PlayStation und Datenschutz: Welche Daten Sony sammelt und was du einstellen solltest

Victoria Scholz

Wiederholt hatte Sony mit Hackerangriffen zu kämpfen, bei denen zahlreiche Kreditkartendaten und weitere Informationen von Spielern geklaut wurden. Damit deine Daten geschützt sind, haben wir hier einige Tipps für dich und zeigen dir vor allem, was die PlayStation 4 alles über dich weiß.

PlayStation und Datenschutz: Welche Daten Sony sammelt und was du einstellen solltest

Die Datenschutzrichtlinien von Unternehmen sind keine Einbahnstraße. In ihnen wird also nicht nur geregelt, welche Daten Sony von dir erhebt, sondern auch, welche Rechte du hast, um dich zu schützen. Zudem kannst du auf deiner PlayStation 4 einige Privatsphäre-Einstellungen ansteuern, um dich vor anderen Spielern und deren Einsichten auf deine Daten zu schützen.

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Deine Daten sind ein wertvolles Gut. Deshalb solltest du darauf achten, was du weitergibst und was du lieber weglassen solltest. Sony sammelt nämlich eine Menge Daten, die auf den ersten Blick harmlos erscheinen. Haben andere Personen aber beispielsweise durch Hacker-Angriffe Zugang zu deinen Daten, kann die Sache wieder ganz anders aussehen.

Datenerhebung von Sony: Diese Daten sammelt deine PS4 über dich

Natürlich gibt es da die offensichtlichen Daten, die Sony über dich weiß: Denn sobald du ein PSN-Konto einrichtest, musst du bereits einen Namen, ein Geburtsdatum etc. angeben. Neben diesen Informationen kennt Sony dann auch dein Geschlecht, deine E-Mail-Adresse, dein Land und deine Adresse – sofern du diese Daten angibst.

Diese Daten gibst du Sony

Datenschutz-Tipp #1: Gib niemals deinen echten Namen als Nickname an. Außerdem solltest du keinen PSN-Namen wählen, der Rückschlüsse auf deine eigene Identität zulässt. Gib niemals dein Passwort weiter und veröffentliche es auch nirgends.

Aber auch Zahlungsinformationen sind für Sony einsehbar. Sobald du Guthaben auflädst, etwas kaufst oder aktualisierst, kann deine PlayStation 4 deine Rechnungsadresse und Zahlungsdaten abrufen. Aber auch Inhalte werden gespeichert. Lädst du also Bilder, Videos oder Einträge hoch, landen die auf Sonys Servern.

Kontaktierst du den Support, nimmst an Beta-Tests oder Marktforschungsumfragen teil, werden auch hier Daten erhoben. Auch hier solltest du vorsichtig sein, welche Daten du angibst und wie sicher die Umgebung ist, in der du sie preisgibst.

Datenschutz-Tipp #2: Bevor personenbezogene Daten an andere Apps weitergegeben werden, musst du dem zustimmen. Hast du die Erlaubnis nicht gegeben, kannst du eventuell die Anwendung nicht nutzen, dafür kann sie aber auch keine Daten von dir anzapfen.

Diese Daten bekommt Sony durch Anwendungen, Spiele und deine Konsole

Neben den Daten, die du Sony gibst, kann deine PlayStation 4 aber auch welche über dich sammeln. Auf jedem Gerät, auf dem die PlayStation-App installiert ist und auch jeder Handheld von Sony, ruft folgende Daten ab:

  • IP-Adresse und weitere Netzwerkdaten
  • letzter und aktueller Standort des Geräts
  • Infos über den Gerätetyp, Einstellungen und Fehlermeldungen
  • Ranglisten, Punktestände und Trophäen (auch diejenigen, die offline erzielt wurden)
  • Zeitpunkt und Inhalt des Zugreifens auf das PlayStation-Gerät oder die App (z.B. bei Spotify)
  • Modell, Geräteeinstellungen, Seriennummer sowie weitere Infos über angeschlossene Peripheriegeräte (z.B. PS VR)
  • Fehler in der Software
  • Infos und Zeiträume zu Ladezeiten
  • Aktionen in einem Spiel oder einer App (z.B. bis zu welcher Stelle gespielt wurde oder welchen Weg du im Spiel gegangen bist)

Sony setzt sogenannte „Token“ auf allen Geräten, damit du dich nicht mehrmals anmelden musst.

