New 3DS: Wie fair ist das Botschafter-System für früheren Zugang? (Kolumne)

Martin Küpper 35

Nintendo ermöglicht es, „ausgewählten Fans“ vor allen Anderen einen New 3DS zu ersteigern – klingt nach einer feinen Aktion, sorgt aber auch für Frustration und Unverständnis. In den folgenden Zeilen möchte ich Nintendos Vorgehen hinterfragen.

New 3DS: Wie fair ist das Botschafter-System für früheren Zugang? (Kolumne)

Nintendos Botschafter-Programm: Worum geht es?

Anfang Januar informierte Nintendo einige „ausgewählte“ Club-Nintendo-Mitglieder per E-Mail darüber, dass sie für ein ganz besonderes Botschafter-Programm ausgewählt wurden: Weit vor dem offiziellen Verkauf-Start des New 3DS hatten die glücklichen Empfänger dieser Mails die Gelegenheit, sich einen der neuen Nintendo-Handhelds zu sichern. Für 199,99€ (plus fünf Euro für den Versand) bot Nintendo einen weißen New Nintendo 3DS mit einer exklusiven Ambassador-Zierblende, einer Super-Smash-Bros.-Zierblende und einer Ladestation an.

Eine ähnliche Aktion gab es zuvor bereits zu einer Demo von Super Smash Bros. für den 3DS, die ebenfalls per Mail an „ausgewählte“ Mitglieder des Club Nintendos verteilt wurde. Damals gab es für die Empfänger der E-Mails drei Codes, mit denen man sich die Demo im eShop herunterladen konnte. Wer keine Mail erhalten hat, konnte somit immerhin noch hoffen einen der überfälligen Codes ergattern, was dann auch für einen regen Austausch im Netz gesorgt hat.

Beide Aktion klingen zunächst nach nettem Fan-Service, mit dem man sich bei treuen Fans und Kunden bedanken möchte. Insbesondere bei Super Smash Bros. lässt sich zudem natürlich auch eine durchdachte Marketing-Taktik erkennen, denn der Austausch der Codes im Netz sorgte für eine stätige Präsenz des Themas.

New 3DS-Trailer.

Fan-Service oder Frustrations-Faktor?

Das Prinzip solcher Aktionen bringt aber auch eine Schattenseite mit sich. Natürlich ist es schön, wenn man sich als „ausgewählter“ Nintendo-Fan wie ein Kunde erster Klasse fühlen kann, doch wenn es eine erste Klasse gibt, muss es auch eine zweite Klasse geben. Wird jemand bevorteilt, hat das unweigerlich zur Folge, dass sich jemand anderes benachteiligt sieht.

Wer als Nintendo-Fan bei derartigen Aktionen keine entsprechende Mail im Postfach findet, wird sich vielleicht die Frage stellen, wieso er nicht zu den „Auserwählten“ zählt. Und genau hier liegt eines der Probleme an Nintendos Ambassador-Aktionen. Es wird nie klar definiert oder erklärt anhand welcher Faktoren die Teilnehmer bestimmt werden. Spielen Zahlenwerte, wie die Anzahl der registrierten Spiele im Club, da überhaupt eine Rolle oder ist es purer Zufall? Eine eindeutige Antwort auf diese Frage konnte ich nicht finden, doch diverse Anzeichen sprechen für eine Auswahl nach dem Zufallsprinzip.

Im Grunde ist das auch zweitrangig, wichtig wäre es nur, hier mit offenen Karten zu spielen, um den Frust der Fans zu besänftigen. Logisch, eine solche Auswahl bringt immer ein wenig Frustration und Neid mit sich, der ließe sich durch eine klare Kommunikation aber verringern. Wenn bekannt wäre, dass die Auswahl bloßer Zufall ist, würde sich zumindest niemand in seinem Stolz als riesiger Nintendo-Fan verletzt fühlen, wenn er nicht „auserwählt“ wurde. Und wenn es für die Auswahl klare Faktoren gäbe, würden die meisten Menschen wohl auch eher akzeptieren, dass hier andere Teilnehmer (noch) besser waren.

So ziemlich jedes Gewinnspiel funktioniert auf diese Art und Weise. Entweder man stellt (möglichst) klare Bedingungen und wählt den oder die Gewinner aus oder aber man überlässt es dem Zufall. Ein sehr positives Beispiel ist in diesem Zusammenhang übrigens der Hobbit-Fan-Contest, in dem Fans durch verschiedene Aufgaben Punkte ergattern konnten. Die Teilnehmer mit der höchsten Punktzahl flogen am Ende zum Set nach Neuseeland, trafen Peter Jackson und bekamen eine der allerersten Vorführungen des Films weltweit. Genauso sollte Nintendo zukünftige Botschafter-Programme auch angehen, denn ihr ominöses Auswahlverfahren birgt ein enormes Frustpotential. Und seine treuen Fans und Kunden sollte man nach Möglichkeit eigentlich nie frustrieren.

Seine Fans auf eine ermüdende Jagd nach Demo-Codes zu einem beliebten Spiel wie Smash Bros. zu schicken, ist auch nicht unbedingt ratsam. Klar, damit sorgt man für Aufmerksamkeit aber eben auch für Unmut. Ich wäre jedenfalls richtig sauer, wenn Nintendo eine ähnliche Aktion beim neuen Zelda für die Wii U abziehen würde und ich tagelang verzweifelt versuchen müsste, einen Code für die Demo zu bekommen, während andere es schon längst ausprobieren konnten. Mit so einer Aktion sollte man höchstens Aufmerksamkeit für ein weniger bekanntes Spiel generieren.

Übrigens: Viele „ausgewählte“ Nintendo-Fans verkaufen ihren New 3DS bereits auf Ebay und versuchen so, ein wenig Profit zu machen. Ob das wohl in Nintendos Interesse ist?

Bist Du der ultimative Nintendo-Fanboy?

Nintendo ist eines der wichtigsten und traditionsreichsten Gaming-Unternehmen der Welt. Selbst Nicht-Gamer kennen Super Mario. Was weißt Du aber als echter Gamer über das japanische Studio? Kannst Du wirklich von Dir behaupten, ein Nintendo-Fanboy zu sein?

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