Google Glass: API zur Gesichtserkennung unterwegs

Amir Tamannai

Nicht nur Porno-Apps werden ihren Weg auf Google Glass finden, ebenso nahe liegend ist eine Gesichtserkennung mit anhängender Datenbank für die „Cyberbrille“. Das Startup Lambda Labs will in Kürze eine Portierung seiner entsprechenden API veröffentlichen.

Wir erinnern uns an einen Werbespot aus den 90er-Jahren, in dem einem Herrn mittleren Alters partout der Name eines Bekannten nicht mehr einfallen wollte, dem er gerade begegnete: „Ach, hallo Herr …“ (war das Voltax?). Mit Google Glass wäre das nicht passiert. Denn das Unternehmen Lambda Labs aus San Francisco arbeitet daran, seine bereits existierende API zur Gesichtserkennung für Google Glass zu portieren. Damit könnte sich der geneigte Brillen-Nutzer zukünftig Personen im Visier also einfach durch das HUD mit einem Namen versehen anzeigen lassen.

Bevor Datenschützer jetzt aufschreien und Tech-affine Glass-Jünger allzu sehr frohlocken: Das Ganze kommt mit zwei großen Einschränkungen. Zum einen wird eine Gesichtserkennung und das etwaige Taggen der Inhalte nicht in Echtzeit funktionieren, was an Googles Mirror API liegt. Die unterbindet das Streamen von mit Glass aufgenommenen Bildern an die Server der Entwickler, sondern erlaubt lediglich den Versand von Schnappschüssen. Im Fazit bedeutet das also, dass eine Anfrage zur Erkennung einer Person via Foto an die Server von Lambda gesendet wird und kurze Zeit später mit dem Ergebnis an den Nutzer zurückgeht.

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Zweite, wichtigere Einschränkung: Zur Suche wird nicht etwa Google+ oder gar das gesamte Netz nach Personendaten herangezogen, sondern lediglich die Datenbank der Lambda Labs durchsucht; und in der finden sich nur Bilder von Promis und bekannten Sehenswürdigkeiten.

Gesichtserkennung-Glass-Lambda-Labs

Dennoch bleibt eine Datenschutz-Gefahr bestehen: So wie wir die Webseite der Lambda Labs verstehen, wäre es Drittnutzern des Dienstes durchaus möglich, eigene Datensätze mit zu erkennenden Gesichtern anzulegen — und wo die sich dann hinsichtlich der Personendaten bedienen, kann nicht abgeschätzt werden.

Und so erkennt auch Lambda Mitbegründer Stephen Balaban die potenzielle Gefahr — vor allem für seine Glass-API —, wenn er sagt (Übersetzung von uns): „Das Risiko, dass Google die Glass-Nutzungsbedingungen dahingehend ändert, dass wir diese Funktionalität nicht mehr anbieten dürfen, besteht natürlich. Es handelt sich um das allererste Kit zur Gesichtserkennung für Glass, insofern können wir nicht abschätzen, wie Google oder der Ausschuss für Privatsphäre des US-Kongress darauf reagieren werden.“

Was sagt ihr zu einer Gesichtserkennnung mit Google Glass — gruselige Zukunftsvision oder praktisches Feature, für das solche Technologien schließlich erfunden wurden?

Lambda Labs [via TechCrunch]

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