TomTom Touch im Test: Das hat der Fitness-Tracker der Konkurrenz voraus

Sebastian Trepesch

Aktivitätstracking, Herzfrequenzmesser, Körperzusammensetzung, Smartphone-Benachrichtigungen, Sportmodus – der Funktionsumfang des TomTom Touch ist groß. Wie sich der Fitness-Tracker in der Praxis meistert, habe ich getestet.

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Es ist nicht die schlechteste Zeit, sich den TomTom Touch zuzulegen: Das Modell ist einerseits noch recht neu auf dem Markt, andererseits hat er schon Updates bekommen und ist bereits einige Euro unter der unverbindlichen Preisempfehlung von 149 Euro zu bekommen. Fragt sich nur: Ist es das richtige Produkt? Im Test stellten wir fest, dass er nicht für jedermann geschaffen ist – andererseits erfüllt er viele Wünsche.

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TomTom Touch im Test: das Konzept des Fitness-Trackers

TomTom Touch sehe ich nach dem Test weniger als klassischen Bewegungs- und Schlaftracker denn als Messgerät für Sportler – mehr dazu im Folgenden. Das Band bietet Funktionen, die überwiegend bei höherwertigen Fitness-Trackern oder Smartwatches zu finden sind. Dazu zählen einerseits die zahlreichen Gesundheitssensoren, vor allem eine Körperfettanalyse ist mit einem Wearable selten zu leisten.

Andererseits bietet es einen Touchscreen (mit etwas pixeligem Display) und Smartphone-Benachrichtigungen: Trifft ein Anruf ein, informiert der Touch mit einem Hörersymbol und Vibration, Nachrichten werden mit einer Sprechblase angezeigt. Den WhatsApp-Text abbilden, dafür weist das Display nicht das passende Format auf (und zumindest iOS bietet keine Schnittstelle). Für einen Tracker ist es eine nette Zusatzfunktion. Nur der Vibrationsalarm, der unauffällig auf eintreffende Nachrichten aufmerksam machen könnte, surrt etwas zu laut.

Das ist der TomTom Touch (Herstellervideo).

Tragekomfort und Hardware: angenehm unauffällig

Wer eine Uhr oder Smartwatch am Arm gewöhnt ist, der wird den Fitness-Tracker als sehr unauffällig empfinden: Ich dachte schon manchmal, ich hätte vergessen, ihn anzulegen. Das Armband ist sehr soft und dadurch angenehm, der Tracker selbst recht leicht. Beim Kauf entscheidet man sich für die Armbandgröße S  (125 mm bis 165 mm) oder L (140 mm bis 206 mm).

Zum Laden muss das Modul aus dem Band (verschiedene Farben verfügbar) geklipst werden. Das ermöglicht – sehr löblich! – Micro-USB bei gleichzeitigem Spritzwasserschutz (IPX7). Auf die angegebenen sieben Tage Akkulaufzeit bin ich nie gekommen. Vielleicht, weil ich zu oft vergessen habe, den Sportmodus mit der energiefressenden Pulsmessung rechtzeitig zu deaktivieren. Vier Tage sind möglich.

Der Verschluss mit den zwei Metallpfropfen ist im Großen und Ganzen recht sicher – im Alltag und beim Sport hatte ich nie Probleme mit dem Sitz, nach einer Nacht bin ich allerdings ohne Touch am Arm aufgewacht.

Die Bluetooth-Synchronisation mit der Smartphone-App startete manchmal nicht zuverlässig, vereinzelt musste ich das Gerät sogar per Stromanschluss erst wieder „aufwecken“.

Bedienung von TomTom Touch und App im Test

Der große silberne Punkt am Touch dient einerseits als Sensor, andererseits als Aktivierungsbutton. Dank Touchscreen lässt sich der Tracker besser als manch Konkurrenzprodukt bedienen: Per Wisch nach oben gelangt man zu den erreichten Tageswerten, per Wisch nach unten wählt man eine Messung: Mit Bestätigung auf dem Button startet zum Beispiel das Fitness-Tracking oder die Körperfettanalyse. Das läuft deshalb deutlich zügiger als bei einer Smartwatch.

So gelungen die Bedienung des Touch ist, so wenig ist es die der App: Erst nach ausführlicher Beschäftigung, bei der die Bedienungsanleitung meist (nicht immer) hilft, findet man alle Statistiken. Die Struktur wird man in den ersten Tagen nicht verstehen. Da muss TomTom nachbessern, wie generell in der Attraktivität und Übersichtlichkeit der Datenpräsentation.

