Sony ist ein bisschen wie die CDU. Ja, das ist ein merkwürdiger Vergleich, doch zumindest im Hinblick auf die aktuellen Prognosen ist er durchaus zutreffend. Wenn wir Spieler im November unserer ersten Bürgerpflicht nachkommen und uns zwischen der PlayStation 4 und der Xbox One entscheiden werden, dann scheint Sony momentan einfach das bessere Wahlprogramm zu haben.

Nimmt man zum Beispiel die statistischen Vorverkaufszahlen von Amazon – im Gaming ja so eine Art Sonntagsfrage – dann sind die Aussichten auf einen Wahlsieg von Microsoft verschwindend gering. Sony liegt klar vorne. In den Verkäufen, in der Beliebtheit. Die Wahl scheint also entschieden. Doch haben die Japaner wirklich das bessere Wahlprogramm? Diese Frage muss trotz der enormen Popularität der PS4 auch weiterhin gestattet sein.

Lange Zeit sah es nämlich nicht so aus, als würde die PS4 das Rennen machen. Heute erinnert sich kaum noch jemand daran, doch spulen wir einmal ein paar Monate zurück zur ersten Keynote der PlayStation 4. Es war Februar. Sony wollte als erster in das Wettrennen um die nächste Generation starten. Sony wollte es mit der Pressekonferenz allen zeigen. Was folgte, waren bemerkenswert detaillierte Ausführungen zu den Spezifikationen der PS4, nüchterne Einblicken in ihre Streaming- bzw. Social-Media-Funktionen und die gediegene Ausstellung von Sonys Entwicklerfreundlichkeit.

Was am Ende im Netz hängen blieb, war ein Meme über unnatürliche Körperhaltung und die Tatsache, dass die Konsole nicht gezeigt wurde. Die Keynote ging bei vielen Beobachtern also als Enttäuschung in die Gaming-Geschichte ein. Dass Sony es mit der PlayStation 4 von dieser Position aus in nur sieben Monaten wieder an die Spitze geschafft hat, sagt uns vielleicht weniger etwas über die eigentliche Qualität der PS 4, sondern vielmehr etwas über das kapitale PR-Versagen im Hause Microsoft. Das legen uns zumindest einige Beobachter sehr nahe. Zudem muss man Sony aktuell auch das etwas schwächere Exklusivtitel-Line-Up attestieren.

Am Ende ruht der große Zuspruch, den Sony bekommen hat, aber weiterhin auf festen Säulen: Der Preis, die Hardware, der vorbildliche Indie-Support, der Fokus auf die Bedürfnisse der Gamer und der Verzicht auf Gängeleien bei Gebrauchtspielen und Kopierschutzmaßnahmen. Das sind die Meilensteine auf dem Weg an die Konsolenspitze.

Ganz oben war Sony zuletzt mit der unfassbar erfolgreichen PlayStation 2. Mit ihrer Nachfolgerin, der PS 3 tat man sich zunächst sehr schwer. Zu teuer und zu spät startet Sony in das Rennen. Doch nach einer schwierigen Konsolidierungsphase begann man mit einem Blu-ray Laufwerk, einem kostenlosen PSN und starken Spielen eine beispiellose Aufholjagd, die am Ende zu einem sehr knappen Zielfoto führen wird. 77 Millionen Exemplare der PS3 verkaufte Sony bis Januar 2013 und ist damit mit der Xbox 360 in etwa gleich auf. Ein beachtlicher Erfolg, wenn man bedenkt, dass der PSN-Hack und der Einbruch im TV-Geschäft das Unternehmen zwischenzeitig extrem belasteten.

 

PlayStation 4

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