Oculus Rift: Facebook übernimmt das Unternehmen hinter der Virtual-Reality-Brille für 2 Milliarden US-Dollar

Kaan Gürayer 13

Facebook auf Shopping-Tour: Nach der 19 Milliarden Dollar schweren Übernahme von WhatsApp, hat das soziale Netzwerk vergangene Nacht wieder zugeschlagen und das Team hinter der innovativen Virtual-Reality-Brille Oculus Rift übernommen. Für insgesamt 2 Milliarden US-Dollar wechselt das Unternehmen Oculus VR zu Facebook. Während die Macher der Oculus Rift vom Deal überzeugt sind, regt sich im Netz jedoch Kritik an der Übernahme. 

Oculus Rift: Facebook übernimmt das Unternehmen hinter der Virtual-Reality-Brille für 2 Milliarden US-Dollar

Auch dem Autor dieser Zeilen ist gestern Abend die Kinnlade bis zum Bauchnabel gefallen, als er von Facebooks neuster Übernahme gehört hat: Für 2 Milliarden US-Dollar – 400 Millionen US-Dollar in Bar und 1,6 Milliarden US-Dollar in Facebook-Aktien, hat sich Facebook Oculus VR einverleibt. Das ist zwar weit unter den 19 Milliarden Dollar, die Mark Zuckerberg für WhatsApp auf den Tisch gelegt hat, aber immer noch das Doppelte des Kaufpreises für Instagram. Für eine Technik, die anfangs aus einer Skibrille, einem Bewegungssensor und einem Handydisplay bestand, sicherlich kein schlechter Deal.

Doch was genau könnte ein soziales Netzwerk mit dem Hersteller einer Virtual-Reality-Brille überhaupt anfangen wollen? Sollen wir bald das schlecht fotografierte Essen unserer Freunde oder unsere Farmville-Bauernhöfe in feinster virtueller Realität betrachten? Wie Mark Zuckerberg versichert, soll Oculus VR auch nach der Übernahme als eigenständiges Unternehmen weiter operieren. Damit dürfte sich an den kurzfristigen Plänen, beispielsweise dem Support für Android, auch nichts ändern.

Interessanter dürften hingegen Facebooks langfristige Pläne mit der Virtual-Reality-Brille sein. „Wir schließen eine langfristige Wette ab, dass immersive Virtual und Augmented Reality zu etwas Alltäglichem werden.“, sagte Facebook-CEO Mark Zuckerberg in einer Telefonkonferenz. So gäbe es in der Branche „alle 10 oder 15 Jahre eine neue große Plattform“, beispielsweise der PC, das Internet oder die Mobilkommunikation und wer die richtig vorhersage, werde „finanziell und strategisch profitieren“, ist sich Zuckerberg sicher. Statt sich beim Online-Shopping als durch schnöde Listen mit Bildern zu klicken, soll wird man nach Facebooks Vision also eine echte virtuelle Realität erleben und direkt testen können, ob uns etwa die neue Hose steht oder das Regal ins Wohnzimmer passt.

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Kurz nach Bekanntwerden der Übernahme durch Facebook, ist im Netz ein kleiner Shitstorm entbrannt, der nicht mit Kritik an Oculus VR gespart hat. Gegenüber dem Magazin Polygon rechtfertigte Gründer Palmer Luckey zwar den Verkauf und verwies auf Facebooks Kapital und Marktmacht, die die Massenproduktion und den Materialeinkauf erleichtern sollen: „Insgesamt wird es ein besseres Produkt zu einem günstigeren Preis werden“, doch an der Verärgerung der Netzgemeinde änderte das wenig. Vor allem Unterstützer auf Kickstarter machten ihrem Ärger Luft und warfen den Machern vor, sie verraten zu haben und fragten teilweise sogar, ob sie ihre vorbestellten VR-Brillen stornieren könnten. Auch Markus Persson, seines Zeichens Entwickler des Kult-Games Minecraft, war nicht allzu begeistert über den Verkauf an Facebook. So kündigte er an, alle Gespräche über eine Minecraft-Version für die Oculus Rift abzubrechen. „Facebook macht mir Angst“, schrieb er auf Twitter.

Was meint ihr? Haben die Macher hinter der Oculus Rift den richtigen Schritt getan? Und was glaubt ihr, wird Facebook langfristig mit der VR-Brille vorhaben? Meinungen dazu bitte in die Kommentare.

Quellen: Android Police, SpOn, heise, Kickstarter, Twitter

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