Samsung SSD 950 Pro im Test: Der Ferrari unter den SSDs

Robert Kern 6

M.2-Slot, NVMe-Protokoll und PCIe 4X-Interface - Hinter diesen Kampfbegriffen stehen Neuentwicklungen im Bereich der SSDs. Mit diesen Neuentwicklungen wird die Samsung SSD 950 Pro mit einer satten Lesegeschwindigkeit von über 2.300 MB/s zu einer der schnellsten Speicher. Wir haben die Profi-SSD getestet und können Samsungs Versprechen bestätigen. Ob es einen Haken gibt, erfährt ihr im folgenden Samsung 950 Pro Test.

Samsung SSD 950 Pro Test.

Dank aktuellem PCI Express 3.0 Interface mit 4x Lanes (Spuren) und NVMe-Protokoll soll die 8 Zentimeter lange M.2-Karte  namens Samsung SSD 950 Pro rasend schnelle Leseraten und satte 300.000 IOPS (Input Output Operations pro Sekunde) liefern. „Maximale Leistung ohne Kompromisse“ ist das Versprechen Samsungs für den Consumer-Markt. Dazu erhalten auch Features Einzug, die sonst eher dem Business-Bereich vorbehalten waren: Zuverlässigkeit und Langlebigkeit sollen beispielsweise durch Energieeffizienz und Temperaturüberwachung gewährleistet werden. Speziell für Profi-Nutzer gedacht, beschleunigt die kleine Steckkarte Bootvorgänge, Programmstarts, Videoschnitt oder andere fordernde Anwendungen.

Samsung bietet die SSD 950 Pro in zwei Kapazitäten an: Unser Testmodell kommt mit 256 GB, arbeitet leicht langsamer als die 512 GB-Version. Mit 300.000 IOPS (gegenüber 270.000) und 2.500 MB/s anstelle der von Samsung angegebenen 2.200 MB/s ist die 512 GB Variante auch etwas schneller. Die Herstellergarantie liegt jeweils bei 5 Jahren und die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 220 Euro (256 GB) beziehungsweise 380 Euro (512 GB). Mittlerweile liegen die Preise aber bereits vor der Markteinführung weit darunter, was einen Kauf noch interessanter macht. Demnach bekommt man die 256GB Version bereits ab ca. 190€ (0,74€/GB) und die 512GB Version ab ca. 340€ (0,65€/GB). So sind die Speicher auch deutlich günstiger im Vergleich zu der Intel SSD 750 Series, welche ca. 390€ (0,97€/GB) mit 400GB und ca. 750€ (0,94€/GB) mit 750GB kostet.

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Schwierigkeiten, den passenden Slot zu finden

Samsung 950 Pro Test-1

Solid State Drives im M.2-Formfaktor gibt es schon eine Weile. Vor rund zwei Jahren fingen die ersten Notebookhersteller an, den für einige SSDs bremsenden mSATA-Slot zu ersetzen. So langsam entsteht der Endkunden-Markt für die schnellen Kärtchen und Samsung dominiert derzeit das Angebot an M.2-PCIe-SSDs. Mit rund 20 M.2-Karten ist das noch recht überschaubar. Das ist auch der geringen Verbreitung eines passenden Slots geschuldet. Nur wenige High-End Mainboards, wie auch das ASUS X99-A unseres Testsystems bieten einen M.2-Slot mit PCIe 3.0 und 4 Spuren. Auch eine Hand voll Gaming- und Ultrabooks-Notebooks können mit einem solchen Slot aufwarten. Beispielsweise beim Dell XPS 13 Ultrabook erhält die SSD jedoch nur zwei PCI Express 3.0-Spuren. Die Samsung SSD 950 Pro würde dadurch sogar schon leicht ausgebremst. Die traditionelle SATA III 6G-Schnittstelle erreicht einen Durchsatz von bis zu 550 MB/s, zwei PCIe 2.0-Lanes kommen auf Nettotransferraten von bis zu 800 MB/s und selbst 4x PCIe 2.0 erreicht nur 1.600 MB/s. Damit Samsungs SSD 950 Pro ihre volle Leserate entfalten kann, braucht es schon ein PCIe 3.0-Interface mit 4 Lanes (4x). Ohne M.2-Steckplatz auf dem Mainboard kann man Samsungs schnelle Karte trotzdem betreiben, denn für rund 30 Euro gibt es entsprechende Adapterkarten für PCIe-Slots.

