Xbox One Test: Der Ersteindruck der GIGA-Redaktion

Tobias Heidemann

Seit gestern steht die Xbox One offiziell in den Läden. Ob sich der Kauf der neuen Microsoft Konsole lohnt, das wollten in dieser Woche unzählige Tests, Kritiken, Hardware-Berichte, Plattform-Analysen und Vergleiche mit Sonys PlayStation 4 klären. Doch kann man sich zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt schon ein finales Urteil über Xbox One und ihre Spezifikationen erlauben?


Wir glauben nicht. Einen endgültigen Test der Xbox One wird es bei uns deshalb auch vorerst nicht geben. Die Vergangenheit zeigt: Das Launch-Fenster einer neuen Generation liefert ein sehr verzerrtes Bild der neuen Konsolen. Erste wenn es sich Xbox One und PS4 in den Wohnzimmern der Käufer gemütlich gemacht haben, wenn sich die Online-Dienste und Lobbys mit Leben füllen, wenn Millionen Spieler gemeinsam zocken, wenn zwischen Startschwierigkeiten und nachhaltigen Problemen unterschieden werden kann, kurz: wenn die Konsolen den Praxistest bestehen müssen – erst dann wird die Sache ernst.

Das Folgende ist deshalb als unser Ersteindruck von der Xbox One zu verstehen. Die GIGA GAMES-Redaktion schreibt hier aus einer subjektiven Perspektive über ihre ersten praktischen Erfahrungen mit der Xbox One. Tobi, Tom und Robin hatten etwas mehr als eine Woche Zeit, sich ein Bild von der Konsole zu machen und fassen dies nun zusammen.

Bilderstrecke starten(5 Bilder)
Die 4 restlichen Xbox One-Exclusives für 2017

Tobi

Das hier ist die Ersteinschätzung eines Gamers. Mein Einschätzungsvermögen der technischen Grundlagen hält sich nämlich sehr in Grenzen. Traditionell sehe ich mich zwei kleine Schritte weiter im PlayStation-Lager, von den neuen Argumenten der Xbox One lasse ich mich aber gern überzeugen.

Mit ihrem Aussehen wird ihr das allerdings nicht gelingen. Neben meiner galant empor ragenden PS 3 wirkt das Design der Xbox One bestürzend einfältig. Ein schwerer, schwarzer Kasten, der ebenso gut auch ein antiquierter Festplattenrekorder sein könnte. Habe ich schon schwer gesagt? Der Transportweg vom Büro in die heimischen vier Wände wäre glatt als Trainingseinheit durchgegangen. Zum Glück ließ sich das Gewicht dank des Backstein-Netzteils wenigstens gut im Rucksack verteilen.

Xbox One from Sketchfab on Sketchfab.

Aufbau und Erststart gehen schneller vonstatten als man „Xbox: Anschalten“ sagen kann. Microsofts Neue bootet super flott und meldet mich binnen weniger Sekunden über die Kinect-Kamera an. Ob ich die Sprachbefehle allerdings nutzen werde, wage ich wirklich zu bezweifeln. In meiner Erfahrung geht von drei Kommandos mindestens eines in der Peinlichkeit des Selbstgesprächs verloren. Ich brauche das einfach nicht und werde mich heuchelnd inkonsequenter Datenschützer, der ich nun mal bin, wahrscheinlich ganz vom bedrohlich leuchtenden Kinect-Klotz trennen. Das mag naiv und unzeitgemäß sein, aber was soll ich machen – ich traue dem Braten halt nicht.

Richtig begeistert bin ich vom Multitasking der Konsole. Mit einem Augenschlag wechsele ich selbst aus einem Belastungsbrocken wie „Ryse“ zurück zum Dashboard. Später kann ich genauso schnell zurück ins Spiel, das sofort ohne Unterbrechung fortgesetzt wird. Warum das nicht bei Blu-rays geht, bleibt mir allerdings ein Rätsel. Das wird aber sicher noch gepatcht. Ansonsten ist das OS der Xbox One - ja, ja es sind eigentlich drei – durch und durch gelungen. Auf dem PC verfluche ich Windows 8, hier kommt das Kachelsystem erstmals zu sich und fällt durch Übersichtlichkeit, Individualisierung und Klarheit positiv auf.

Ein Urteil darüber, ob der Controller gegenüber dem der Xbox 360 tatsächlich eine Verbesserung darstellt,  behalte ich mir noch vor. Auch ich bin der Meinung, dass die Analogsticks nun präziser arbeiten und dass Form und Gewicht sehr gut gewählt wurden. Allerdings ist das Umgreifen auf die Bumper für mich etwas krämpfig und ob die neuen Trigger-Rumble-Motoren meinen Wutanfällen standhalten, kann ich erst in ein paar Monaten sagen.

Richtig klasse finde ich, dass alle Accounts auf unserer Redaktionsbox auch auf die heruntergeladenen Spiele zugreifen können. Wenn ich also über LIVE Gold ein Spiel beziehe und damit als Gold-Abonnent bestimmte Features erwerbe, dann können meine Kollegen all das auch auf der Redaktions-Xbox nutzen – inklusive eigenen Speicherstände und Achivements. Das ist kundenfreundlich und praktisch zugleich. Die neuen Clip-Funktionen mit denen man auf Wunsch kurze Videos aufzeichnen und sie dann über Microsoft Cloud-Dienst SkyDrive teilen kann, finde ich persönlich wenig reizvoll

Unterm Strich bin ich trotz einiger Bedenken und Design-Schwächen positiv von der Xbox One überrascht. Mal sehen, ob ich irgendwann auch mal den ganzen Multimedia-Kram nutzen werde. Momentan ist das noch nicht der Fall.

radio giga #139.
Ryse - Test.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

* Werbung