OpenGlass: Wie Google Glass Sehbehinderten helfen kann

Kamal Nicholas

Die Google Glass könnte in Zukunft nicht nur Sehenden eine Erweiterung des Gesehenen bieten, sondern dank des Projektes OpenGlass auch Sehbehinderten und Blinden dabei helfen, sich zukünftig besser zurecht zu finden.

Die Google Glass ist wohl wie kaum eine andere Konsumenten-Technologie dazu in der Lage, die Meinungen der Menschen zu spalten. Von den einen bisher als eine der interessantesten Innovationen der letzten Jahre angesehen, befürchten andere durch die Google Glass einen großen Eingriff in die Privatsphäre und dadurch eine Gefahr.

Das Projekt OpenGlass der beiden amerikanischen Doktoranden Brandyn White und Andrew Miller allerdings dürfte eigentlich niemanden zu Kritik veranlassen, denn bei dieser Initiative geht es darum, Menschen mit Sehbehinderung durch die Funktionen der Google Glass zu helfen und ihnen so den Alltag zu erleichtern. Vorausgesetzt ist dabei allerdings, dass auch andere Menschen das Projekt mit ihrem Einsatz unterstützen. Es geht letzten Endes also nicht nur darum, dass eine Maschine Menschen hilft, sondern auch um Zwischenmenschlichkeit.

Testing OpenGlass with Visually Impaired Users.
OpenGlass besteht derzeit aus zwei verschiedenen Anwendungen, die beide etwas unterschiedlich funktionieren. Die erste Anwendern hört auf den Namen „Question Answering“ und ermöglicht es, dem Brillenträger einen „gesehenen“ Gegenstand aufzunehmen und zu fragen, um was es sich dabei handelt. Das Bild und die dazugehörige Frage werden dann z.B. über Twitter oder Amazons Mechanical Turk geteilt, um daraufhin einer großen Community zugänglich gemacht werden zu können. Wenn dann jemand aus der Community eine Antwort erstellt, wird diese per Sprachausgabe an den Träger der Brille übertragen.

Die zweite Anwendung hört auf den Namen „Memento“ und geht einen erheblichen Schritt weiter. Statt eines Bildes wird hier das gesehen Video an einen Datenbank übertragen, wo ein Bildervergleich mit bereits vorliegenden Aufnahmen gemacht wird. Diese Aufnahmen werden im Vorfeld von sehenden Menschen mit Google Glass gemacht und mit gesprochenen Bemerkungen aufgezeichnet. Ein Sehbehinderter kann dann bei Betrachtung des gleichen Umfeldes diese Hinweise abrufen und sich so besser orientieren.

Die beiden sehbehinderten Personen im Video haben sich laut der beiden Forscher vorher noch nie mit der Google Glass auseinandergesetzt und diese für das Video eine Stunde lang getestet.

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