The Ultimativ Same Shit-Different Day Edition: Capcoms kostenpflichtige Patch-Politik

Sascha Lillpopp

Egal ob Marvel vs. Capcom, Street Fighter oder mittlerweile auch Soul Calibur und Dead or Alive. Capcom macht es vor und der Rest zieht nach: Kostenpflichtige Balancing-Patches und Full Price-Updates incl. Retail Version werden zum traurigen Fighting Genre Alltag.

The Ultimativ Same Shit-Different Day Edition: Capcoms kostenpflichtige Patch-Politik

Als Yoshinori Ono vor wenigen Wochen seine „Big“ Street Fighter News für die EVO 2013 ankündigte, war ich zugegeben schon ein wenig gehyped. Mit den Next-Gen Konsolen im Anmarsch war eine Next-Gen Street Fighter-Ankündigung durchaus denkbar. Schließlich fehlt für PS4 noch ein Fighter im Repertoire.

Unter Freunden machte ich noch Witze über eine weiteres Street Fighter 4-Update in Form von „Hyper Super Street Fighter 4 Arcade Edition 2014“. Als es Sonntag Nacht dann endlich soweit war, wurde mein Update-Witz traurige Realität. Traurig, weil der von vielen herbei gesehnte Balancing-Patch nur als Teil des kostenpflichtigen „Ultra-Releases“ ist.

Im Klartext: Wer nicht bezahlt, der spielt weiter die Unpatched-Version, ist abgeschnitten von Jenen, die sich das Update holen und kann ebenfalls vergessen für Turniere Up-to-date zu sein.

Kostenpflichtige Street Fighter-Updates trennen Spieler

Keine Frage, E-Sport-Pros hätten sich das Update ohnehin gekauft. Doch in Verbindung mit dem Balancing-Patch sind selbst diejenigen zum Kauf gezwungen, die null Interesse an zusätzlichen Kämpfern und „Game-Modes“ haben, aber einem ausgeglichenem Spiel oder einer gefüllten Online-Lobby nicht abgeneigt sind.

Mit Ultra Street Fighter 4 bringt Capcom nun die vierte Version des Spiels. Das Ganze wohlgemerkt innerhalb von nur fünf Jahren. Capcoms Street Fighter 4-Wiederveröffentlichungen ziehen sich quasi über die komplette Konsolengeneration hinweg. Der vielen verschiedenen kostenpflichtigen Updates wegen, verteilen sich Fans, Pros und Gelegenheitsprügler auf alle Versionen. Den Spielerzuwachs fördern geht anders!

street-fighter-version-kompatibilitaet Die verschiedenen Street Fighter 4-Versionen sind nicht miteinander kompatibel

Doch die mit jedem neuen Release schrumpfende Menge an Spieler pro Version scheint Capcom kalt zu lassen. Überhaupt leisteten sich die ungekrönten Genre Kings in den letzten Jahren genug um es neben EA selbst mal auf die „Worst Company“ nominierten Liste zu schaffen.

Egal ob das Veröffentlichen der Full-Price „Ultimativ-Version“ von Marvel vs. Capcom 3 gleich sechs Monate nach Release folgte, oder die Tatsache dass sich alle Street Fighter X Tekken-DLCs bereits auf der Disc befanden um vier Monate später für 20€ freigeschaltet zu werden. Eine dreiste Art DLC-Charaktere absichtlich vorzuenthalten, um Fans erneut zur Kasse zu bitten!

Immerhin spiegelte sich letztere Aktion deutlich in den Verkaufszahlen wieder und sorgte für eine aufgebrachte Fangemeinschaft. Mit dem bald erscheinendem Street Fighter 4 Ultra-Update folgen relativ simple Charakter-Portierungen vom Tekken Crossover. Lediglich ein noch unbekannter Kämpfer wird komplett neu sein und für ein wenig Arbeit beim Entwickler gesorgt haben.

Street Fighter und Co.: Kein DLC ist auch keine Lösung

Capcoms Re-re-re-releases sorgen für Inspiration bei den Konkurrenten. So bringt „Temco“ erstmalig in der Geschichte vom silikonlastigen Prügler Dead or Alive 5 ebenfalls eine Ultimativ-Edition raus. Positiv erwähnt werden sollte hier noch Namco Bandai mit ihrer Fighting-Reihe „Tekken“. Sie verzichteten auf jegliche DLCs und veröffentlichen von Beginn an eine große Menge an Kämpfer.

An sich ist mehr Content für die Spiele die man mag ganz klar willkommen. Doch wenn durch DLCs nur noch rege Online-Aktivität herrscht, sollte man sich vielleicht fragen, ob es nicht noch eine andere Möglichkeit gibt, mit Zusatzinhalten Geld zu verdienen. Eine die abgesehen von E-Sportlern niemanden zum Kauf nötigt.

Ein Beispiel aus einem anderen Genre sind die Map-Packs für Shooter. Zumindest bei weniger beliebten Vertretern des Genres ist es oft schwer auf den Zusatzkarten Spieler zu finden, wodurch sich auch hier die aktive Spielermenge splittet.

In Max Payne 3 beispielsweise habe ich, obwohl es sich um einen „Rockstar Games“-Titel handelt, abgesehen vom DLC Release-Tag, nie mehr ein Match auf den Zusatzkarten finden können. Gleiches galt für „Brink“ und Konsorten.

Doch auch DLC-Entwicklung kostet Geld. Und Wohltätigkeitsvereine sind Publisher bekanntlich nicht. Also, wie kann man Geld verdienen ohne Käufer und Nichtkäufer voneinander zu trennen?

Patch-Politik bei NetherRealm Studios: Mit gutem Beispiel voran

Die in meinen Augen beste Lösung haben die Mädels und Jungs von NetherRealm Studios. Die Mortal Kombat- und Injustice: Gods Among Us-Entwickler veröffentlichen regelmäßig Charakter-DLCs. Im Zuge eines jeden DLCs wird (sofern nötig) ein Balance-Patch hinzugefügt. Dieser ist für jeden, der Online spielen will nicht nur Pflicht, sondern auch kostenlos. Damit man sich jedoch als nicht DLC-Besitzer auch mit den Neuzugängen messen kann, steht zeitgleich mit dem kostenpflichtigen Zusatzinhalten ein kostenloses „Kompatibilitäts-Pack“ zum Download bereit. Als kleines Extra enthalten diese (wie auch die DLCs selbst) ein neues Outfit für jeweils einen Kämpfer aus dem Hauptspiel. Somit bleibt die Menge an potentiellen Herausforderern gleich.

Entscheidet man sich trotz alledem gegen den Download des „Kompatibilitäts-Pack“ oder hat von alldem nichts mitbekommen, informiert eine kurze Message beim Betreten des Onlineparts über die Existenz der kostenlosen Extras.

Being up to date ist somit keine Frage des Geldes und die beste Lösung für den Gamer. Online-Lobbys bleiben gefüllt und Spieler denen vielleicht das nötige Kleingeld sind auch nicht benachteiligt.

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