Come back, Viewtiful Joe: Warum nicht auf der Switch?

Marcel-André Wuttig

In der Reihe “Come back, … !“ wünschen wir uns Videospiel-Reihen zurück, die scheinbar ausgestorben sind. Was verbindet uns mit der Reihe? Warum sind sie ausgestorben? Warum sollten sie zurückkehren? Regelmäßig wirst Du in dieser Retrospektive Spiele finden, mit denen Du selbst vielleicht auch die ein oder andere Erinnerung verbindest.

Nintendo Switch - Das ist seit der Ankündigung alles passiert.

Momentan fiebere ich mit Leib und Seele dem Release der Nintendo Switch entgegen. Für mich ist die neue Konsole des japanischen Herstellers das absolute Gaming-Highlight des Jahres - und trotzdem zögere ich mit dem Kauf. Ohne Zweifel ist ein Legend of Zelda: Breath of the Wild der beste Launchtitel, den eine Nintendo-Konsole bekommen kann, doch reicht mir selbst das Spiel allein nicht als Kaufgrund. Die Frage ist allerdings nicht, ob ich mir die Switch hole, sondern wann. Ein Grund für mein Zögern ist meine persönliche Vergangenheit als Spieler. Die absolute Blütezeit als Gamer war für mich zur Lebenszeit des Game Cubes, als ich gerade einmal zwischen 15 und 19 Jahre alt war. Meine Bibliothek an Spielen belief sich auf über 30 Titel, die ich allesamt von vorne bis hinten und mindestens zweimal durchspielte. Eines dieser Spiele war Viewtiful Joe und sein Nachfolger Viewtiful Joe 2.

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Viewtiful Joe - Back to the Roots oder ab in die Zukunft?

Als Viewtiful Joe im Jahre 2003 herauskam, schien es mir, als gebe es nur noch 3D-Spiele. Seit dem Erscheinen des N64 waren Sidescrolling-Games altmodisch und 3D-Spiele zeitgemäß und fortschrittlich. Das war modernes Gaming. Mario hüpfte in offenen Welten umher und selbst Donkey Kong kletterte durch dreidimensionale Levels. In meiner Wahrnehmung schien es so, als erwartete die Öffentlichkeit von Entwicklern geradezu, dass sie nur noch solche Spiele machten, da sie sonst den Stempel uncool erhielten. Ich jedoch sehnte mich nach einem Sidescrolling-Jump’n’Run, in dem ich Gegner vermöbeln durfte - ganz wie in den guten alten NES- und SNES-Zeiten. Meine Hoffnung wurde erhört, als ich 2003 Viewtiful Joe in meinen Game Cube legte.

Im Nachhinein stelle ich mir manchmal die Frage, ob Capcom mit den beiden Spielen wirklich zurückblickte oder ob sie gekonnt nach vorne schauten? So dauerte es nicht mehr lange, bis auch Mario, Donkey Kong und Rayman wieder in ihren jeweiligen Spielereihen glücklich in 2D-Levels herumhüpften.

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Ein Spiel, das vor Charme strotzt

Viewtiful Joe hat meiner Meinung nach so ziemlich alles richtig gemacht. Das Game sah aus und spielte sich wie ein animierter Comic. Die Grafik war kontrastreich und die Farben waren satt, wie sie bei einem Comic der 60er Jahre ausgesehen hätten. Die Charaktere fügten sich dank der Vision der Entwickler perfekt in den Hintergrund ein. Vollendet wurde der Comic-Look durch die schwarzen Umrandungen der Objekte und Charaktere.

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Nicht nur die Grafik widmete sich voll und ganz der Comic-Thematik, sondern auch das Gameplay und die Handlung griffen das Thema auf. Der Protagonist kämpfte sich durch viele verschiedene Level, die immer schwieriger wurden. Die Handlung war plakativ und übertrieben dargestellt. Ich konnte gar nicht anders, als während des Games jede Sekunde mit einem breiten Lächeln zu genießen. Es war ein formvollendeter Genuss für all meine Sinne!

Auch die Fortsetzung, die zwei Jahre später erschien, konnte mich genauso unterhalten wie der erste Teil. Ich finde, beide Capcom-Spiele haben bewiesen, wie einzigartig einige der größeren Titel auf dem Game Cube waren - The Legend of Zelda: Wind Waker kam im Cellshading-Look daher, Mario erhielt eine Wasserpistole in Super Mario Sunshine und Resident Evil 4 gab es mit bewegbarer Kamera. Für mich befanden sich Videogames in ihrem goldenen Zeitalter und Viewtiful Joe war ein Teil davon.

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Come back, Viewtiful Joe

Heute wünsche ich mir, dass es wieder zu einer solchen Vielfalt an innovativen Titeln auf Nintendo Switch kommt - und Viewtiful Joe oder ähnlich gelungene und einzigartige Games - müssen mit von der Partie sein. Der Game Cube hatte keine innovativen Hardware-Features wie die Wii oder Wii U. Die Spiele mussten für diese Innovation sorgen und taten es auch. Das wünsche ich mir von der Switch. Und darum habe ich sie mir noch nicht geholt. Ich warte noch auf eine Comback-Ära an Viewtiful-Joe-ähnlichen-Spielen, die mich jahrelang glücklich macht. Und ich kann sagen: Ich gebe die Hoffnung nicht auf.

Nintendo Switch Pro könnte ohne Handheld-Funktion erscheinen

Die Nintendo Switch hat sich bei vielen Fans inzwischen zum richtigen Konsolen-Liebling gemaustert. Einer der Gründe ist sicherlich die Flexibilität, die sie beim Spielen bietet. Aktuelle Gerüchte deuten jedoch auf eine neues Modell der Switch hin, das auf ihr bisher wichtigstes Feature verzichten könnte.

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