Grafikkarten-Anschlüsse: Was ist was und welche Verbindung für die beste Bildqualität?

Thomas Kolkmann

Grafikkarten bieten häufig mehr als nur einen Anschluss, mit dem ihr euren Rechner an den Monitor oder Fernseher anschließen könnt. Die Frage ist dabei, wie sich die verschiedenen Anschlüsse unterscheiden und welcher die optimale Bildqualität für euren Verwendungszweck liefert.

Grafikkarten-Anschlüsse: Was ist was und welche Verbindung für die beste Bildqualität?

Grundsätzlich unterscheidet man heutzutage zwischen vier Anschlussarten: VGA, DVI, HDMI und DisplayPort. Neben dem Anschluss an der Grafikkarte ist natürlich auch entscheidend, welchen Anschluss der Monitor unterstützt. Über Adapter und spezielle Kabel kann man auch die Verbindung zwischen zwei verschiedenen Anschlussarten herstellen, hierbei muss jedoch immer gegeben sein, dass beide Anschlüsse das gleiche Übertragungssignal (analog oder digital) unterstützten. Ansonsten braucht ihr einen Video-Konverter, was im Normalfall jedoch mit Einbußen der Bildqualität verbunden ist.

Falls ihr mit dem Gedanken eines Multi-Monitor-Setups spielt, solltet ihr im Handbuch nachsehen, wie viele Bildschirme von der Grafikkarte unterstützt werden. Die Anzahl der Anschlüsse der Grafikkarte ist nämlich kein direkter Indikator dafür, wie viele Monitore gleichzeitig benutzt werden können. So kann die Karte 3 Anschlüsse haben, aber nur ein Dual-Monitor-Setup unterstützen.

Name Signal Entwicklungsjahr
VGA Analog 1987
DVI Analog/Digital 1999
HDMI Digital 2002
DisplayPort Digital 2006

Grafikkarten-Anschlüsse: VGA


Über lange Zeit war der VGA-Anschluss der Standard für die Videoübertragung zwischen Rechner und Bildschirm. Aufgrund des Steckersystems wurde er auch „D-Sub 15“ genannt. Seit 2015 sucht man vergebens nach dem Anschluss an neuen Grafikkarten und auch immer mehr Monitore und Fernseher unterstützen die rein analoge Schnittstelle nicht mehr.

Ursprünglich wurde der VGA-Anschluss für eine Auflösung von 640 x 480 Pixeln entwickelt. Mit der Zeit und besserer Hardware waren aber auch 1024 x 768 Pixel oder 1280 x 960 Pixel möglich, womit VGA schon in HD-Territorium eingedrungen ist. Je höher die Auflösung, umso größer muss jedoch auch die Videobandbreite des analogen Signals sein, was mit allerhand Problemen verbunden ist. Während Full-HD zur Normalität geworden ist und 4K-Monitore immer größere Verbreitung finden, hat der über 30 Jahre alte Anschluss wohl ausgedient.

Grafikkarten-Anschlüsse: DVI

Der DVI-Anschluss kam genau in der Übergangszeit zwischen der analogen und digitalen Bildübertragung heraus und hat es erfolgreich geschafft, eine Brücke zu schlagen. So kann der DVI-I-Anschluss digitale sowie analoge Videosignale ausgeben. Mit DVI-I (Single Link) und über die analoge Videoübertragung ist eine maximale Auflösung von 1920 x 1200 Pixeln bei 60 Hz möglich, mit DVI-I (Dual Link) sogar 2560 x 1600 Pixel bei 60 Hz.

Dank der Nähe zu HDMI, kann man mit einem simplen oder -Kabel einen DVI-Ausgang auch an einen HDMI-Anschluss anschließen. Ebenfalls ist es mit einem möglich, dem Anschluss das analoge Signal zu entlocken und so beispielsweise einen alten Monitor per VGA anzuschließen.

