Hey Apple, Samsung und Konsorten: Gebt uns komplett kabellose Smartphones!

Sven Kaulfuss 13

Smartphones und Tablets – ob iPhones, iPads oder aber solche mit Android befeuert – sind robuste Elektronikspielzeuge, entsprechend gering sollte der Verschleiß sein. Sollte … in der Praxis entpuppt sich die Konstruktion im Nachhinein oft als Stolperstein.

Hey Apple, Samsung und Konsorten: Gebt uns komplett kabellose Smartphones!

Die meisten Schäden an den Geräten werden wohl noch immer vom Verbraucher selbst verursacht, immerhin zwingt der Hersteller den Kunden ja nicht sein Gerät fallen zu lassen, um so einen Displaybruch in Kauf nehmen zu müssen. Beim Smartphone-Akku scheiden sich schon die Geister. Der Verschleiß, also die mit der Zeit schwindende Kapazität, ist ein Resultat der geltenden Naturgesetze und nicht sonderlich kritikwürdig. Explodierende Batterien hingegen dürfen gerne in der Verantwortung der Hersteller verortet werden.

Zeitbombe Lade-Port: Lightning und USB verschleißen

Abseits davon tickt in all diesen Geräten eine bisher wenig beachtete Zeitbombe: Der Daten- beziehungsweise Ladeanschluss! Beim iPhone als Lightning bekannt, der Wettbewerb setzt hingegen auf Micro-USB oder neuerdings auch USB-C. Ich sage voraus: Diese kleine Buchse wird auch bei euch den Geist aufgeben. Die Frage ist nicht ob, sondern wann. Diese schmerzliche Lektion musste ich kürzlich lernen. Lasst euch erzählen …

Ende 2014 erwarb ich für meine beiden liebsten Frauen (Mama und Freundin) jeweils eines dieser . Die Geschenke wurden voller Freude angenommen und täglich genutzt. Mir selbst gefiel die andersartige Konstruktion, die mit dem iPad verglichen durch eine Eigenständigkeit und einem leistungsfähigen Akku, in Form einer praktischen Griffleiste, auftrumpfen konnte. Am Ende sprach dann auch noch der günstige Preis für die Geräte. Was meinen beiden „Weibsbildern“ weniger gefiel? Kurz nach Garantieende zeigte der Micro-USB-Anschluss Abnutzungserscheinungen.

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Für einen erfolgreichen Ladevorgang musste das Kabel fortan genau justiert und in Frieden gelassen werden. Denn jedwede Kontaktaufnahme währenddessen quittierten die kleinen Mistdinger mit einer Unterbrechung des Ladeprozesses. Dieser Zustand verschlechterte sich über Wochen und Monate zunehmend, so dass das Aufladen des Akkus am Ende nur noch reine Glückssache war, beim Yoga meiner Freundin sogar gänzlich entfiel – das Tablet, ein Fall für die Tonne. Ergo: Der Micro-USB-Anschluss ist weitaus weniger robust ins Gehäuse gefasst und unterliegt mit der Zeit einem Verschleißprozess. Ärgerlich, vor allem wenn man die kurze Nutzungsphase bedenkt.

Praxisfall iPhone: Immerhin, länger durchgehalten

Mit Apple kann mir dies aber nicht passieren, dachte ich damals noch zuversichtlich – ich armer Tor. Denn auch mich ereilt nun dieses Schicksal – ein iPhone, dessen Ligtning-Anschluss „rumzickt“. Möchte ich den kleinen Schatz laden, muss ich nun vorsichtig und mit Bedacht das Ladekabel einführen und darf mich nicht zu ruckartigen Bewegungen verleiten lassen. Andernfalls wird der Ladeprozess unterbrochen, dies stellt man gerne auch erst am nächsten Morgen fest, dann wenn der Akku tatsächlich ent- aber nicht geladen wurde. Auch hier gerät die Findung der korrekten „Ladeposition“ zur Glückssache. Es ist, als würde man versuchen, den „G-Punkt“ seines iPhone-Schatzes zu finden. War man erfolgreich, ertönt auch hier ein leises Stöhnen, sprich der typische Ladeton des iPhones erschallt im Raum mit seiner ganzen Kraft.

