Nintendo Switch: Ein Wochenende mit der neuen Konsole

Victor Redman 1

Falls Du es verpasst hast: Die Nintendo Switch ist raus! Viele Ladenregale sind erwartungsgemäß schon wieder leer gefegt, aber für einen kurzen Augenblick am 3. März war Nintendos neue Hybrid-Konsole tatsächlich „überall erhältlich″, wie es so schön heißt. Allen Unkenrufen zum Trotz habe ich mir das Teil auch direkt zugelegt und das letzte Wochenende quasi durchgespielt. Hier soll es nun nicht um Prozessor-Kerne, theoretische Akku-Power oder Third-Party-Support gehen, sondern um eine ganz praktische Frage: Hält die Switch, was die Werbung verspricht?

Nintendo Switch - Alles zur Konsole.

Ich geb’s zu: Viel musste die Hybrid-Konsole nicht tun, um mich zu überzeugen. Nach anfänglicher Skepsis hatte ich sie schon Ende Januar auf einem Nintendo-Event in Berlin testen können und war von Konzept und Umsetzung so begeistert, dass ich das gute Stück am liebsten vom Fleck weg mitgenommen hätte. Daran hatte sich bis zum 3. März auch nichts geändert. Nach dem Download des Software-Updates verabschiedete ich mich mit The Legend of Zelda: Breath of the Wild erstmal nach Hyrule, wo ich auch geschlagene acht Stunden verbrachte – nicht schlecht für einen, an dem das Phänomen Zelda bisher eher vorbeigegangen ist, finde ich.

Den Pro Controller, den viele Gamer und Kritiker im Vorfeld als essentielles Zubehör angesehen hatten, würdigte ich an diesem ersten Tag übrigens keines Blickes. Klar, er ist schick, liegt toll in der Hand und erfüllt seinen Zweck, aber ich hatte nie das Gefühl, ihn zu brauchen. Meine Joy-Con taten von Anfang an, was sie sollten und sind im Grip zumindest für mich kaum von einem Standard-Controller zu unterscheiden. Bis heute hat sich auch keiner von beiden ohne mein Zutun die Verbindung zur Switch abgebrochen. Wer große Hände hat und über Stunden spielen will, sollte langfristig vielleicht darüber nachdenken, in einen Pro Controller zu investieren; alle anderen dürften mit den Joy-Con gut hinkommen.

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Wie familienfreundlich ist die Switch?

Am Samstag nach dem Launch stand dann der ultimative Test für jede Spielekonsole auf dem Programm: Kann sie einen Siebenjährigen begeistern? Ein guter Freund hatte sich mit seinem Patensohn zum Spielen angekündigt, und ich will ehrlich sein: Große Hoffnungen hatte ich mir nicht gemacht. Die Aufmerksamkeitsspanne des durchschnittlichen Siebenjährigen ist schließlich nicht die Beste.

Die Spiele-Auswahl auf meiner Switch belehrte mich eines Besseren. Nach ein paar Runden Fast RMX war nicht nur das Patenkind, sondern auch der Patenonkel hin und weg. Auch hier konnten die Joy-Con überzeugen: Natürlich spielt es sich mit einem einzelnen nicht so angenehm und flüssig wie mit beiden im Grip oder dem Pro Controller, aber für ein paar Runden Multiplayer-Spaß funktioniert das mehr als gut.

Bei den Joy-Con blieben wir auch, denn nach Fast RMX war Snipper Clips dran, ein Spiel, das ich gedanklich unter „nett″ abgelegt hatte. Und „nett″ ist bekanntlich der kleine Bruder von – na, Du weißt schon… Dank meines kleinen Spiele-Testers wurde diese mittelmäßige Einstufung allerdings rasch korrigiert. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir die kostenlose Demo durchgezockt und weil der Kleine so begeistert war, musste direkt die Vollversion gekauft werden. Mit der waren wir dann insgesamt nochmal eine gute Stunde konzentriert beschäftigt – für eine Siebenjährigen eine halbe Ewigkeit, die plötzlich wie im Flug verging.

Auch das unterschätzte 1-2-Switch war übrigens ein Hit. Ja, es hätte definitiv der Konsole beiliegen sollen, und nein, für den Vollpreis von 50 Euro hätte ich es mir nicht gekauft – aber bei Patenkind und -onkel kam die Spielesammlung direkt an. Wenn man nach drei, vier Runden sämtliche Spiel-Modi freigeschaltet halt, kommt schnell Stimmung auf.

