Kommerzielle Flop-Listen sind so eine Sache. Natürlich möchte man als interessierter Gamer wissen, was sich im laufenden Jahr besonders schlecht verkauft hat. Immerhin ermöglichen uns miese Verkaufszahlen immer auch einen guten Eindruck der aktuellen Spiele-Landschaft. Was liegt im Trend, was wurde verschmäht, warum hat sich das Spiel, das ich selbst richtig gut fand, so katastrophal verkauft?

 

God of War - Ascension

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Auf der anderen Seite läuft man mit Listen dieser Art aber auch schnell Gefahr, Kaffeesatzleserei zu betreiben, denn auch wenn der Absatz auf vielen darauf spezialisierten Seiten und von Analysten professionell geschätzt wird - wirklich verlässliche Aussagen zum Verkauf eines Spiels bekommt man in der Regel nur vom Publisher selbst.

Zudem droht man den mitunter überbordenden wirtschaftlichen Ansprüchen der Spiele-Hersteller in den Mund zu reden. Wenn ein erstklassiges Spiel wie „Tomb Raider“ trotz 3,4 Millionen verkaufter Einheiten von Vertreiber Square Enix noch als Flop bezeichnet wird, dann muss man da nicht mitmachen. Im Folgenden geht es deshalb nur um Flops, die tatsächlich weit unter den prognostizierten Erwartungen lagen.

God of War: Ascension

Mit „God of War 3“ war Kratos endgültig in den Olymp der Verkaufszahlen aufgestiegen. Schätzungen zufolge  kletterte der Spartaner damals auf über fünf Millionen verkaufte Exemplare. Für ein Plattform-exklusives Spiel eine sehr stattliche Summe. Die Marke „God of War 3“ hatte 2010 somit ihren wirtschaftlichen Zenit erreicht. Millionen Spieler lechzten förmlich nach einer Fortsetzung.

Die bekamen sie auch. „God of War: Ascension“ war der etwas vorschnelle Versuch, die Popularität des Franchises kurz vor dem Ende der aktuellen Konsolen-Generation noch einmal in Bares zu verwandeln. Der Mehrspieler-Modus sollte dabei als wichtigstes und einziges Verkaufsargument dienen, denn in puncto Story herrschte große Ideenarmut.

Erneut mussten die Spieler in die Haut von Kratos schlüpfen und die griechische Sagenwelt spektakulär blutig demontieren. In seiner Form als Prequel wusste „God of War: Ascension“ dem Kanon der Reihe dabei nichts Wesentliches hinzuzufügen.

Ob es das maue Vorgeplänkel, der Mangel an spielerischer Innovation oder die Ermüdungserscheinungen der Hauptfigur waren, lässt sich heute schwer sagen – fest steht: Im Vergleich mit seinem erfolgreichen Vorgänger schnitt „God of War: Acension“ ziemlich schlecht ab. Schon in der Release-Woche krepelte der Geist von Sparta lediglich im Mittelfeld der Charts rum. Auch wenn offiziell bestätigte Zahlen nicht vorliegen, so dürfte es letztlich nur für etwas mehr als eine Million Verkaufte Exemplare gereicht haben. Für einen Gott war das zu wenig.

 

G Ttlich God Of War Ascension Test Review