King’s Quest - Der seinen Ritter stand im Test: Ein charmanter Überraschungshit!

Martin Küpper 2

Mit King’s Quest: Der seinen Ritter stand, feiert eine altehrwürdige Adventure-Serie ein gelungenes Comeback, das Freundes des Genres definitiv nicht verpassen sollten!

kingsquest
Beim Namen Sierra geht wohl jedem Adventure-Freund das Herz auf. In den 80er und 90er Jahren, zur Blütezeit des Genres, lieferten die Kalifornier mit Serien wie King’s Quest oder Leisure Suit Larry zahlreiche Hits, die heute als Klassiker gelten. Nun möchte Activision der Marke Sierra neues Leben einhauchen und kramt dafür die bereits erwähnte King’s-Quest-Serie wieder aus der Mottenkiste. Dabei hat man sich offenkundig ein wenig von Telltale inspirieren lassen – was sich alleine schon durch die Veröffentlichung in Episodenform erahnen lässt. „Der seinen Ritter stand“ ist nämlich nur die erste von insgesamt fünf geplanten Episoden. (Fun Fact: Telltale arbeitete von 2011 bis 2013 an einem eigenen King’s Quest!)

Kings Quest Gameplay-Trailer.

Das Resultat ist aber glücklicherweise kein billiger Abklatsch, sondern ein charmant erzähltes Abenteuer, das alte Tugenden (größtenteils) geschickt in ein modernes Gewand gehüllt hat.

Märchenhafte Erzählungen

Schon die Art und Weise mit der King’s Quest seine Geschichte erzählt ist äußerst liebenswert: Serien-Protagonist König Graham ist etwas in die Jahre gekommen und erzählt seiner Enkelin Gwendolyn von längst vergangenen Abenteuern, die wir als sein jüngeres Ich nachspielen dürfen. Während wir mit dem jugendlichen Graham die Level erkunden, mit anderen Charakteren und Gegenständen agieren oder Rätsel lösen, melden sich der alte Graham und die aufgeweckte Gwendolyn immer wieder zu Wort und kommentieren die Geschehnisse. Das ist stets charmant und hin und wieder sogar richtig lustig.

Dieses Urteil lässt sich eins zu eins auf das gesamte Spiel übertragen! Charaktere, Dialoge, sowie die allgemeine Gestaltung der Spielwelt strotzen nur so vor Charme und Humor, sodass mir beim Spielen richtig warm ums Herz wurde. Müsste ich das Spiel in nur einem Wort beschreiben, so wäre es „herzallerliebst“! Und so macht es auch nichts aus, dass die Grafik rein technisch nicht gerade bestechen kann – denn die bunten, liebevollen Charaktere und Landschaften haben eine innere Schönheit und Anmut, die technische Mängel schlichtweg kaschieren. Scheiß auf die Technik, King’s Quest ist trotzdem ein schönes Spiel mit einer gelungenen Präsentation. Einzig der Soundtrack hat bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

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Spaßige Denkaufgaben

Spielerisch bietet Kings Quest vornehmlich bekannte Adventure-Kost. Ihr latscht durch die verschiedenen Schauplätze, sprecht mit den Charakteren und löst natürlich auch eine ganze Reihe von Denkaufgaben. Dabei müsst ihr meist auf eine bestimmte Weise mit Charakteren oder Gegenständen in den Level interagieren und müsst dabei hin und wieder auch auf eingesammelte Items im Inventar zurückgreifen. Alteingesessene Adventure-Freunde stellt das Spiel dabei wohl kaum vor echte Herausforderungen (ist ja auch erst die erste Episode!), Spaß machen die kleinen Kopfnüsse aber dennoch!
Zur Auflockerung hat die klassischen Adventure-Elemente durch kleinere Action- und Geschicklichkeitspassagen ergänzt. Diese Einlagen sind aber leider nicht wirklich unterhaltsam und wirken insgesamt wie farbloses Beiwerk.

King’s Quest - Der seinen Ritter stand Test-Fazit

Insgesamt ist King’s Quest: Der seinen Ritter stand eine gelungene Eröffnungsepisode, die einem alten Klassiker neues Leben einhauchen kann. Mit seiner charmanten Präsentation und Erzählweise kann King’s Quest über technische Mängel und kleinere Schnitzer im Gamedesign hinwegtrösten. Wer auf Adventure-Spiele steht, sollte King’s Quest definitiv eine Chance geben – ganz besonders, wenn ihr nostalgische Gefühle für die Serie hegt.

Mein geschätzter Kollege Dom von gamespilot hat mich jedoch freundlicherweise darauf hingewiesen, dass man sich in der ersten Episode in ein spielerisches Dead End manövrieren kann. Das ist natürlich äußerst ärgerlich und wird hoffentlich bald per Patch ausgebessert! (Hier kommt ihr zu Doms Test zu King’s Quest!)

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