Astro Bot im Test: Dieses Spiel hat der VR-Welt gefehlt

Dennis Oprisa

Die Community hat es sich gewünscht und Entwicklerstudio SIE JAPAN Studio lässt es wahr werden. Der kleine beliebte Roboter aus Playroom und PlayStation VR bekommt seinen eigenen Titel. Wir sagen dir, warum es das Spiel ist, das die VR-Welt gebraucht hat.

Sieh dir hier den Gameplay-Trailer zu Astro Bot Rescue Mission an.

Astro Bot Rescue Mission.

Ein fieser Bösewicht, der durch das Weltall schwebt und Chaos stiftet, katapultiert Teile deines Raumschiffes mit all deinen Freunden durch die Galaxie. Gemeinsam mit dem letzten Astro Bot besteht deine spannende Aufgabe darin, die unterschiedlichen Welten zu bereisen und deine Crew aus ihrer Gefangenschaft „zu befreien“. Dabei gibst du ihnen einen leichten Tritt in den Po und sie springen dadurch schnell in deinen Controller.
20 verschiedene Level auf fünf große Planeten verteilt, sorgen für ein buntes Abenteuer.
In jedem dieser Level verstecken sich noch kleine Chamäleons, die zusätzliche Herausforderungen freischalten, wenn du sie mit einem langen Blick aus ihrem Versteck lockst.

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Ein tolles Spielgefühl entsteht durch die Einbindung des Spielers. Du selber schlüpfst nicht in die stählerne Haut des kleinen Captain ASTRO, sondern bist ein großer mechanischer Helfer, der vorwärts fahrend auf festen Bahnen, dem kleinen Helden folgt. Anfangs fühlt sich diese Kamerasteuerung sehr ungewöhnlich an, da es kein zurück mehr gibt. Doch im weiteren Verlauf des Spieles, entpuppt sich diese als sehr innovativ, da du den kleinen Roboter dadurch aus den verschiedensten Blickwinkeln betrachten wirst. Beispielsweise siehst du ihn direkt über dir, von unten auf Gitterböden laufen oder an dir winkend vorbei flitzend. Genau solche genialen Details führen dazu, dass du dich als Spieler ständig als festen Bestandteil des Spieles und der Welt fühlst.

Dein Controller verwandelt sich in ein hilfreiches Tool

Captain ASTRO selbst steuerst du wie gewohnt mit dem Stick durch die Level. Während er körperlich alles gibt, um seine Freunde zu retten, musst auch du körperlichen Einsatz zeigen. Barrieren mit dem Kopf zerbrechen, Pusteblumen wegblasen oder gegnerischen Geschossen aus dem Weg gehen. Da wo du mit dem Kopf nicht weiter kommst, hilft der Dualshock Controller, der genial zum Einsatz gebracht wird, indem er sich als hilfreiches Tool entpuppt. So packst du zum Beispiel eine Wasserkanone aus, mit der du ganz klassisch Feuer löschen oder sogar den Wasserpegel anheben kannst. Oder du schießt damit Greifhaken, auf dessen Seil dein kleiner Freund dann mühelos balancieren kann.

Dabei wurde auch auf Feedback des Dualschock Controllers geachtet, der Beispielweise ein Surren von sich gibt, wenn du gerade wild mit Ninjasternen um dich schießt. Einige Tools kommen öfters vor und manche Rätsel musst du ganz und gar ohne lösen. Solche Tools schalten sich innerhalb des Levels frei, indem du deinen Controller wie einen Schlüssel in die jeweiligen Boxen setzen kannst. Dadurch gelingt Astro Bot Rescue Mission ganz magisch die Immersion des Spielers in die VR-Welt.

Das Spiel bringt dich zum Lachen

Wenn du denkst, dass der Controller in der VR-Welt stören würde, dann geht es dir so, wie mir anfangs auch. Schnell wurde ich aber vom Gegenteil überzeugt, da dieser perfekt in den Robo-Artstyle der Welten passt. Denn selbst die meisten Gegner, Pflanzen und Objekte sehen wie Roboter aus und spiegeln den Charme jedes Levels perfekt wider.
Viele Welten und Gegner erinnern dabei natürlich an Mario Titel. Doch das Spiel schafft es auf liebevolle Art und Weise, sich diese zu Eigen zu machen.
Für ein Level habe ich im Durchschnitt zwischen 10 und 20 Minuten benötigt und wurde von dem Spiel durchaus gefordert, konzentriert nach den zu rettenden Freunden zu suchen. Acht davon sind in jedem Level versteckt. Und jeder von ihnen ist auf seine eigene Art ganz entzückend. Einige verstecken sich zitternd in kleinen Höhlen, während andere ganz entspannt ein Sonnenbad nehmen und gar nicht aussehen, als müssten sie gerettet werden. Viele von ihnen verstecken sich in so lustigen kleinen Szenarien, dass ich während des Spieles ein paar Mal laut auflachen musste. Genau solche Dinge machen das Spiel zu etwas ganz Besonderem.

