Mit Don Mattrick und Steve Ballmer ließ Microsoft zuletzt zwei der wichtigsten Marken-Akteure gehen. Wie eng der Abgang der beiden Chefs mit jüngsten Firmenkrisen verbunden ist, das soll hier gar nicht gemutmaßt werden. Am Ende eines Sommers voller Pleiten, Pech und Pannen steht jedenfalls eine Konsole, die nach allen Regeln der Kunst vermöbelt wurde. Die Xbox One hat es momentan nicht leicht.

Viele von euch werden sagen: zu Recht! Mit dem drangsalierenden Online-Zwang, der geplanten Abschaffung des Gebrauchtspielmarktes und der unschönen Nähe zum Überwachungsdiskurs setzte man sich richtig in die Nesseln. Microsoft hatte für die Xbox One zwar ein profitables Geschäftsmodell für die Zukunft entworfen, dabei aber die Bedürfnisse und Gepflogenheiten der Gamer vollkommen aus den Augen verloren. Als man den Fehler erkannte, war es schon zu spät. Das Internet ist nachtragend. Selbst das etwas unbedarfte Zurückrudern wurde dem Konzern noch als rückratlose Anbiederung übelgenommen. Auch wenn diese Begrifflichkeit in unseren Kreisen etwas zu oft bemüht wird, hier traf sie tatsächlich mal zu: Der Karrierestart der Xbox One war ein Epic Fail.

So langsam hat sich der Nebel der Zerstörung aber gelichtet. Unter den Trümmern einer missglückten PR-Kampagne werden die Konturen einer guten Konsole langsam wieder sichtbar. Zwar mag sich manch einer noch immer an der Xbox One aufreiben, doch die Zahl der Interessierten wächst wieder.

Vor allem das Launch-Line-Up und die Exklusivtitel trumpfen auf. Hier hat Microsoft tatsächlich die Nase vorn. Überhaupt hatte man auf der E3 einiges an Lernfähigkeit demonstriert und sich voll und ganz auf die Spiele konzentriert. Microsoft rückte in der Darstellung der Marke Xbox wieder etwas von der Multimedia-Box ab und feierte die eigenen und die extern entwickelten Spiele wie es sich für einen Konsolenhersteller gehört. Zudem hat die Xbox One mit dem extrem beliebten Controller, einer massiv ausgebauten Serverlandschaft und einem ausgereiften Xbox Live-Netzwerk noch echte Trümpfe im Ärmel. Man sollte es den Redmondern also zutrauen, dass sie selbige noch einmal hochkrempeln werden.

So wie sie es auch in der Vergangenheit getan haben. In der Rückschau wird die Xbox 360 als Erfolg in die Spiele-Geschichte eingehen. Ein wirtschaftlicher Erfolg, zu welchem vor allem Kinect einen maßgeblichen Teil beigetragen hat. Ein qualitativer Erfolg, zu welchem vor allem beliebte Exklusivreihen wie „Halo“, „Fable“ oder „Gears of War“ beigetragen haben, aber auch ein mit gutem Service und innovativen Netzwerk-Ideen verdienter Erfolg.

 

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