LG Electronics hat im letzten Quartal ein starkes Ergebnis eingefahren – wenn da nur nicht die Smartphone-Sparte wäre. Wie lange kann ein dreistelliger Millionenverlust aufgefangen werden?

LG geht es gut, Smartphone-Sparte macht Verluste

Es ist fast schon Tradition beim südkoreanischen Hersteller LG. Während so gut wie alle Geschäftsbereiche gut dastehen, bereitet die Mobilfunksparte Probleme. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres hat die LG Mobile Communications Company einen Verlust von umgerechnet 155 Millionen Euro hinnehmen müssen. Über das ganze Jahr verteilt liegt das Minus sogar bei 573 Millionen Euro. Als Grund führt LG „eine starke Konkurrenz durch chinesische Hersteller“ an. Im letzten Quartal 2017 ist der Umsatz allerdings auf nun 2,23 Milliarden Euro gestiegen. Hier werden vor allem der Absatz günstiger Smartphones sowie die Produktion des Googles Pixel 2 XL geholfen haben.

LG war in die Kritik geraten, nachdem das LG V30 für viele Nutzer zu spät auf den Markt gekommen ist. In Deutschland ist das Flaggschiff erst Ende des vergangenen Jahres verfügbar geworden. Andere Hersteller haben ihre High-End-Modelle deutlich früher mit vergleichbarer Hardware veröffentlicht. Jetzt stehen in wenigen Wochen bereits die Neuvorstellungen für das aktuelle Jahr an. LG wird das LG G7 aller Wahrscheinlichkeit nach nicht auf dem Mobile World Congress in Barcelona präsentieren, nachdem der CEO von LG Mobile eine neue Release-Politik gefordert hatte. Bestehende Smartphones sollen länger verkauft werden, statt immer wieder auf neue Produkte zu setzen, hieß es vor wenigen Tagen. Ein aufgebohrtes LG V30 soll statt dem LG G7 gegen das Samsung Galaxy S9 antreten.

LG mit höchstem Gewinn seit 2009

LG als Konzern geht es insgesamt ausgezeichnet. Im Geschäftsjahr 2017 wurde der höchste Gewinn seit 2009 erzielt. Am Ende steht ein Gewinn von knapp 1,8 Milliarden Euro in den Büchern. Auch der neue Rekordumsatz von 44,2 Milliarden Euro lässt Gutes für den südkoreanischen Konzern vermuten. Es handelt sich um eine Umsatzsteigerung von fast elf Prozent gegenüber 2016.

Die Steigerung des Gewinns im letzten Quartal geht auf einen starken Verkauf bei Fernsehern und Haushaltsgeräten zurück. Hier ist der operative Gewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 266,6 Millionen Euro gestiegen. Auch der Umsatz kennt mit einer Steigerung von 15 Prozent derzeit nur eine Richtung. Verluste gab es nur bei der LG Mobile Communications Company und im Bereich Vehicle Components. Für das aktuelle Jahr erwartet LG zumindest bei der Autoelektronik im zweiten Halbjahr 2018 einen neuen Schub, der die Zahlen wieder nach oben treiben soll. Der Mobilfunkbereich bleibt aber das Sorgenkind.

Quelle: Pressemitteilung LG
Artikelbild zeigt LG G6

Simon Stich
Simon Stich, GIGA-Experte für Smartphones, Mobilfunk und die Gerüchteküche.

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