Das Zeitalter des iPods neigt sich dem Ende entgegen (Kommentar)

Philipp Gombert 19

Trotz eines rekordträchtigen Quartalsergebnisses versteckt sich zwischen all den erfolgreichen Produkten ein schwarzes Schaf. Vor einigen Jahren stand der iPod noch synonym für den Erfolg Apples, mittlerweile handelt es sich bei der Modellreihe nur noch um ein sinkendes Schiff.

Das Zeitalter des iPods neigt sich dem Ende entgegen (Kommentar)

57,6 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 42,1 Milliarden Euro, konnte Apple im ersten Quartal 2014 – den Monaten Oktober bis Dezember 2013 – erwirtschaften. Ganze 51 Millionen iPhones gingen über die Ladentheke – mehr als jemals zuvor. Das iPad erzielte mit 26 Millionen verkauften Exemplaren ebenfalls einen neuen Rekord, die Macs konnten sich auf 4,8 Millionen abgesetzte Einheiten steigern. In all diesen Kategorien ist von einem Zuwachs, wenn nicht sogar einem Rekord, zu sprechen – ein makelloses Ergebnis… wäre da nicht der iPod.

Jep, erneut gingen die Verkaufszahlen des Musik-Players zurück. Während im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres 12,7 Millionen Geräte erworben wurden, sind es nun nur noch 6 Millionen – ein „Einsturz“ um 52 Prozent! Blicken wir der Wahrheit ins Auge: Langsam aber sicher geht der iPod in die Knie. Der Abwärtstrend ist nicht zu übersehen, selbst Tim Cook ist sich des rückläufigen Sektors im Klaren. Apples CFO, Peter Oppenheimer, bezeichnete die Entwicklung im Jahre 2009 als Teil eines großen Plans.

„For traditional MP3 players, which includes Shuffle, Nano, and Classic, we saw a year-over-year decline which we internally had forecasted to occur. This is one of the original reasons we developed the iPhone and the iPod Touch. We expect our traditional MP3 players to decline over time as we cannibalize ourselves with the iPod Touch and the iPhone.“

Bereits im Vorfeld prognostizierte man die stagnierenden Verkäufe des MP3-Players. Im Grunde schoss man sich mit der Einführung des iPhones und iPod touchs ein vermeintliches Eigentor. Ein Schritt, der sich genau genommen durchaus gelohnt hat. Das iPhone ist heute Apples Vorzeigeprodukt und nicht mehr aus dem Sortiment wegzudenken. Doch ungeachtet dessen – das Ganze geschah zuungunsten des guten, alten iPods.

Im Endeffekt ist es jedoch die Bequemlichkeit und starke Weiterentwicklung der Technik, die den Shuffle & Co. in den nächsten Jahren aussterben lassen. Warum ein extra Gerät zum Musik hören, wenn es auch viel einfacher geht? Mit dem Smartphone begann das Ende des iPods. Später folgten Streaming-Angebote, die heute oftmals die CD- oder MP3-Sammlung ersetzen. Dienste, die einem traditionellen Musik-Player nicht zur Verfügung stehen und somit zu dessen schwindender Attraktivität beitragen.

Selbst in Cupertino scheint man die damals so beliebten Produkte mehr und mehr zu vernachlässigen. Neue Generationen erscheinen längst nicht mehr im gewohnten Jahresrhythmus. Mittlerweile ist der klassische iPod mit dem Apple TV zu vergleichen. Für Apple nichts weiter als ein Hobby. Und wenn nicht jetzt, dann spätestens zum gleichen Zeitpunkt im kommenden Jahr, wie The Verge den Sachverhalt sehr treffend formulierte.

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