Wirklich alle Astro Bot’s zu finden ist keine Voraussetzung das Level zu meistern. Doch es macht unglaublich Spaß. Wer sie nicht sehen kann, der kann sich auf den Sound verlassen. Durch die Kopfhörer entsteht ein dreidimensionaler Sound, der dir zu ermitteln hilft, aus welcher Richtung die Hilfe-Rufe deiner Freunde kommen.

Astro Bot Rescue Mission kann also nicht nur visuell was, sondern auch noch auditiv. Ich pfeife immer noch die Titelmelodien einiger Level vor mich hin, da sie ein richtiger Ohrwurm sind. Ihr funky aufmunternder Sound hilft selbst bei den kniffligsten Rätseln, die Ruhe zu bewahren und motiviert Endgegner zu besiegen.
Der Vorteil von VR für ein Jump-and-Run lässt sich bei den riesigen Bossen schnell erkennen. Kaum habe ich mich im Leben als 1,86 Meter großer Mann kleiner gefühlt, als während ich einem überdimensionalem Gorilla die Zähne ausziehen musste. Die fünf großen Endgegner stellen für erfahrene Zocker jedoch keine große Herausforderung dar. Nach zwei bis drei Versuchen sind diese auch schon erledigt.

Die größte Herausforderung für Entwickler eines VR-Games besteht darin, Situationen zu erschaffen die zwar fordernd sind, aber sich keinesfalls nach Arbeit anfühlen dürfen. Dies kann in VR schneller passieren, als in normalen Videospielen und dazu führen, dass Spieler die Brille flott abziehen und nicht mehr zum Spiel zurückkehren.
In den 6 Stunden Spielzeit für die reine Story des Games (knapp 10 Stunden inkl. Herausforderungen), hatte ich persönlich kein einziges Mal das Gefühl von Arbeit und konnte die Brille nur für Toilettenpausen absetzen.

Astro Bot Rescue Mission zieht den Spieler komplett in seine Welt. Es meistert Probleme, an denen andere VR-Spiele scheitern, mit einer Leichtigkeit, die dieses Genre durch seine Intensivität braucht.
Selbst nervige Ladezeiten zwischen Level, in denen VR-Spieler oft nur in dunklen Räumen rumstehen, lösten die Entwickler. Während ein Level lädt, fliegt eine faszinierende Leuchtkugel vor dir rum, die du mit deinem Controller herum schieben kannst. Auch sonst gibt es keine Ladezeit, in der du nur warten musst. Im Hauptmenü kannst du Captain ASTRO durch die Gegend schubsen, während eine neue Welt lädt. Und sollte er innerhalb eines Levels sterben, so spawnt er schnell wieder am letzten Speicherpunkt.
Der Fliegengitter-Effekt, den VR-Brillen und die meisten Spiele noch mit sich bringen, fällt in den Level meist kaum auf. Objekte und Texturen sind klar und deutlich zu erkennen und flimmern nicht in der Ferne störend rum.

Mein Fazit zum liebevollen VR Jump-and-Run

Astro Bot Rescue Mission gelingt die makellose Einbindung von einem klassischen Jump-and-Run in eine moderne VR-Erfahrung. Damit hat es seinen ehrenwerten Platz neben großen Titeln wie Super Mario: Odyssey mehr als verdient.
Das Spiel bietet all das, was VR-Titeln bisher gefehlt hatte: ein einfaches Verständnis des Spieles und der Mechaniken, eine tolle Einbeziehung des Spielers, fordernde Rätsel und witzige Momente. Man kann es total entspannt, sitzend auf der Couch spielen und steht sogar freiwillig ab und an auf, um sich vor- oder zur Seite zu beugen, um nach kleinen Freunden Ausschau zu halten.
Die Charaktere sichern sich durch ihre witzigen und liebevollen Animationen schnell einen Platz in unseren Herzen. Und ich werde noch lange den Anblick von rutschenden kleinen Robotern im Kopf haben.

Wer eine Playstation VR besitzt, sollte sich Astro Bot Rescue Mission unbedingt zulegen.

Wird dir gefallen, wenn du Jump-and-Run-Fan bist und in eine fordernde, aber humorvolle Welt eintauchen möchtest.

Wird dir nicht gefallen, wenn du kein Fan von süßen und bunten Welten bist.

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