iPad Pro & Pencil: Darum könnten Apple die Kunden „stiften“ gehen (Kommentar)

Sven Kaulfuss 10

Es gibt mannigfaltige Gründe für den Kauf eines iPad Pros. Insbesondere der kreative Einsatz des druck- und neigungssensitiven Eingabestiftes (Apple Pencil) unterscheidet das große Tablet vom Rest der Bande. Dumm nur: Niemand kann ihn im Moment kaufen!

iPad Pro & Pencil: Darum könnten Apple die Kunden „stiften“ gehen (Kommentar)

Bei der Vorstellung des iPad Pros räumte der Hersteller dem Apple Pencil mächtig Raum ein. Ebenso wurde Apple nicht müde, diese eindrucksvolle und sinnvolle Kombination aus Tablet und Stift im Vorfeld des Verkaufsstarts an befreundete Partnerfirmen (Disney / Pixar) zur „Probe“ zu verteilen – auch wir berichteten mit dem für Apple erhofften, positiven PR-Effekt. Trotz des verhältnismäßig hohen Preises von 109 Euro* hätte man in Cupertino also durchaus mit einer erfreulich hohen Nachfrage rechnen können. Dessen ungeachtet konnte und kann Apple den „Stift der Stifte“ nicht wirklich liefern.

Warum ein iPad Pro?

Apple Pencil: Wartezeiten steigen

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Am Tag des Vorbestellstarts sollte man noch ein bis zwei Wochen auf eine Lieferung warten. Aktuell müssen Besteller mit vier bis fünf Wochen rechnen. Wohlgemerkt direkt bei Apple im Webshop. Händler müssen wahrscheinlich noch länger auf ihre Lieferung warten – sagt mir mein untrügliches Bauchgefühl und meine jahrelange Erfahrung als Produktmanager bei einem nicht ganz kleinen, autorisierten Apple-Händler. Und vor Ort in den Apple Retail Stores? Laut Apple ist die Lage angespannt, aber immer wieder sollen ab und zu Apple Pencils geliefert werden.

Apple Pencil kaufen *

Auf das iPad Pro selbst muss man hingegen je nach Ausstattung gegenwärtig nur maximal zwischen fünf und sieben Tagen warten. Unterm Strich: Eine sehr unbefriedigende und unglückliche Situation.

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AirPods ziemlich „angespitzt“: Apple Pencil Sharpener schenkt uns ein Lächeln.

Im „Schwarzmarkt“ mit 100% Aufschlag: Verkauf weit über Neupreis!

Im Ergebnis freut sich der „Schwarzmarkt“. Bei eBay muss man für den Apple Pencil schon mal weit über 200 Euro berappen. Ob der Verkäufer den Stift tatsächlich schon hat oder aber nur eine eigene Vorbestellung veräußert, bleibt dabei manchmal unbeantwortet, oftmals ist es aber tatsächlich nur eine Bestellung, die verkauft wird.

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iPad Pro: Absatzgefahr in der Startphase

Ernsthaft: Apple torpediert damit die Absatzchancen seines iPad Pros in der entscheidenden Startphase eines solchen neuen Produktes. Zwar ist der „normale“ Apple-Kunde längere Lieferfristen durchaus gewohnt, der etwaige Neukunde und Apple-Frischling jedoch nicht. Der springt dann unter Umständen gleich ab und kauft erst gar nicht das iPad Pro, denn ohne jenen Pencil fehlt oftmals der eigentliche Sinn. Genau aus dieser wichtigen Kundenmasse gewinnt Apple übrigens am Ende auch sein eigentliches Wachstum.

Sehr unglücklich und eigentlich vermeidbar. Wir kennen nicht die Ursachen für die Beschaffungsprobleme, Apple sollte diese aber schnellstmöglich im eigenen Interesse beheben. Beim iPhone 6s hat man es doch dieses Jahr auch wunderbar geschafft, warum dann nicht auch bei einem solchen, technisch recht überschaubaren Zubehörprodukt?

PS: Selbiges gilt übrigens für das gleichfalls „sehr gut lieferbare“ Smart Keyboard. Hier muss Apple aber vorher erst noch ein für hiesige Landschaften geeignetes Tastatur-Layout basteln. War ja nicht abzusehen, dass deutsche Kunden tatsächlich QWERTZ statt QWERTY bevorzugen ;-).

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