Oculus Rift: 3D-Brille wird Android-kompatibel

Frank Ritter 6

Die Virtual Reality-Brille Oculus Rift soll begehbare 3D-Panoramen in Videospielen ermöglichen und dabei sämtliche Nachteile vergleichbarer Techniken der vergangenen Jahrzehnte eliminieren; viele Branchenkenner sehen Rift daher als eine der wegweisendsten neuen Technologien. Nun wurde bekannt, dass die Oculus Rift auch Android unterstützen wird.

Oculus Rift: 3D-Brille wird Android-kompatibel

Sieht man mal von den NextGen-Konsolen und GTA V (*lechz*) ab, ist Oculus Rift die wohl interessanteste aktuelle Entwicklung in der Videospiele-Branche: Dabei handelt es sich um eine 3D-Brille, die über den Kopf geschnallt wird, die dabei aber – anders als diverse VR-Brillen aus den Neunzigerjahren und halbgaren Versuchen wie Nintendos Virtual Boy – umschnallbar und sehr leicht ist sowie dank Lagesensoren einen 360 Grad-Rundumblick ermöglichen soll. Tests mit Vorserien-Exemplaren, die von diversen Fachmedien durchgeführt wurden, klingen geradezu euphorisch ob der völlig neuen Art der Immersion, die diese Brille ermöglicht. Hier ein Promo-Video, das die Rift erklärt:

Dass es sich bei der Oculus Rift um keine Luftnummer handelt, beweist eine Personalie: John Carmack, seines Zeichens Legende aus der Originalbesetzung von id-Software und mindestens mitverantwortlich für Spiele wie Doom sowie den Erfolg von 3D-Beschleunigerkarten in PCs, ist seit einigen Wochen CTO bei Oculus VR, der Firma, die die Oculus Rift entwickelt.

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Auch wir in der androidnext-Redaktion, die ja allesamt durchaus Videospiele-affin sind, warten gespannt auf die Serienreife des ursprünglich per Kickstarter finanzierten Projekts. Wie es aussieht, gibt es aber nun durchaus noch mehr Schnittstellen zu unserer Arbeit als die privaten Leidenschaften der Redakteure, denn Oculus Rift soll von Anfang an kompatibel mit Android sein.

Die Website Eurogamer hat in einem Interview mit Palmer Luckey, einem der Gründer von Oculus, herausgefunden, dass die Rift neben dem PC auch Android-kompatibel entwickelt wird. Die Gründe dafür sind pragmatischer Natur (Übersetzung von uns):

Android ist nicht notwendigerweise die nächste Plattform, sondern lediglich eine, an der wir seit einiger Zeit arbeiten. (…) Wir haben uns deswegen für Android entschieden, weil, nun ja – welche anderen Optionen hätten wir? Da ist iOS, ein System an das man nichts ankoppeln kann und es gibt Windows Phone, wo kaum etwas (an Geräten) draußen ist. Wir würden diese Systeme liebend gerne unterstützen, aber da gibt es nicht viel zu überlegen – auch wenn es (technisch) funktionieren könnte, funktioniert das Business-seitig einfach nicht.

Luckey bestätigte zudem, dass es zwar Gespräche mit Sony und Microsoft hinsichtlich ihrer neuen Konsolen gegebene habe, diese aber momentan „zu viel zu tun“ hätten und deutete an, dass diese möglicherweise sogar eigene Peripherie nach Art der Oculus Rift konzipierten.

So bleibt es dann wohl zunächst bei der Unterstützung von Windows am PC und Android als Start-Plattformen für die Oculus Rift. Erneut zeigt sich hier der Vorteil von Android als offener Plattform: So können die Macher der Konsole hier nicht nur relativ problemlos an ein offenes Ökosystem anknüpfen, ohne auf die Kooperation mit anderen Firmen angewiesen zu sein, und aus dem Stand ein Peripherieteil auf den Markt werfen, das mit Hunderten Millionen Geräten kompatibel ist. Auch hinsichtlich Android-basierter Spielekonsolen wie OUYA und Shield – gerüchteweise baut Google sogar selbst eine Android-Konsole – hat die Firma mit dieser Taktik ein heißes Eisen im Feuer.

Quelle: Eurogamer [via SweDroid]

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