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Topaktuell ist das NVM Express (Non-Volatile Memory) Protokoll, welches das AHCI-Protokoll ablösen soll. Letzteres wurde für den Datentransfer von traditionellen Festplatten entwickelt. Nun bringt NVMe die Vorteile moderner SSDs mit geringeren Latenzen und Overhead noch deutlicher heraus. Aufrüstwillige Käufer der Samsung SSD 950 Pro müssen also sowohl auf die Unterstützung für den M.2 2280-Formfaktor, das PCIe 3.0-Interface mit 4x Lanes (Spuren) und NVMe-Treiberunterstützung achten. Windows 7, Windows 8.1 und Windows 10 bringen schon NVMe-Unterstützung mit, Linux und Apple OS X Yosemite ab Version 10.10.3 arbeiten ebenfalls mit dem neuen Protokoll. Für unseren Samsung SSD 950 Pro Test hat Samsung jedoch noch einen eigenen schnelleren BETA-Treiber angeboten, der natürlich auch dem Käufer der SSD zur Verfügung steht.

Über 2.300 MB/s sequentielle Leserate im 950 Pro Benchmark

850 vs 950 crystaldiskmark

Wir haben die Geschwindigkeiten der Samsung SSD 950 Pro sowohl mit vorinstallierten Microsoft als auch mit Samsung Controller-Treiber ermittelt. Dabei diente uns eine MIFcom Battlebox mit ASUS X99-A Motherboard, ein Intel Core i7-5930X CPU und 32 GB DDR4 RAM als Testsystem. Um die Geschwindigkeiten zu messen, haben wir die bekanntesten Benchmarks verwendet: Chrystal Disk Mark, IOMeter und PCMark 8 Storage.

Die sequentiellen Datenraten von 2.303 MB/s für Lesevorgänge und 933 MB/s für Schreibvorgänge haben Samsungs Angaben (2.200/900) sogar noch übertroffen. Im PC Mark 8 Storage-Benchmark erhielten wir mit dem Microsoft Controller-Treiber eine Bandbreite von rund 145 MB/s und satte 549 MB/s mit dem Samsung-Treiber. Die Punktzahlen lagen mit 4657 beziehungsweise 5058 Punkten nicht so weit auseinander. Im IOMeter Benchmark-Test konnten wir Samsungs Angaben von bis zu 270.000 IOPS bei zufälligen Lesezugriffen (4K Random Read QD32 Thread4) sogar leicht übertreffen. Etwa 280.000 IOPS, ein hervorragender Wert, war das Ergebnis. Auch beim Durchsatz lagen wir mit 1143 MB/s sehr nah bei Samsungs Messwerten.

IometerBench

Samsung SSD 950 Pro Test Fazit

Die SSD 950 Pro bietet im täglichen Einsatz noch mehr Performance und Zuverlässigkeit, da die V-NAND Speicherchips energieeffizienter arbeiten und laut Samsung „ideal geeignet sind für härteste Arbeitslasten“. Für alle Performance-Enthusiasten und Gamer ist die 950 Pro eine rasend schnelle Option für ihr Notebook oder den Desktop-PC. Die Leserate von 2.300 MB/s wird im Consumerbereich sonst nur von SSD RAID Systemen erreicht. Mit 190 Euro (256 GB) beziehungsweise 340 Euro (512 GB) bleibt die SSD 950 Pro zudem noch bezahlbar angesichts des Leistungsumfang.

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