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Nintendo Switch: Die Launch-Titel in der Übersicht.

Besonders überrascht war ich von der Qualität der einzelnen Spielchen. Lässt man sich erstmal drauf ein, machen die meisten echt Spaß – keine Selbstverständlichkeit für Mini Games. Ausgeklügelte Spielideen wie Kugeln zählen, Boxen oder Safe Knacken machen Totalausfälle wie das seltsame Melk-Spiel problemlos wett. Allein den Schwertkampf haben wir sechs oder sieben Mal in verschiedensten Konstellationen gespielt. Außerdem gibt es jetzt ein Video von mir, wie ich in meinem Wohnzimmer ein virtuelles Publikum mit meiner ebenso virtuellen Luftgitarre beglücke – und in der Auswertung trotzdem von einem Siebenjährigen ausgestochen werde. Ich hoffe, damit wird verantwortungsbewusst umgegangen.

Die Switch als Stimmungsmacher

Der Sonntag begann, wie schon der Samstag davor, mit Breath of the Wild im Bett. Die Möglichkeit, immer und überall zu spielen, ist eines der Verkaufsargumente für die Switch, aber ich kann gar nicht genug betonen, wie verrückt es ist, ein Spiel, das man am Abend zuvor noch auf dem Fernseher gespielt hat, plötzlich im Bett oder auf dem Sofa zu spielen – gerade, wenn es sich um einen Top-Titel wie The Legend of Zelda handelt. Da macht sogar das Warten auf den zuverlässig verspäteten Bus plötzlich Spaß.

 

Zelda: Breath of the Wild - Hier geht's zum Test

Nach einem weiteren Tag in Hyrule wanderte die Switch dann in meine Tasche und begleitete mich zum obligatorischen Tatort-Schauen mit Freunden. Eine Freundin wollte wissen, ob ich nicht Angst hätte, das mir das Ding geklaut wird. Habe ich nicht. Bis jetzt bin ich in Bus und Bahn noch kein einziges Mal auf meine Switch angesprochen worden – trotz der grellen Neon-Farben der Joy-Con. Außerdem tragen ja mittlerweile die meisten Leute Elektronik im Wert von hunderten Euros in Form von Smartphones, Tablets und Latops mit sich rum. Warum also keine Konsole? Nach dem Tatort wurde die Switch dann direkt wieder ausgepackt. Fast RMX kam in dieser Runde mindestens so gut an wie Mario Kart, und auch 1-2-Switch konnte wieder punkten, diesmal ganz ohne den ansteckenden Enthusiasmus eines Kindes zur Unterstützung. Was mich noch mehr überraschte, war der Wiederspiel-Wert der einzelnen Mini Games. Die besten unter ihnen werden wirklich nicht langweilig - eine Leistung, die 1-2-Switch wohl kaum jemand zugetraut hätte. Schwertkampf, Kugelzählen und Safe knacken entwickelten sich auch unter den Erwachsenen ratzfatz wieder zu Dauerbrennern. An Sätze wie, „Lass‘ mal melken!“ werde ich mich im Freundeskreis jetzt wohl gewöhnen müssen.

Wie gesagt: Viel musste die Switch gar nicht tun, um mich bei der Stange zu halten. Ein Fan des Konzepts war ich ohnehin. Aber das fertige Produkt konnte in meinen Augen die Erwartungen nicht nur erfüllen, sondern noch übertreffen. Auch als Newbie hatte ich schon damit gerechnet, dass das neue Zelda mir gefallen würde; der Spaßfaktor von Titeln wie Fast RMX, Snipper Clips und 1-2-Switch war eine sehr angenehme Überraschung. Starke Software und Hardware, die zuverlässig genau das tut, was sie soll, machen die Switch zumindest für mich zu einem vollen Erfolg. Auf den ersten Arbeitstag, die erste Woche und die erste Reise mit dem Alleskönner freue ich mich jetzt schon.

Nintendo Switch: Welcher ist dein Must-Have-Titel?

Ob du nun unterwegs, zu Hause auf der Couch, allein oder gegen andere Spieler zockst, die Switch ist genau die richtige Konsole dafür. Und bis Ende des Jahres bekommt die Switch auch noch zahlreiche Games. Sag' uns, welcher ist dein Must-Have-Titel für Nintendo Switch?

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