Some like it, some hate it, I play it: Warum Multiplayer einen Blick wert sind

Sascha Lillpopp

Mit Batman: Arkham Origins bekommt eine weitere geniale Singleplayer-Serie einen Multiplayer implementiert. Fans befürchten, dass dies auf Kosten der SP-Erfahrung passiert. Doch das muss nicht sein, gibt es doch einige Positivbeispiele.

Zugegeben, der Trailer zum angekündigten Arkham-Multiplayer wirkt sehr actionlastig und mehr nach Shooter, als allem anderen. Doch als der Dunkle Ritter und sein Rotkehlchen auftauchten, sah das schon fast nach altbeliebtem Gameplay aus.

Die schnellen Schnitte des Trailers lassen das Ganze wahrscheinlich hektischer wirken, als es tatsächlich ist. Voreilig sollte man daher nicht sein und dem ganzen ein Chance geben. Das Potenzial ist da und andere Entwickler haben bereits gezeigt, dass und wie es geht.

Das Grundprinzip richtig portieren

Mit Assassins Creed: Brotherhood fand der Multiplayer seinen Weg in Ubisofts Meuchelmörder-Hit.  Die Reaktion der Fans war alles andere als positiv. Ubisoft jedoch hielt an der Idee fest und brachte uns ein noch nie dagewesenes Multiplayererlebnis.

Zwar ist nicht jeder vom „Online-Räuber und Gendarm“ überzeugt, doch schafften die Entwickler etwas ganz Essentielles. Sie haben das Singleplayergefühl fast 1 zu 1 in den Multiplayer übertragen. Wichtig hierbei war, dass die Macher den Focus auf die „Stealth“-Komponente des Spiels legten. Hätten sie das ohnehin schon mittelmäßige Combat-System eingebaut, wäre der MP mit ziemlicher Sicherheit gefloppt.

Mit sorgfältigem Blick sein Ziel in der Menge ausfindig machen,  unbemerkt ranschleichen, zuschlagen und dann wieder eins werden mit der Menschenmenge: Ich hab mich selten mehr wie ein Assassine gefühlt, als in Multiplayer-Matches. So gut, wie die KI im Singleplayer vielleicht sein mag, geht doch nichts über den Random-IQ der Online-Gegner.

Ob es ihr plötzliches Lossprinten ist, weil das Flüstern, welches die Nähe ihres Attentäters signalisiert, die Nervosität zu groß werden lässt oder man selbst ein Flüstern hört, während das eigene Ziel zum Greifen nah ist. Die Situationsvielfalt ist quasi grenzenlos und lässt jedes Match aufs Neue spannend werden.

Natürlich hat der Multiplayer in Assassins Creed: Brotherhood auch seine Macken. So sehr die Entwickler ein unauffälliges Vorgehen mit „Inkognito“-Bonus belohnen, gibt es immer wieder Spieler, die einfach drauf losrennen. Die sogenannten „Roofrunner“ kommen mit ihrem „Masse statt Klasse“-Prinzip zwar nicht weit, können aber durchaus eine ganze Spielsession zunichte machen. Denn befindet sich ein Ziel durchgehend auf den Dächern, ist man selbst gezwungen, diese zu betreten und das wiederrum gilt dann auch für den eigenen Verfolger. Ehe man sich versieht, findet man sich in einem Match, das aus einem einzigen „Rumgerenne“ besteht wieder.

Auch wenn der Single-Part von Assassins Creed mit Revelation seinen Tiefpunkt hatte, ist das nicht dem Multiplayer zuzuschreiben, arbeiteten schließlich zwei unterschiedliche Entwickler-Studios unabhängig voneinander am Single- und Multiplayer. Auch sind Zeit, Geld und Ressourcen für Ubisoft sicher kein großes Thema. Mit jedem neuen Titel gewinnt auch der Multiplayer-Part an Umfang und ist heute fester Bestandteil der Serie.

Im November erscheint AC 4: Black Flag und wird sich verstärkt mit den aus Teil 3 beliebten Schiffschlachten beschäftigen. Auch hier wird es wieder einen MP geben, der erstmalig die „Game Lab“ beinhaltet. Mit dieser kann man bestehende Game Modes mit über 100 Parametern nach seinen Wünschen anpassen.

Es sollte einfach nur Spaß machen

Anfang diesen Jahres erschien ein neuer „God of War“- Ableger. Mit dem Prequel GoW: Ascension wurde auch das göttliche Gemetzel um einen Multiplayer erweitert. Während sich Serien-Fans die Hände über den Kopf zusammenschlugen, weckten die ersten bewegten Bilder aus dem MP mein Interesse.

