Google Glass: Mit Swarm! durch Schwarmintelligenz reale Probleme lösen

Steffen Pochanke 1

Crowdsourcing, die Übertragung von Teilaufgaben an eine Masse von freiwilligen Nutzern, die zusammen eine große Aufgabe bearbeitet, ist eine der großen Möglichkeiten des Internets. Ohne die freiwillige Zusammenarbeit vieler Menschen wären Angebote wie Wikipedia und foldit nie erfolgreich geworden. 

Daniel Estrada von der University of Illinois und Jonathan Lawhead von der Columbia University in New York haben sich zum Ziel gesetzt, Crouwdsourcing in Form eines Augmented-Reality-Spiels auf Google Glass zu bringen.

Die geplante App hört auf den Namen „Swarm!“ und versetzt den Spieler in die Rolle einer Ameise in einer Kolonie. Ähnlich der Pheromonspur echter Ameisen kann der Spieler auf einer Karte erkennen, welche Wege andere Spieler in der Realität gegangen sind. Nur, wenn immer wieder neue Spieler die gleichen Wege gehen und ihre Wege sich nicht kreuzen, bleiben diese auch dauerhaft bestehen und für Spieler erkennbar. Ziel des Spieles ist es, die eigene Kolonie zu stärken und wachsen zu lassen.

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Realitätsbezogener als Ingress

Ingress.
Im Gegensatz zu Spielen wie Ingress hat Swarm! durchaus die Ambition, Probleme und Aufgaben der realen Welt zu lösen. Um notwendige virtuelle Ressourcen für die eigene Kolonie zu erhalten, sollen Spieler Aufgaben erfüllen, die für eine Masse von Personen leicht zu lösen sind, während sie einzelne vor große Probleme stellen. Als Beispiel angeführt wird, dass Entwickler die Nutzer alle Steckdosen eines Flughafens lokalisieren und fotografieren lassen, um eine Karte daraus zu erstellen, die im Nachhinein von jedem genutzt werden kann.

Es gebe viele weitere Möglichkeiten, um die Intelligenz vieler Nutzer möglichst gut zu nutzen, so Lawhead:

  • Finden effizientester Pfade von Ort A nach Ort B
  • Tracking von Wanderpfaden, um Orte mit hohem Instandhaltungsbedarf zu indentifizieren
  • Optimierung von Transportsystemen durch Informationen darüber, wann und wo Menschen unterwegs sind
  • und viel mehr

Aus der Hosentasche in die Welt

Natürlich sind diese Ideen nicht gerade neu, auch nicht im mobilen Bereich. Es gibt bereits Apps wie Streetspotr, über die Nutzer durch Erfüllung sogenannter Mikro-Jobs (Ein paar Fotos schießen oder eine Frage über einen Ort beantworten) kleine Geldbeträge verdienen können. Man könnte sich Swarm! also als eine Art Mischung aus Ingress und Streetspotr vorstellen.

Streetspotr.
Laut Lawhead und Estrada mache Google Glass das Crowdsourcing-Konzept für mobile Geräte aber leichter zu realisieren, als es bisher mit Smartphones der Fall war. Glass „bringe die Technologie aus unseren Taschen in die Welt“.

Aktuell sammeln Estrada und Lawhead Geldmittel und planen einen funktionierenden Prototypen von Swarm! Ende des Jahres vorzustellen.

Quelle: newsscientist

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