Sportmodus und Sensoren

Tipp, Wisch, Tipp, und der Sportmodus läuft, bis man ihm beim Zieleinlauf wieder stoppt. Das ist praktisch. Während des Trackings läuft die Herzfrequenzmessung. Generell messen Brustgurte meist genauer, dafür ist der Tragekomfort bei einem Armband deutlich angenehmer. Mit der LED-Messung (vergleiche Smartwatches) sollten die Werte des Touch aber mehr als ausreichen.

Die Streckenlänge wird leider nur aus den Schritten erhoben, ein Zugriff auf das GPS des Smartphones erfolgt nicht. Interessenten sollen dafür wohl eher – wie auch für Schwimmmessungen – auf die GPS-Uhren des Herstellers zurückgreifen.

Getrackte Aktivitäten können in der App der jeweiligen Sportart zugeordnet werden. Eine Änderung des Zeitraums (wenn man wie ich das Ausschalten vergisst) ist leider nicht möglich.

Eine Besonderheit ist die Messung der Körperzusammensetzung, sprich: des Fettgehalts. Zwar soll die Angabe nicht sehr genau sein, immerhin kommt sie in meinem Fall aber nahe an den Wert einer Waage, die über die Füße misst (also den unteren Körperbereich) – beim Touch wird der Oberkörper über den angelegten Finger und dem Handgelenk der Armbandunterseite kontrolliert. Mittel- und langfristig wird zumindest ein Trend der Körperzusammensetzung protokolliert, der die Fortschritte sichtbar machen und den Nicht- oder Neusportler bei der Stange halten will. Denn zunehmende Fitness zeigt sich nicht auf der Waage, sie kann sogar zu Gewichtszunahme führen, da Muskeln schwer sind.

Schlaftracking des Touch im Test

Wer an Schlaftracking interessiert ist, nehme besser ein Jawbone Up3 (Test). Dank (allerdings ungenauerer) Ruhepulsmessung per Bioimpedanz-Sensoren muss das Konkurrenzmodell mit anderem Konzept nicht so fest am Arm sitzen und liefert in der App trotzdem eine gute Analyse des Schlafs.

Der Touch dagegen gibt in der Statistik lediglich die Schlafdauer an – immerhin, man muss den Schlafmodus nicht manuell aktivieren, dafür funktioniert er aber auch erst ab 16 Uhr. Vibrationsalarm? Trotz Vibrationsmodul leider Fehlanzeige, wo der doch im Zug, im Backpackers-Schlafsaal oder einfach Zuhause praktisch wäre.

Lieferumfang & Einrichtung des TomTom Touch (Herstellervideo).

TomTom Touch im Test – Fazit

Meine Meinung zum Touch ist sehr gespalten: Einerseits finde ich den Tracker sehr gelungen, mit Herzfrequenz- und Körperzusammensetzungsmesser hat er den meisten Konkurrenten einiges Voraus. Von manchen Punkten bin ich allerdings enttäuscht. Die noch nicht immer zuverlässig laufende Hardware hat großes Potential, in Sachen Software sind wir von der Konkurrenz (vor allem Jawbone) deutlich mehr gewohnt. TomTom wird die App sicher weiterentwickeln. Zum jetzigen Zeitpunkt möchte ich keine allgemeine Empfehlung aussprechen, dafür gibt es noch zu viele Software-Baustellen.

Interessant ist der Touch bereits für Sportler, vor allem für das Crosstraining. Für diese Zielgruppe bietet er ein akzeptables Konzept, wenn man auf GPS-Tracking verzichten kann. Mit Schrittzähler, Herzfrequenzmessung und Körperzusammensetzungsmessung stehen relevante Sensoren bereit, die Aktivitätsmessung lässt sich schneller als auf einer Smartwatch starten, die genaue Anpassung und Analyse ist über die App und mehrere Dienste möglich, das Tragegefühl ist sehr gut. Das Studieren der Bedienungsanleitung sollte man allerdings nicht überspringen.

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Wertung:

  • Design und Verarbeitung: 85 Prozent
  • Funktionsumfang: 70 Prozent
  • Bedienung von Tracker und App: 60 Prozent
  • Praxistauglichkeit: 45 Prozent

 Gesamtwertung: 64 Prozent

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