Dabei ist zu beachten, dass es drei verbreitete Arten von DVI-Anschlüssen gibt. Den oben beschriebenen DVI-I-Anschluss, der sowohl ein digitales sowie analoges Signal übertragen kann. Neben diesem gibt es aber auch den rein analogen DVI-A-Anschluss sowie den rein digitalen DVI-D-Anschluss. Mehr Infos dazu findet ihr in folgendem Artikel: DVI auf VGA – Adapter oder Konverter?

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Grafikkarten-Anschlüsse: HDMI

HDMI ist im HD-Zeitalter zum Standard-Anschluss für Konsolen, Blu-ray-Player und Receiver geworden und auch die Grafikkarten boten etwas später immer häufiger HDMI-Anschlüsse an. Aufgrund der Platzersparnis gegenüber DVI, konnten so statt 2 DVI-Anschlüsse häufig gleich 2 HDMI-Anschlüsse und ein DVI-I-Anschluss auf der Grafikkarte untergebracht werden. So konnte man weiterhin die analoge Videoübertragung gewährleisten sowie mehrere Monitore über HDMI unterstützen.

HDMI ist jedoch nicht gleich HDMI. Je nach Version des Anschlusses und der Kabel, werden unterschiedliche Datenübertragungsraten und somit Auflösungen, Wiederholraten und Tonformate unterstützt. So gibt HDMI 1.0 von 2002 beispielsweise maximal eine Full-HD-Auflösung (1920 x 1080) bei 60 Hz aus, während HDMI 2.1 von 2017 bis zu 8K bei 60 Hz oder 4K bei 120 Hz unterstützt.

Grafikkarten-Anschlüsse: DisplayPort

DisplayPort ist nicht wie die vorangegangenen Anschlussarten als ein Nachfolger zum vorherigen Standard zu verstehen, sondern ein klares Konkurrenzprodukt zu HDMI. Die Video Electronics Standards Assiciation (VESA) brachte die lizenzfreie Alternative zu HDMI auf dem Markt, um den Umstieg auf digitale Schnittstellen mit Support für 1440p und 4K anzutreiben.

So beherrschte bereits die erste Version von DisplayPort eine 4K-Unterstützung bei 30 Hz, während HDMI noch bei maximal 1440p feststeckte. Die aktuellen DisplayPort-Version 1.4 unterstützt wie HDMI 2.1 eine 4K-Auflösung bei 120 Hz sowie eine 8K-Auflösung bei 60 Hz – jedoch verwenden beide hierfür noch ein verlustbehaftetes Komprimierungsverfahren. Mit der nächsten DisplayPort-Version soll dann echtes 8K bei 60 Hz möglich sein.

Fazit – Grafikkarten-Anschlüsse

Um die beste Bildqualität zu erreichen, kommt es am Ende natürlich immer darauf an, was euer Monitor oder Fernseher an Anschlüssen besitzt. HDMI und DisplayPort sind immer zu bevorzugen. DVI-I ist ebenfalls eine gute Lösung, wenn Full-HD ausreicht. Der VGA-Anschluss hat seine Zeit eigentlich hinter sich und sollte nur noch genutzt werden, wenn es keine bessere Option gibt.

Bei der Frage, ob HDMI oder DisplayPort die bessere Lösung ist, kommt es auf das „Kleingedruckte“ an. Beide Anschlussarten unterscheiden sich je nach Version erheblich. Hier kommt ihr also nicht drum herum, in der Anleitung eurer Grafikkarte und des Monitors nachzuschauen, welche HDMI- bzw. DisplayPort-Version unterstützt wird. In folgendem Artikel findet ihr eine detaillierte Gegenüberstellung der aktuellen Versionen: DisplayPort vs. HDMI – Unterschiede der Versionen.

Es bringt euch keinen Vorteil, den digitalen HDMI-Anschluss eurer Grafikkarte per Konverter an einen Monitor mit analogem VGA-Anschluss anzuschließen. So etwas solltet ihr nur dann in Erwägung ziehen, wenn ihr keine andere Möglichkeit habt. Habt ihr also beispielsweise auch einen DVI-I-Anschluss an der Grafikkarte, könnt ihr diesen per Adapter oder Kabel problemlos an den VGA-Monitor anklemmen.

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