Fairphone 2: Zweites Smartphone (fast) ohne Ausbeutung angekündigt, Bauteile austauschbar

Rafael Thiel 4

Das eigene Smartphone ist vieles: ein nützliches Gadget, ein alltäglicher Begleiter – und leider in den meisten Fällen auch das Produkt von Ausbeutung in Entwicklungs- und Schwellenländern. Vor zwei Jahren haben niederländische Philanthropen ein Sozialunternehmen namens Fairphone gegründet, um ein unter fairen Bedingungen hergestelltes Smartphone herauszubringen. Das Konzept ging auf und so steht diesen Sommer sogar schon der Nachfolger an, die Spezifikationen sowie der Preis des Fairphone 2 wurden schon jetzt bekanntgegeben.

Im Kongo herrscht Krieg, und das schon seit Jahren – die Welt interessiert das kaum, denn das verarmte Land beherbergt für Verbraucherelektronik unerlässliche Bodenschätze. Die vor Ort abgebauten Mineralien finanzieren den dortigen Bürgerkrieg. Dieses ethische Dilemma nahmen sich diverse wohltätige Organisationen zum Anlass, eine Informationskampagne zu starten aus der letztendlich ein Sozialunternehmen resultierte. Die Firma brachte 2013 das gleichnamige Fairphone auf den Markt, von dem bis heute 60.000 Einheiten verkauft worden sein sollen. In diesem Jahr folgt der Nachfolger mit dem pragmatischen Namen Fairphone 2.

Fairphone 2 Modular design for you to open and repair.

Fairphone 2 mit Snapdragon 801 und Full HD-Bildschirm

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Der Vorverkauf des Smartphones soll noch in diesem Sommer anlaufen, vor dem eigentlichen Verkaufsbeginn hat das Unternehmen heute die Spezifikationen veröffentlicht. Demnach wird das Fairphone 2 mit Android 5.1 Lollipop aufschlagen. Das Gerät wird von einem Snapdragon 801 Quad-Core-SoC samt 2 GB Arbeitsspeicher angetrieben. Der Bildschirm misst 5 Zoll in der Diagonale, löst mit Full HD (1.920 x 1.080 Pixel) auf und ist von Gorilla Glas 3 geschützt.

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Als Datenspeicher stehen 32 GB zur Verfügung, eine optionale Erweiterung per microSD-Karte ist an Bord. Die Kamera auf der Rückseite löst mit 8 MP aus und basiert auf einem Sensor von Omnivision. Unterhalb der abnehmbaren Rückseite findet sich ein Lithium-Ionen-Akku mit einer Nennleistung von 2.420 mAh. Das Fairphone 2 unterstützt wie schon sein Vorgänger bis zu zwei SIM-Karten. Außerdem werden die folgenden Standards bedient: Bluetooth 4.0 LE, GPS, WLAN b/g/n/ac sowie LTE.

Fairphone 2 lässt sich einfach öffnen und reparieren

Beim Nachfolger des ersten Fairphones setzt das Unternehmen einen Fokus auf die Langlebigkeit des Produkts. Daher ist die Rückschale äußerst robust gestaltet worden und kann obendrein problemlos abgenommen werden, um darunterliegende Bauteile auszutauschen, wie das Video oben zeigt. Denn im Zuge der Veröffentlichung hat Fairphone auch angekündigt, Ersatzteile und entsprechende Anleitungen bereitzustellen.

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Auf diese Weise und durch eine erlesene Auswahl seiner Zulieferer erhofft sich Fairphone, ein ethisch unbedenkliche(re)s Smartphone auf den Markt zu bringen und somit eine ernstzunehmende Alternative zu den etablierten Herstellern darzustellen. Das Fairphone 2 ist, das gesteht das Unternehmen auch ein, nicht hunderprozentig fair – es ist lediglich ein erster Schritt in Richtung eines ausbeutungsfreien Smartphones und soll der Industrie aufzeigen, dass dies durchaus möglich ist. So wird etwa nach Eigenaussage konfliktfreies Zinn und Tantal aus der Demokratischen Republik Kongo bezogen, ein zweiter Sozialfond für Arbeitnehmer der chinesischen Produktionspartner finanziert und ein Recyclingprogramm für Elektroschrott in Ghana optimiert. Die Zulieferer werden allesamt handverlesen ausgewählt und bestmöglich kontrolliert.

Wie eingangs erwähnt, läuft der Vorverkauf für das Fairphone 2 diesen Sommer an. Der Verkaufspreis liegt bei 525 Euro, inklusive Mehrwertsteuer. Die ersten Einheiten sollen voraussichtlich im Herbst ausgeliefert werden.

Quelle: Pressemitteilung

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