Neue Fighter braucht das Land: Saschas Fight Game Tutorial-Reihe startet mit: New Challenger No.1

Sascha Lillpopp

Deutschlands Fight Game Community ist vergleichsweise klein. Grund genug euch einen kleinen Leitfaden zu bieten und vielleicht den einen oder anderen in den Ring zu bekommen. Schließlich gehören Fighting-Games zu den beliebtesten und spannendsten des „e-Sports“. Also Mundschutz rein und Fäuste hoch!

Neue Fighter braucht das Land: Saschas Fight Game Tutorial-Reihe startet mit: New Challenger No.1

Wie in meinem Welcome-Post bereits angekündigt, starte ich hiermit eine kleine Artikel-Reihe als Einführung/Tutorial zum Thema Fighting-Games. Ziel ist es, Interessierten und Anfängern eine Starthilfe zu geben oder bei dem Einen oder Anderen das Interesse an Fighting-Games überhaupt erst zu wecken.

Ich selbst habe schon immer FGs gespielt, jedoch erst seit wenigen Jahren wirklich „ernst“ und kurz darauf kompetitiv.

Mich hat die Community einfach beeindruckt, zu sehen, mit was für einer Leidenschaft und Begeisterung Gamer und Zuschauer bei der Sache sind. Eine Atmosphäre, wie sie auf den Turnieren herrscht, kannte ich bis dato nur von „echten“ Sportevents.

Naja, was soll ich sagen, da hatte mich das Fieber gepackt! :)

Mit dem Hype im Nacken legte ich los und wurde sehr schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht. Obwohl: Niedergeschlagen trifft es eher.

Denn sobald man sich näher mit dem Ganzen auseinandersetzt, merkt man wie, schlecht und falsch man all die Jahre gespielt hat. Meinen bisherigen Spielstil nannte man „Button mashing“. Ich meine, natürlich wusste ich, was ich drücke (zumindest einigermaßen) und konnte auch diverse „Special Moves“, doch oft gewonnen hatte ich nur, weil ich meist gegen andere „Button masher“ spielte.

Als ich anfing, mich ernsthaft und professionell mit dem Thema zu beschäftigen, in den passenden Situationen das Richtige zu tun versuchte und kein „cheap play“ durch Special Gespamme mehr von mir gab, passierte vorerst nur das: Verlieren!

Gefolgt wurde das Ganze von Frustration und Bildschirm-Anschreien. Doch mit Restmotivation intus und gerade noch so einigermaßen kampftüchtig, erkannte ich in letzter Sekunde kurz vor Handtuchwurf eines:

fighting-game-lernkurve Die lange Lernkurve und das viele Verlieren zu Beginn, lässt so manchem die Lust am Genre vergehen

The cake is a lie!

Wer kennt nicht die Warnhinweise aus Portals Backstagebereich, die „GlaDOS“ entlarven sollten, und doch fallen wir Spiel für Spiel darauf rein. Was mir durch das Spielen von Fighting-Games klar wurde: Entwickler sind alle ein wenig „GlaDOS“.

Beim Spielen soll man sich gut fühlen als „Sieger“ und das vermittelt uns die Mehrzahl der heutigen Spiele. Dafür spielen wir und dafür sind Spiele gemacht. Sollen sie uns doch schließlich begeistern, aufmuntern und beschäftigen.

Um das zu erreichen, wirken viele Spiele härter, als sie sind. Man braucht nicht lange, um in Call of Duty und Co. seine erste krasse Aktion durchzuführen. Ein leichtes „Auto-Aim“, von dem man als Spieler nach Möglichkeit nichts mitbekommen soll, hilft uns dabei. Wie in fast jedem Game, sind wir der „Hardcore“-Soldat, bringen allein tausende Gegner zur Strecke. Oder der Ritter, der im Laufe eines Spiels gefühlt die komplette Ork-Rasse ausrottet.

Kaum jemand spielt, um zu verlieren, denn in der oft wenigen Freizeit wollen wir uns nicht wie ein Loser fühlen. Wir wollen entspannen, abschalten und Spaß haben.

Doch dieser Gedanke muss weg!

Denn in Fighting-Games geht es nicht um das „Fähigkeiten-Verbessern“ des Kämpfers, es geht um DEINE Fähigkeiten. Du selbst bist das, was du trainierst und verbesserst. Da ist kein Ziel und es gibt auf dem Weg keinerlei Hilfestellung. Der Weg selbst ist das Ziel!

Wenn du zu schlecht bist, kannst du nicht einfach ein wenig in den „Low-Leveln“ grinden, um deinen Character weiter zu pushen und schließlich mit Stärke 35 statt 28 das Ganze nochmal zu versuchen.

Das bedeutet, du wirst verlieren, verlieren und nochmals verlieren. Du trainierst, wirst besser und verlierst. Denn gut sein in Fighting Games ist Arbeit, harte Arbeit und diese sollte dir Spaß machen, auch wenn es absurd klingt.

