World War Z: Eindrücke vom Preview - CGI-Zombies fluten die Zivilisation (noch keine Film-Kritik)

Peer Göbel

So fühlen sich also 15 Minuten Zombie-Apokalypse an. Der Preview zu World War Z zeigte drei atemlose Szenen mit flutenden Zombiemassen, von New York über Jerusalem bis im Flieger. Hier die ersten Eindrücke von Brad Pitts Z-Movie – eine echte Kritik kann erst folgen, wenn der ganze Film im Juni startet.

World War Z: Eindrücke vom Preview - CGI-Zombies fluten die Zivilisation (noch keine Film-Kritik)

Zombies sind im Mainstream angekommen. Nach der TV-Serie „The Walking Dead“, der RomCom „Warm Bodies“, Games-Erfolgen wie Resident Evil, dem Walking-Dead-Ausnahmespiel oder dem Casual-Hit „Plants vs Zombies“ ist es inzwischen kein Problem, das Zombie-Thema massenwirksam und glaubhaft in einen Hollywood-tauglichen Katastrophenfilm zu gießen. Genauso glaubhaft wie, sagen wir, den Klimawandel, Aliens oder einen auf die Erde zurasenden Asteroiden. Brad Pitts Produktionsfirma Plan B hatte sich vor Jahren die millionenschweren Rechte an dem Oral-History-Buch „World War Z“ von Max Brooks gesichert, und nach fünfzehn Minuten Ausschnitten aus dem fertigen Material fällt es noch schwer, in welche Richtung das Ergebnis zielen wird.

Im Grunde lieferte der 15-minütige Preview nun eine deutlich längere Version der beiden Trailer, beschränkte sich auf drei Szenen, von denen noch unklar ist, wie sie im fertigen Film (und seinem Handlungs-Inhalt) verbunden sein werden. Ausgangspunkt ist das Stau-Szenario in New York, das die Familie von Hauptfigur Gerry Lane (Brat Pitt) zum Ausbruch der Zombie-Pandemie zeigt. Der UN-Mitarbeiter kann offenbar mit Frau und beiden Töchtern entkommen und macht sich anschließend quer durch die Welt auf die Suche nach dem Patienten Nummer 1, der zum Zombie mutierte, in der Hoffnung, ein Gegenmittel zu finden.

Das zweite Szenario spielt in der Stadt Jerusalem, vor deren Toren die Zombies, durch Gesang angelockt, als untote Fleisch-Pyramide die Mauer überwinden und in die Stadt eindringen. Den Abschluss macht die aus dem Trailer bekannte Flugzeugszene, in der die nach Großbritannien fliegende Maschine nach und nach von Untoten überrannt wird, bis Gerry Lane eine Handgranate zündet und ein Loch in die Wand reißt.

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World War Z: Indien oder Russland? Hauptsache, Zombietalien

Alle drei Szenen bringen den Puls in die Höhe, sind abwechselnd mit wackeliger Handkamera und aus Helikopter-Perspektiven gefilmt. Atemlos trommelt Regisseur Marc Forster (Ein Quantum Trost, Drachenläufer, Stranger than Fiction) einen Bedrohungsrhythmus mit schieren Fluten von Zombies, die eher als tierische Rohmasse über die Straßen, Mauern und Autobusse gekippt werden. Dabei ist der Rahmen zum Teil sehr klassisch – der Familienausflug, der in ein Horrorszenario umkippt, Flucht aus New York, die klaustrophobische Flugzeug-Katastrophen-Einstellung – im Grunde alte Film-Geschichten.

Wie diese Szenen mit hoher Schlagzahl letztendlich in „World War Z“ zusammenhängen und eingebettet werden, davon wird auch ihre Stimmigkeit abhängen. Unwahrscheinlich ist, dass im gesamten Film diese Überforderung an Fluchtsituationen beibehalten wird. Spannend wird es sicher an den Stellen, wie zur Aufhebung des Nahostkonflikts (Israel öffnet die Tore für alle Flüchtlinge) gerade die israelische Mauer das Bollwerk gegen die Zombiehorden wird, wie die Menschheit noch organisiert ist, was überhaupt der Auslöser der Epidemie war, und ob es gelingt, das in eine runde Geschichte einzubetten.

Eine kleine Verwunderung erfasste die geladene Presse beim anschließend gezeigten 3D-Trailer. Wo sich Brad Pitt im Film-Preview nach Indien erkundigt, heißt es im deutschen (und übrigens auch im englischen) Trailer, Russland sei „ein schwarzes Loch“. Indien oder Russland, egal, Hauptsache Zombietalien.

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