Die 600-Dollar-Realität: Ist VR eine Totgeburt?

Dominic Stetschnig 18

Nix mit Volks-VR: Die Oculus Rift schlägt mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 599$ (plus Port0) einen recht hohen Kosten-Ton an. Das lässt für viele den Traum von echter Virtual Reality vom Sofa aus platzen. Regen wir uns alle zu Unrecht auf? Kann die Konkurrenz mit PSVR und HTC Vice überhaupt günstiger werden? Oder ist die heiß ersehnte Virtual Reality der nächste Gadget-Schuss in den Ofen?

Die 5 besten Games für die Oculus Rift:

Top 5 Games für Oculus Rift.

Die Wogen des Internets haben sich mittlerweile wieder geglättet. Einigermaßen. Ruhe kehrte ein, nachdem vor ein paar Tagen Reddit, Twitter und Neogaf fast umgefallen sind. Palmer Lucky hat nicht nur das Auslieferungsdatum der Oculus Rift verkündet, sondern auch den Preis. Knappe 600$ müsst ihr für eine VR-Erfahrung der (viel zu) lang angekündigten Hardware berappen. Zusätzlich zu den Kosten für euren High-End-PC natürlich. Oh. Und Porto.

Oculus-Touch-2

Diese Offenbarung kam für viele erwartungsvolle Rift-Jünger wie ein Schlag in die Magengrube. Mit einem Baseball. Und Nägeln dran. Hatte man sich doch einen ähnlichen Preis um die 350$ erhofft, wie damals für die Development Kits. Wobei schon im Vorfeld bekannt war, dass die finale Version definitiv teurer sein würde als das.

Und Palmer Luckey, Erfinder der Oculus Rift, hat dies auch mit einem Qualitätsanspruch begründet:

It would really suck if you put something out there and people were like ‘ah man… the Rift is good, but it’s not quite there‘, you know? ‘If only it was a little better, if the lenses were a little better, if the resolution was a little better, if the screens had been a little bit better, then it would be great because you’d  you’d say ‘god, we could have just charged a little more and put a little bit more money into custom hardware and actually achieve that‘. (Quelle)

Ein Bisschen hat der Gute ja schon Recht. Es wäre wirklich schade, wenn wir nach jahrelangem Warten eine Oculus Rift aufsetzen und uns denken würden: „Ja, ist schon ganz nett, aber ein bisschen pixelig sieht das Ganze ja schon aus und verschwommen ist es auch“. Aber wirklich schade findet das Internet auch 600$. Keine Frage, das ist ein happiger Preis für ein Gerät, dessen Nutzen für den Endkonsumenten man in den vergangenen Jahren nur fragmentartig mitbekommen hat. Eine kleine Demo hier, eine kleine Demo da… Ohne zu wissen, was man für den Preis wirklich bekommt, ist die Skepsis der potentiellen Nutzerschaft mehr als verständlich.

Bisher erhältliche VR-Lösungen bieten da auch nicht viel mehr Aufschluss: Smartphone-gebundene Brillen wie die Samsung Gear VR oder die Zeiss VR sind bislang nicht mehr als kleine Spielereien, mit technischem Raum nach oben. Und auch die Hoffnung für die Konkurrenz aus dem Hause HTC oder Sony hält sich in Grenzen, da über den Demo-Status auch dort nichts hinaus bekannt ist.

Wir hatten sie auf: So spielt sich PlayStation VR!

„Aber hey, für dein neues iPhone gibst du mittlerweile ja auch knapp 1000 Euro aus!“ - Stimmt. Nächster guter Punkt. Aber mein neues iPhone benutze ich auch 17 Stunden am Tag. 7 Tage die Woche. - „Deinen 1.500€ Spiele-PC nutzt du auch nur alle paar Tage mal für ein paar Stunden“ - Richtig, aber ich weiß, wofür ich ihn benutze. Ich benutze ihn für traumhaft schöne Fahrten durch Los Santos und unvergessliche Ausritte auf Plötze. Wie oft benutze ich denn meine VR-Brille? Und was genau spiele ich darauf? Klar sind die ersten Titel bereits angekündigt: Allein Crytek, hat mit The Climb einen vielversprechenden VR-Titel in der Entwicklung. Aber auch das Software Line-Up für die Oculus Rift hat noch einen langen Weg vor sich, um über den Demo-Status hinaus zu wachsen.

Samsung Gear VR: Die preiswerte Oculus?

Ich glaube, mittlerweile sind wir ganz gut zum Kern des Problems vorgedrungen. 600$ sind viel Geld. Und wenn man den Worten des Erfinders Glauben schenken darf, verdient er daran nicht mal was:

 

Stellt sich die Frage, ob sich die kommende High-End-Konkurrenz ebenso positionieren wird. Bislang fehlt jede Spur eines Preises für HTC Vive und PSVR. Wird sich letzten Endes doch eine dieser beiden Gimmicks durch einen günstigeren Preis zur am weitesten verbreiteten VR-Brille vorkämpfen? Immerhin darf man nicht vergessen, dass Sony für die PSVR 35 Millionen potentielle Kunden in der Welt hat, mit denen eine Kompatibilität garantiert ist, ohne sich Gedanken über Systemanforderungen zu machen. Plug & Play. Simpel. Und massentauglich.

In Deutschland sprechen wir übrigens über einen Verkaufspreis von insgesamt 741€, da Steuern und Übersee-Portokosten noch dazu kommen. Die erste Produktionsreihe ist aber ohnehin schon ausverkauft. Irgendwas scheint man also doch richtig gemacht zu haben… Vielleicht haben viele Spieler doch einfach Lust auf Demos?

Umfrage: Wirst du dir eine VR-Brille kaufen?

2016 ist das Jahr der VR-Brillen: Oculus Rift, PlayStation VR, HTC Vive & Co - der Weg wird schon recht bald in die virtuelle Realität führen. Doch… bist du eigentlich auch dabei? Erzähl uns in der Umfrage, ob du dir auch eine Brille holst und was du damit anstellen wirst.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA GAMES

* Werbung