Überhaupt verstehe ich nicht, was so falsch daran ist, wenn sich ein talentiertes Entwicklerteam an eine Multiplayer-Version ihres Spiels wagt. Storytechnisch war GoW: Ascension definitiv der schwächste Ableger der Serie, doch finde ich persönlich Prequels selten gut gemacht. Es hat immer einen Hauch von „Uns sind die Ideen ausgegangen“. Also kann man nicht mit Sicherheit sagen, ob und wie viel besser der SP geworden wäre, hätten sie den MP weggelassen. Hinzu kommt die Tatsache, dass das Entwickler-Team sehr viel größer ist, als es noch zu God Of War 3-Zeiten war.

Ich denke, das Problem war das Fehlen vom Serien-Vater David Jaffe. In seinre Idee zu einem neuen God of War hätte man Kratos auf andere Mythologien losgelassen. Kratos vs. Thor, Odin und Loki klingt um Längen interessanter, als die Furien.

Doch unabhängig von Story und Singleplayer hat Sony Santa Monica mit dem Multiplayer gute Arbeit geleistet. Eine bessere Art und Weise, ein „Hack´n´Slay“-Prinzip Multiplayer-fähig zu machen, wüsste ich nicht.

Überhaupt gibt es, an sich abgesehen von kleinen Matchmaking-Problemen, kaum was zu bemängeln. Die Kratos angehauchten Gladiatoren spielen sich super. Das LVL-System ist langzeitmotivierend und bietet eine Vielzahl freischaltbarer Waffen und Rüstungssets. Diese wiederum können ebenfalls „gelevelt“ werden.

Mit der Vielzahl an Magie-Attacken, Spezial-Attacken für jede Waffe und bald sogar vier Waffenklassen ist das ganze extrem umfangreich. So ziemlich alles, was aus dem Singleplayer-Combat bekannt ist, findet man im MP wieder incl. Quick-Time-Events und „Finishern“. Abgerundet wird das Ganze von interaktiven Maps mit Zyklopen, Riesenskorpionen oder Medusa persönlich.

Derzeit arbeitet Sony Santa Monica am Next-Gen-Titel The Order 1886. Ein neuer GoW Ableger wird daher vorerst nicht erscheinen. Ewig werden wir jedoch sicher nicht auf ein Next-Gen God Of War warten müssen, der dann garantiert wieder einen Multiplayer beinhalten wird.

Back to Batman

Also, wie stehen die Chancen, dass Batman: Arkham Origins einen guten Multiplayer mit sich bringt? Ich war schon ein wenig enttäuscht, als ich hörte, dass „Rocksteady“ mit dem neuen Ableger nichts zu tun hat. Stattdessen kümmert sich Warner Bros. Montreal um den Titel. Ironischerweise handelt es sich auch hierbei um ein Prequel. Ich schätze, Rocksteady arbeitet derzeit an einen Next-Gen Batman-Ableger, der dann im nächsten Jahr erscheinen wird.

Doch einen Unterschied zu den vorherigen Titeln der Serie sieht man nicht. Im Zuge der E3 gab es ein erstes 20-minütiges SP-Gameplay Video zu sehen, das ganz nach dem uns bekannten „Arkham“ aussah.

Auch der Multiplayer hat ganz gute Voraussetzungen. Wie bei Assassins Creed kümmert sich ein separates Studio um die Entwicklung des Batman: Arkham Origins-Multiplayers. „Splash Damage“, die zuletzt Brink entwickelten. Brink ist zwar gefloppt, hatte aber durchaus Potential.

Der Batman Arkham Origins Trailer lässt zu Beginn wenig Platz für Hoffnung. Doch besteht die Chance, dass es ein Mix aus Shooter und Stealth wird. Während es zwei reine Third-Person-Shooter-Teams gibt, spielen zwei ein Team aus Batman und Robin, die wie im Singleplayer aus dem Hinterhalt zu attackieren scheinen.

Wenn man es richtig macht, könnte es bedeuten, dass sowohl Stealth- als auch Action-Fans gleichermaßen Spaß damit haben würden. So absurd ein Batman-Shooter auch klingt, wäre es sicher ähnlich wie bei Assassins Creed ein Fehler, das komplette „Free-Flow-Combat“-System im Multiplayer einzubauen. Zwei oder gar mehr Spieler, die sich als Batman, Nightwing und Copperhead im „KFM-Stil“ auf die Fresse hauen, klingt eher nach einer schlechten Beat´em Up-Idee. Vielleicht sollte man den Multiplayer in Batman Arkham Origins komplett separat betrachten und nicht versuchen, eine Verbindung zum SP aufzubauen. So könnte man vorurteilsfrei an das Ganze rangehen.

Ich werde mir vorerst weiter einreden, dass die Hoffnung zuletzt stirbt. Als Fan von Multiplayern und der Serie wünsche ich mir einfach, dass weder Waner Bros. Montreal, noch Splash Damage ihr Ding verkacken.

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