Oculus-Rift-Datenschutz: So spioniert euch die VR-Brille aus

Selim Baykara

Oculus Rift und Datenschutz: Bislang war das noch nicht das große Thema. Einige Käufer der VR-Brille haben sich jetzt allerdings einmal die Nutzungsbedingungen von Oculus Rift angeschaut – und eine unschöne Überraschung erlebt: So gut wie alle Daten werden direkt an Facebook weitergeleitet.

Oculus Rift: Trailer zum Spiele-Line-Up.

Virtual Reality ist derzeit eines der angesagtesten Themen im Tech-Bereich. Ganz vorne mit dabei ist hier die VR-Brille Oculus Rift, die seit kurzem an die Vorbesteller ausgeliefert wird. Das Headset von der Facebook-Tochter Oculus Rift zaubert aber nicht nur virtuelle Welten vor das Auge des Betrachters, sondern spioniert die Nutzer dabei offenbar auch noch kräftig aus. Das haben einige Käufer herausgefunden, die sich die Nutzungsbedingungen von Oculus Rift einmal genauer angeschaut haben.

Oculus-Rift-Datenschutz: So spioniert die VR-Brille

Wer Oculus Rift nutzen möchte muss eine spezielle Software auf seinem PC installieren. Diese Software soll sicherstellen, dass die Brille automatisch erkannt wird, sobald ihr sie anschaltet. Knackpunkt: Die Software läuft konstant im Hintergrund und übermittelt zahlreiche Daten an die Facebook-Server. Verantwortlich dafür ist eine Datei namens OVRServerx64.exe, die permanent zwischen 5 KBit/s und 7 MBit/s  an Daten überträgt

Inzwischen ist auch klar, welche Art von Daten Oculus Rift sammelt. Dabei ist ein Blick in die Datenschutzrichtlinien von Oculus aufschlussreich. Oculus Rift interessiert sich unter anderem für folgende Daten:

  • Informationen über Kaufaktivitäten, z.B. Zahlungsinformationen, Versand- und Kontaktangaben.
  • Persönliche Angaben wie E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Geburtsdatum.
  • Kommunikationen mit anderen Oculus-Nutzern.
  • Informationen darüber, wie man auf die Oculus-Dienste zugreift, einschließlich Informationen über die Art des verwendeten Geräts.
  • Informationen über Spiele, Inhalte oder sonstige Apps, die auf dem Gerät installiert (inklusive Anwendungen von Drittanbietern).
  • Informationen über den Standort des Nutzers, die aus Informationen wie beispielsweise der IP-Adresse des Geräts abgeleitet werden.
  • Informationen über Körperbewegungen und -maße, wenn man ein Virtual-Reality-Headset benutzt.

Zusammengefasst: Oculus Rift sammelt so gut wie alle Informationen, derer es habhaft werden kann. Und wie man sich schon denken kann: Als Nutzer der VR-Brille hat man selbstverständlich nicht die Wahl, ob man das will oder nicht. Wer Oculus Ruft verwenden möchte, stimmt den Datenschutzbedingungen und der Übertragung der Daten automatisch zu.

Oculus Rift Banner

Oculus-Rift-Datenschutz: Was geschieht mit den Daten?

Ihre besondere Würze erhält diese Meldung durch die Tatsache, dass Oculus die so gesammelten Daten nicht für sich alleine nutzt, sondern mit allen Partner-Unternehmen teilt. Dazu zählen unter anderem das weltweit größte soziale Netzwerk Facebook, sowie die extrem populäre Instant-Messenger-App WhatsApp und Instagram. Außerdem bemerkenswert: Facebook beansprucht für alle Inhalte, die von Oculus-Rift-Nutzern erstellt werden, grundsätzlich das alleinige Nutzungsrecht.

Was geschieht mit den Daten? Neben den üblichen Bekundungen, dass man auf diese Weise die Nutzer-Erfahrung weiterverbessern und -entwickeln möchte, schreibt Oculus in den Richtlinien ganz klar, dass man die Daten auch zu kommerziellen Zwecken und zur Vermarktung verwenden möchte. So sollen z.B. speziell auf den Nutzer zugeschnittene Werbemitteilungen und Inhalte gesendet werden, außerdem sollen die Informationen genutzt werden, um zu messen, wie die User auf die Marketingaktivitäten des Unternehmens reagieren.

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Oculus Rift Launchtitel: Alle Spiele im Überblick.

So reagieren die Oculus-Nutzer

Viele Oculus-Vorbesteller sind verständlicherweise nicht gerade begeistert darüber, wie das Unternehmen seine Nutzer ausspioniert. In zahlreichen Foren liest man, dass etliche potentielle Käufer die Bestellung des VR-Headsets jetzt erst einmal storniert haben. Besonders übel stößt vielen wohl auf, dass Oculus Rift sich zunächst über Kickstarter finanzierte und damit unabhängig war. Nach der Übernahme durch Facebook ist das Unternehmen jetzt aber Teil eines Konzerns, der gerade beim Thema Datenschutz in der Vergangenheit immer wieder in der Kritik stand.

Ob sich die neuen Enthüllungen auf den langfristigen Erfolg von Oculus auswirken, bleibt indes abzuwarten: Bislang ist vielen potentiellen Käufern vor allem der Preis der VR-Brille noch zu hoch, außerdem ist das Angebot an Oculus-Rift-Games derzeit noch relativ überschaubar. Und dann ist da ja auch noch die Konkurrenz von Valve mit der  HTC Vive.

Bildquellen: Oculus Rift

Umfrage: Wirst du dir eine VR-Brille kaufen?

2016 ist das Jahr der VR-Brillen: Oculus Rift, PlayStation VR, HTC Vive & Co - der Weg wird schon recht bald in die virtuelle Realität führen. Doch... bist du eigentlich auch dabei? Erzähl uns in der Umfrage, ob du dir auch eine Brille holst und was du damit anstellen wirst.

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