Du lernst in jedem Kampf dazu, verfeinerst deinen Kampfstil und entwickelst im „Training“-Mode „Combos“ und Taktiken.

Gerade zu Beginn wird das Ganze keinen Spaß machen, sind wir doch zu verwöhnt von vorgefertigten, mundgerecht servierten und gescripteten Erfolgen.

Am Anfang ist jeder scheiße in Fighitng Games. Solltest Du zu Beginn gewonnen haben, bedeutet das nicht, dass das Du gut warst, sondern dein Gegner einfach nur noch schlechter.

Das Wichtigste ist, dass du lernen willst, besser zu werden (und viel Geduld hast).

What a feeling…

Als Erstes wählt ein Spiel aus! Wichtig ist, dass es euch gefällt und Spaß macht. Es gibt da keine „Dieses Game zu erst“-Regel. Ebenfalls solltet ihr wissen, dass es deutliche Unterschiede gibt. Fighting Game ist nicht gleich Fighting Game. Geht in eure nächste Videothek, leiht euch ein paar Titel aus und spielt! Bekommt ein Gefühl für das Spiel! Es muss sich (so bescheuert sich das auch anhört) gut anfühlen.

Ich selbst habe mit der bekanntesten Serie gestartet: Street Fighter, doch hatte ich riesige Probleme das Timing der Combos richtig zu erfassen. Games wie Mortal Kombat oder Tekken haben da das mir eher liegende System.

Zu Beginn habe ich das jedoch nicht gewusst und monatelang Capcoms Street Fighter gespielt, bevor ich durch Zufall zu Tekken kam. Als ich das dann spielte, ging meine persönliche Lernkurve sehr viel steiler nach oben.

Daher ist es wichtig, dass das gewählte Game das für euch richtige Feeling hat. Mein Vorteil war, dass ich Bock auf FGs allgemein hatte und daher ohne Probleme zu Tekken wechseln konnte.

Solltet ihr, aus welchem Grund auch immer, nur „DAS!“ eine Game spielen wollen, will ich euch das natürlich nicht ausreden. Ihr solltet aber wissen, dass euch ein anderes Game vielleicht mehr liegt und gerade am Anfang die bessere Wahl sein könnte.

Who´s your daddy

Habt ihr ein Game gefunden, das euch gefällt, steht als nächstes die Wahl des Kämpfers an. Hierbei müsst ihr erstmal nichts Besonderes beachten. Nehmt Einen, den ihr cool findet und spielt einfach einige Zeit. Lernt das System und macht euch mit den Specials und Extras vertraut.

Danach geht ihr alle Charaktere durch. Auch hier gilt wieder: Muss es nicht ausgerechnet “der!“ Kämpfer sein, kann es das Lernen ein wenig beschleunigen. Testet, wie beim Spiel selbst: Welcher Kämpfer „feels right“? Der Kämpfer, der euch liegt, ist nicht zwingend der, mit dem ihr die meisten Special-Moves hinbekommt oder sofort gut abschneidet, sondern der, der eurem Spielstil entspricht.

Seid ihr eher zurückhaltend, wählt einen „Zoning“-Charakter mit z.B. hoher Schlagreichweite um die „Stage“ zu kontrollieren oder seid ihr der schnelle „Hau-Drauf-Typ“? Dann entscheidet euch besser für einen „Rushdown“-Character.

Zugegeben, das ist etwas, was zu Beginn nicht ganz einfach zu erkennen ist. Aber Google hilft sicherlich beim Herausfinden der Typ-Arten  :) Ansonsten gehe ich auf Typ- und Begriffarten in späteren Episoden näher ein.

Get Ready, FIGHT!

Das soll es auch vorerst schon gewesen sein. Besorgt euch ein paar Fighting-Games und legt los! Findet eins, das ihr mögt und euch liegt! Nehmt den Kämpfer, der euch optisch zusagt und lernt das Spiel mit ihm genauer kennen!

Danach sucht den Kämpfer, der eurem Spiel-Stil entspricht. Auch mit ihm ist erst einmal Üben angesagt. Lernt die Moves, probiert euch in ersten Combos und lasst euch Online mal auf die Fresse hauen. Wiederholt dies einige Male und nächste Woche geht’s dann weiter.

Side Note:

Einen Blick wert ist in jedem Fall Tekken Revolution. Den sehr anfängerfreundlichen Free-to-Play Titel (1,99€ im DE-PSN Store) werde ich in zukünftigen Episoden für Beispiele benutzen. Dennoch wird das Ganze allgemein genug sein, um die Tipps bei allen Vertretern des Genres zu verwenden.

Nächste Ausgabe:

-          Explizitere Trainingstipps

-          Arcade-Sticks

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