Das Wearable „Ripple“ sieht aus wie das Gefieder einer Alien-Rasse und wurde entwickelt, um das Flirten in der realen Welt zu revolutionieren. So funktioniert's.

 

Wearable

Facts 
Ripple – ein sensorisches Wearable, das beim Flirt hilft

Flirten und jemanden kennen lernen, das war früher in der nicht digitalisierten Welt noch anders: Eine Begegnung in der Bar, die Hochzeitsfeier von Freunden oder ein Umtrunk mit Kollegen – allen Situationen ist gemeinsam, dass man die Augen offen halten musste, um den Blick eines Mitmenschen einzufangen. Was mit Zeitungsannoncen begann und von digitalen Plattformen wie Parship oder Tinder technisch längst auf das nächste Level gehoben wurde, hat das Flirt-Ping-Pong aus Hin- und Zurückschauen sowie Bauchkribbeln durch eine Videospiel-artige Verwaltertätigkeit ersetzt.

Wir müssen nicht mehr aufmerksam sein und unsere Sinne für die Umgebung schärfen, denn „Hey, wie geht's dir“ passiert ja mittlerweile auf dem Smartphone – der moderne Smombie bekommt gar nicht mehr mit, dass mit ihm geflirtet wird. Er hat es nie gelernt oder bereits vergessen, wie das eigentlich ging.

Soweit die überspitzte Schelte auf die Digitalisierung und ihre traurigen Seiten. Wir können uns jetzt beruhigen, denn Ripple macht alles wieder gut.

Ripple kräuselt dich, wenn jemand auf dich schaut

Vier junge Designer des Studiengangs „Innovation Design Engineering“ am Imperial College London haben sich dem Flirtproblem in der realen Welt angenommen. Sie haben „Ripple“ gebaut – noch in Form von zwei Prototypen, die einem Science-Fiction-Streifen entsprungen sein könnten.

Das Wearable ist ein Metallgestell mit Tentakel-artigen Fortsätzen und wird wie eine Weste über den Schultern getragen. Integrierte Kameras beobachten die Umgebung und stellen fest, ob jemand den Träger anschaut. Wenn das der Fall ist verspürt der Angeschaute ein Kräuseln (Ripple), dreht er sich in Richtung des Beobachtenden, bekommt er zur Bestätigung ein sanftes Klopfen auf die Brust. Bei Blickkontakt wärmt sich Ripple leicht auf, damit ein wenig Komfort entsteht.

Quelle: Ripple / Imperial College London / The Royal College of Art
Quelle: Ripple / Imperial College London / The Royal College of Art
Das Team von Ripple (Jonathan Rankin, Huishan Ma, Lyle Baumgarten,  María Apud Bell)
Das Team von Ripple (Jonathan Rankin, Huishan Ma, Lyle Baumgarten, María Apud Bell)
Quelle: Ripple / Imperial College London / The Royal College of Art
Quelle: Ripple / Imperial College London / The Royal College of Art
Quelle: Ripple / Imperial College London / The Royal College of Art
Quelle: Ripple / Imperial College London / The Royal College of Art
Quelle: Ripple / Imperial College London / The Royal College of Art
Quelle: Ripple / Imperial College London / The Royal College of Art
Quelle: Ripple / Imperial College London / The Royal College of Art
Quelle: Ripple / Imperial College London / The Royal College of Art
Quelle: Ripple / Imperial College London / The Royal College of Art
Quelle: Ripple / Imperial College London / The Royal College of Art

Apple Watch bei Saturn

Ripple dürfte erst der Anfang sein

Genauere technische Informationen verraten die Erfinder nicht: „Ripple ist eine tragbare Erweiterung deines Körpers und dient der Zukunft des Datings. Es ermittelt, welche Person in einem Raum sich zu dir hingezogen fühlt. Wenn es jemanden gefunden hat, gibt es dir einen sensorischen Hinweis, der an das kribbelnde Gefühl erinnert, wenn du jemand Besonderes kennen lernst. Wenn die Anziehung gegenseitig ist, dann bewegen sich Ripples Tentakeln in Reaktion auf dein Gegenüber und verstärken so den Dialog der Verführung zwischen den beiden Menschen,“ so die Beschreibung des vierköpfigen Ripple-Teams.

Auch wenn der abgefahrene Feder- beziehungsweise Tentakel-Look der Prototypen noch wenig alltagstauglich wirkt: Die Flirt-Hilfe Ripple zeigt, dass Wearables mehr sein können als Smartwatches und Fitnesstracker. Es ist gut möglich, dass wir noch mehr davon sehen, wenn auch in anderer Form.

Quelle: Ripple