „Vikings“ dafür ein paar militärgeschichtliche Aspekte dieser Ära vernünftig abgebildet. Doch machen wir uns nichts vor – „Vikings“ hat mit Geschichte so viel zu tun, wie Sepp Blatter mit unternehmerischer Transparenz.

„The Last Kingdom“ hält einer kritischen Überprüfung da deutlich besser stand, da es nicht nur den historisch-fiktiven Roman „Das letzte Königreich“ von Bernard Cornwell als ordentliche Quellenanhabe ins Feld führen kann, sondern seinen Fokus vor allem auf historische Persönlichkeiten und die politische Landkarte seiner Zeit richtet. Und hier hält die Serie zumindest einem Wikipedia-Vergleich in der Regel stand. Klarer Punkt für „The Last Kingdom“.

Ein Punkt für: The Last Kingdom

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Runde 6: Epik & Wikinger-Awesomeness

Scene-stealer … Rutger Hauer as the blind Ravn in The Last Kingdom

Beinharte Kerle, barbarisches Schlachtgetümmel, ruppiger Sex, heidnischer Hedonismus und zünftige Saufgelage – „Vikings“ ist ein blutiger Abenteuerspielplatz für Männer. Das will die Serie sein, das macht sie gut. Auch wenn „Vikings“ die Dramatiker unter uns immer wieder mit kleineren Intrigen bei der Stange hält, im Wesentlichen geht es hier um Action und einen fiktiven Lebensstil der Wikinger.

The Last Kingdom“ erzählt sich indes eher als ein historisch geerdetes „Game of Thrones“, das seine Sympathieträger auf clevere Weise in die Mühlen der Geschichte geraten lässt. Und die mahlen von der ersten Episode so erbarmungslos, dass wir binnen weniger Folgen Zeuge einer wahrlich epischen Erzählung werden.

„The Last Kingdom“ fühlt sich einfach gesagt größer und bedeutsamer an als „Vikings“. Zudem wirft die Serie auch ein erhellenderes Licht auf die Wikinger, da die Hauptfiguren zwischen den nordischen Kriegern und den Angelsachsen förmlich hin und her gerissen werden. Da man mit Figuren wie Ubba und Earl Ragnor (Peter Gantzler) zudem die schlichtweg geilsten Wikinger-Gesichter der letzten Jahre gefunden hat, geht dieser letzte und auch entscheidende Punkt ebenfalls an „The Last Kingdom“

Ein Punkt für: The Last Kingdom

 

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 UND DER GEWINNER IST:

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