Der Unterschied zu den Lenovo-Tablets? Mein iPhone ist ein iPhone 5 und bereits fünf Jahre alt. Zwar ist auch hier der Verschleiß des Lightning-Anschluss ärgerlich, nach so langer Nutzungszeit aber immerhin etwas entschuldbar. Nebenbei: Der perfekte „Vorwand“ dann doch mal ein neues Apple-Smartphone zu erwerben.

Dennoch, es gilt: Dort wo mechanische Kräfte sinnvoll walten, wird sich in Zukunft der Verschleiß entfalten. Willst du dies nicht weiter hinnehmen, musst du frühzeitig die Physik bezähmen. Nun lese fleißig diese Tipps und schon ist das Problem gefixt.

  • Tipp Numero uno: Der wichtigste Tipp und die Lehre aus dem eigenen Tun – ladet ihr euer Smartphone oder Tablet auf, dann lasst es einfach liegen, bis der Ladeprozess abgeschlossen ist. Versucht nicht, es gleichzeitig zu benutzen. Die mechanischen Kräfte, die über das Kabel auf den Ligthning- oder USB-Port dann wirken, werden dem Anschluss mit der Zeit schaden – glaubt mir.
  • Tipp Numero due: Wenn möglich, nutze kabellose Optionen des Ladens. Dies gelingt mit den neuesten iPhones (iPhone 8, iPhone X), als auch mit vielen Top-Smartphones aus dem Android-Sektor (Samsung Galaxy S8 und Co.). Einfach eine erwerben und das beste Stück – also das Smartphone – darauf drapieren. Wer basteln will, für den gibt’s auch passende Ladespulen für ältere Smartphones, um diese fürs kabellose Laden tauglich zu machen.
  • Tipp Numero tre: Der MagSafe-Anschluss fürs Smartphone! Vor Jahren präsentierte Apple mit dem magnetischen MagSafe-Anschluss ein Bravourstück bei den Notebooks. Das Ladekabel wurde nicht mehr gesteckt, sondern dockte wie von Geisterhand einfach an. Wer über das Kabel stürzte zog das MacBook so nicht mehr in den Tod, sondern das Kabel löste sich einfach. Dieses Prinzip machen sich auch findige Zubehörhersteller zunutze und bieten und an. In der Praxis gelingt dies recht gut, allerdings wird das Kabel bei gleichzeitiger Benutzung des Smartphones sehr leicht gekappt und der Ladevorgang unterbrochen. Apropos: Ein ausführlicher Erfahrungsbericht zu einem dieser Adapter folgt dieser Tage von mir.
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Die Apple-Produkte der Zukunft: Vom iPhone X Plus hin zur VR-Brille.

In Zukunft: Komplett kabellose Smartphones?

Nach dieser gemeisterten Lernkurve verstehe ich Apple immer besser im Bemühen um ein wirklich kabelloses iPhone. Der gestrichene Kopfhöreranschluss beim iPhone 7 im letzten Jahr war sicherlich nur der Anfang, die Unterstützung des Qi-Standards in iPhone 8 und iPhone X nur folgerichtig. Nicht mehr lange und die Nachfahren des iPhone X werden vielleicht auch den Lightning-Anschluss komplett hinter sich lassen. Datenaustausch und Synchronisation erfolgen ja eh meist schon kabellos und über die Cloud. Eigentlich ist die Entwicklung und Forderung hin zum komplett kabellosen Smartphone nur sinnvoll, was denkt ihr?

Was sind eure Erfahrungen mit Lightning, Micro-USB, USB-C am Smartphone und Tablet?

Vielen Dank an die Leser für die Teilnahme an der kurzen Umfrage.

Anmerkung: Die in diesem Artikel ausgedrückten Ansichten und Meinungen sind die des Autors und stellen nicht zwingend den Standpunkt der GIGA-Redaktion dar.

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