Apple-TV-Siri-Feature „Was hat er gesagt?“ beschert Apple Patentklage

Florian Matthey 1

Wenn der Apple-TV-Benutzer in einem Film etwas nicht versteht, muss er Siri dies nur mitteilen: Die Software springt dann zurück und schaltet kurz die Untertitel ein. Ein Unternehmen meint, dass Apple diese Idee geklaut hat.

Apple-TV-Siri-Feature „Was hat er gesagt?“ beschert Apple Patentklage

Das Unternehmen CustomPlay aus Florida hat Apple gestern wegen einer mutmaßlichen Patentverletzung verklagt. Tatsächlich hält der CustomPlay-Inhaber Max Abecassis ein Patent, das eine Idee beschreibt, die dem Apple-TV-Feature entspricht: Es geht um einen „WHAT?“-Knopf auf einer Fernbedienung, den der Benutzer dann drücken kann, wenn er etwas in einem Film nicht verstanden hat. Die Software springt dann einige Sekunden zurück und schaltet die Untertitel ein, die dann wieder verschwinden, wenn der Film wieder den Punkt erreicht, an dem der Benutzer den Knopf gedrückt hat. Das Patent hatte Abecassis schon im Jahr 1998 eingereicht, das US-Patent- und -Markenamt hat es ihm im Jahr 2002 zugesprochen.

Der einzige Unterschied zum Apple-TV-Feature ist, dass dieses ohne einen eigenen Knopf, sondern mit Siri, also mit Spracherkennung arbeitet. Allerdings beschreibt Abecassis‘ Patent auch die Möglichkeit „anderer Mittel“ als das eines Knopfs. Sein Unternehmen CustomPlay bewirbt auf der eigenen Website auch eine App namens One Screen, die eine entsprechende Funktion bietet – allerdings ist diese noch nicht erhältlich.

Bedienung des Apple TV mit Siri Remote.

Nun besteht natürlich die Möglichkeit, dass Apple unabhängig von Abecassis dieselbe Idee hatte. Allerdings verweist der Unternehmen auch darauf, dass er Apple schon im Jahr 2014 – also ein Jahr vor der Präsentation des aktuellen Apple TV – bezüglich einer möglichen Kooperation kontaktiert habe. Hierfür hat er offenbar Briefe an Apple-CEO Tim Cook und drei iTunes-Manager geschickt. Natürlich ist auch damit nicht bewiesen, dass Apple die Idee „geklaut“ hat. Um eine Patentverletzung könnte es sich aber trotzdem handeln – und Apple wäre durch die frühzeitige Kontaktaufnahme auch der Vorwurf eines Verschuldens zu machen.

Wie die Streitigkeit letztendlich ausgehen wird, bleibt abzuwarten. Denkbar ist eine außergerichtliche Einigung zwischen den Parteien. Angesichts des Erfolgs von Apple-Geräten können Inhaber geistigen Eigentums dann, wenn sie eine Verletzung nachweisen, aber sehr hohe Summen erzielen: Erst kürzlich verurteilte ein US-Gericht Apple zu einer Zahlung von 506 Millionen US-Dollar an die Universität von Wisconsin. Allerdings ging es da um Apples A7- und A8-Chips, die vor allem in iPhones und iPads zum Einsatz kommen – mit denen Apple also deutlich mehr Geld verdient als nur mit dem Apple TV.

Quelle: via Mac Rumors

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