Intel „kopiert“ Apples Lightning: USB 3.1 mit neuem Stecker und Buchse

Sven Kaulfuss 34

Erstmals zeigt Intel auf dem IDF in China gerenderte Abbildungen des neuen Typ C für USB 3.1. Stecker und Buchsen ähneln optisch und zum Teil auch technologisch Apples Lightning-Anschluss. Für Thunderbolt indes wird die Luft immer dünner.

USB 3.1 Typ C: Inspired by Apple

USB 3.1 nimmt Fahrt auf. In China präsentierte Intel Neuigkeiten zum kommenden USB-Standard. Die Erweiterung von USB 3.0 verdoppelt nicht nur die Geschwindigkeit (von 5 GBit/s auf 10 GBit/s), sondern bietet ferner weitere Neuerungen – darunter einen taufrischen Anschluss, genannt Typ C. Das Design erinnert stark an Apples Lightning-Port. Sehr kompakt (leicht kleiner als der bisherige Typ Micro-B), abgerundete Ecken und die Möglichkeit, den Stecker in jeder Ausrichtung zu nutzen. Meint: Es gibt kein oben oder unten mehr, die Verbindung soll so besonders leicht und komfortabel sein – genau wie beim Lightning-Anschluss von iPhone, iPad und iPod.

So richtig notwendig ist Typ C für USB 3.1 übrigens nicht, denn auch bisherige Kabel sollen weiterverwendet werden können. Allerdings dürfte die Miniaturisierung vor allem sinnvoll bei Smartphones und Tablets sein, wenngleich nichts dagegen spricht, entsprechende Typ-C-Buchsen auch in Notebooks und Desktops zu verbauen.

Hohe Stromstärken und Videofunktionen von USB 3.1

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Ebenfalls neu in USB 3.1: Power Delivery. Gemeint ist hier das Aufladen mit hohen Stromstärken. Zukünftig könnten vielleicht sogar Notebooks darüber geladen werden. Gleichfalls unterstützt der neue Typ-C-Stecker den USB-AV-Standard. Dabei werden Videosignale und Strom über ein Kabel übertragen. Laut Intel gelingt dies auch mit einer Auflösung von bis zu 4K – allerdings mit maximal 30 FPS (Bilder pro Sekunde) und ohne Unterstützung des HDCP-Kopierschutzes.

USB 3.1: Hat Thunderbolt noch eine Zukunft?

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Halten wir fest: USB 3.1 gewinnt an Geschwindigkeit und Funktion. Bleibt da noch Platz für den von Intel und Apple gemeinsam entwickelten Thunderbolt-Standard? Mit Thunderbolt 2 (20 GBit/s) verschafft sich dieser zwar einen kleinen Vorsprung und ist dank PCIe-Integration noch universeller, allerdings blieb Thunderbolt bis heute der große Erfolg verwehrt. Nicht zuletzt dürfte dies auch an den wesentlich höheren Preisen im Vergleich zu USB 3.0 liegen. Eine Diskrepanz, die sich mit USB 3.1 voraussichtlich noch verstärken wird.

Des Weiteren fragen wir uns: Wird Apple USB 3.1 zukünftig in Macs verwenden? Schon beim aktuellen Standard USB 3.0 ließ Apple sich viel Zeit und führte die Schnittstelle erst ab Mitte 2012 ein. Die bis dato geltende Zurückhaltung sorgte für Unmut bei nicht wenigen Kunden – Thunderbolt war aufgrund des Preisgefüges für viele keine Alternative. Begeht Apple den selben Fehler noch einmal oder wird man stattdessen zu den Ersten gehören, die USB 3.1 integrieren?

Quelle: Intel

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