Zorn der Titanen - Kinokritik - Beim Zeus, bringt mir Monster!

Martin Beck 3

Hat irgendjemand auf eine Fortsetzung zu „“ gewartet? Nein. Ist das den Produzenten egal, angesichts eines weltweiten Box Office-Ergebnisses von knapp 500 Millionen Dollar? Natürlich ja.

Zorn der Titanen“ spielt 10 Jahre nach „Kampf der Titanen“ und präsentiert Perseus (Sam Worthington) als einfachen Fischer. Dieser Zustand ändert sich, als Zeus (Liam Neeson) von Hades (Ralph Fiennes) und Ares (Edgar Ramirez) gefangen genommen wird, um mittels seiner Macht Kronos aus der Unterwelt zu befreien. Perseus sattelt Pegasus, schnappt sich den geilen Dreizack von Poseidon (Danny Huston) und fliegt in den monströsen Kampf.

Es gibt bei „Zorn der Titanen“ gleich mehrere gute Nachrichten, zumindest im direkten Vergleich mit „Kampf der Titanen“. Die wichtigste Meldung ist sicherlich, dass die Nachkonvertierung in 3D (jawohl, richtig gelesen – sie haben es NOCHMAL gebracht!?) diesmal wesentlich bessere Ergebnisse erzielt. Die Monster springen einen an, es fliegen Lavabrocken Richtung Augen und die Hintergründe sind tatsächlich als solche zu erkennen. 3D braucht große Bilder, und die sind hier definitiv anwesend.

Apropos Monster: Es gibt diesmal sogar Titanen! Viele Titanen. Wie z.B. wild um sich schlagende Makhai-Monster, Zyklopen oder –gleich am Anfang- ein fuchsteufelswildes zweiköpfiges Viech, das zusätzlich einen Schlangenhals sein eigen nennt. Und dann noch viele, viele weitere Kreaturen, die am Ende natürlich auch den ebenfalls fuchsteufelswilden Kronos umfassen – eine Art lebender Riesenvulkan, dessen konzeptionelle Heimat ganz klar bei „God of War“ liegt.

Der Hauptgrund für „Zorn der Titanen“ sind möglichst viele Kreaturen und CGI-Effekte, die fast ausnahmslos spektakuläre Größe und Wucht erreichen können. Wenn ein Film über griechische Götter im Trailer einen Marilyn Manson-Song anstimmt, ist ja eigentlich schon klar, dass die historische Mythologie hier lediglich ein Sprungbrett für dicke Action darstellt. Tatsächlich ist die Geschichte gar nicht mal so hauchdünn, doch wirkliche Tiefe oder gar Tragik kommt natürlich nie zum Zug – was aber kaum auffällt, weil das Spektakel der Effekte einfach richtig groß und laut ist.

Fazit
„Zorn der Titanen“ ist ein sattes Fantasy-Gewitter, das von seinen gut getricksten Schauwerten lebt und dahinter zumindest so viel Plot auffährt, dass die ganzen Monster nicht völlig nackt im pulpigen Rahmen stehen. Die namhaften Schauspieler freuen sich, dass ihre Aufgabe vorzugsweise im Fuchteln vor „green screens“ besteht, Rosamund Pikes frisch gefönte Locken unterstreichen äusserst glaubwürdig ihre Funktion als Kriegerkönigin Andromeda, der Sohnemann von Perseus (John Bell) darf das nächste Sequel einläuten und Regisseur Jonathan Liebesman steigert sich gegenüber „“. Was zumindest soweit machbar ist, als dass der ganze Krach nun auch mal kurze Pausen für vollständige Dialogsätze einlegt.

Eine griechische Tragödie als knallbunter 3D-Monster-Mash. „Zorn der Titanen“ verinnerlicht dieses Konzept und macht daraus ein bombastisches Multiplex-Gaudium. Alleine dieser heiße Dreizack, der bei göttlicher Berührung zu einer Art Lichtschwert ausfährt, verkörpert genau das, was man von diesem Film erwarten darf: Historisch verbürgte Helden im Kampf gegen coole Pixel. Beim Zeus, „Zorn der Titanen“ ist voll die knallige Götterspeise!

Wertung: 7/10

Regie: Jonathan Liebesman
Darsteller: Sam Worthington, Rosamund Pike, Ralph Fiennes, Liam Neeson
USA/2012
Start: 29.3.2012

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA FILM

  • DFB-Pokal: Auslosung im Live-Stream und TV – 1. Runde

    DFB-Pokal: Auslosung im Live-Stream und TV – 1. Runde

    Am heutigen Samstag, den 14. Juni 2019, geht es wieder los mit der Ziehung der Begegnungen im DFB-Pokal für die Saison 2019/20. Neben den Profi-Clubs der Bundesligen sind auch einige Amateurvereine vertreten. Bei uns erfahrt ihr, wo ihr die Übertragung der 1. Runde der DFB-Pokal-Auslosung im Live-Stream und Free-TV einschalten könnt.
    Robert Kägler
* Werbung