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Datenschutz-Tipp #3: In den Privatsphäre-Einstellungen kannst du diese Datenerhebung eingrenzen. Alle Daten, die Sony davor gesammelt hat, werden aber nicht gelöscht. Diese Änderung gilt also erst ab dem Zeitpunkt, an dem du es geändert hast und nicht rückwirkend.

Zudem sammelt Sony noch weitere Informationen darüber, wie du Spiele, Apps und weitere Anwendungen nutzt. Dazu steht in der Datenschutzrichtlinie auf playstation.com:

Zu den Daten, auf die wir von Ihren Geräten zugreifen und die wir speichern, gehören beispielsweise: Informationen darüber, wie Sie die installierte Software auf Ihrem Gerät nutzen (auch offline), wie beispielsweise das Datum und die Uhrzeit der Nutzung, welche Spiele oder Musik Sie spielen, welche Inhalte Sie suchen, teilen oder herunterladen, auf welche Dienstleistungen Sie zugreifen und wie lange, einschließlich wie oft, Sie Chat- und andere Kommunikationsanwendungen nutzen.

Sony kann auch dein gesamtes Verhalten auf den PSN-Servern nachvollziehen. Hier geht es nicht nur darum, dass Sony deine Konto-ID und weitere Anmeldedaten einsehen kann. Auch Inhalte und Anzeigen, die du dir anschaust und die von den Servern abgefragt werden, werden erhoben.

Datenschutz-Tipp #4: Externe Anwender und Sony kommunizieren miteinander und tauschen Daten aus. Das passiert jedoch nur, wenn du „betrügerische oder böswillige Handlungen“ vollführst. In diesem Falle gibt die Dienstleistung oder der externe Partner Daten wie Konten oder IP-Adressen weiter.

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Datennutzung von Sony: Das macht Sony mit deinen Daten

Der Großteil der Daten wird dafür benutzt, um bestimmte Aktionen durchzuführen, wie zum Beispiel der Kauf eines Spiels. Einige Daten werden jedoch gebündelt, um dann personalisierte Kampagnen anzuzeigen, die dich interessieren könnten. In diesen Zusammenhängen werden deine Daten genutzt:

  • Für den Betrieb des PlayStation Networks: Damit du dein Konto führen und Einkäufe tätigen kannst. Aber auch, damit Betrug leicht erkannt und bekämpft werden kann.
  • Produkte und Dienstleistungen verbessern und weiterentwickeln: Zur Entwicklung neuer Produkte und zur Fehlerbeseitigung werden deine Daten ebenso benutzt. Aber auch zur Ausgleichung von In-Game-Inhalten wie Klassen oder Bosskämpfen. Außerdem werden so anonyme Statistiken verfasst und neue Hardware, Spiele, Apps etc. entwickelt.
  • Überwachung und Sicherheit gewährleisten: Deine Online-Aktivitäten und Kommunikation über PSN wird nach eigenem Ermessen seitens Sony überwacht, damit im Zweifelsfall Inhalte entfernt werden können. Verstößt du gegen Richtlinien oder Nutzungsbedingungen, denen du vorher zugestimmt hast, werden Daten wie Uhrzeiten eurer Aktivitäten dazu genutzt, um Argumente für Maßnahmen zu sammeln, die Sony dann ergreift.
  • Rechnungsprüfungen und weitere Finanzzwecke: Damit Sony Vorschriften erfüllen kann.
  • Kaufempfehlungen aussprechen und Werbeanzeigen ausspielen: Viele Daten werden erhoben, um dir personalisierte Werbung anzuzeigen. Aber auch Kaufangebote im Shop richten sich nach deinen Aktivitäten. Personalisierte Kaufempfehlungen und Werbung kannst du in den Einstellungen deaktivieren.
Datenschutz-Tipp #5: Erlaubst du Sony nicht, Cookies zu speichern, werden die Angebote, die du im Store siehst, nicht mehr personalisiert. Dementsprechend kann es passieren, dass dir Spiele angezeigt werden, die du bereits erworben hast.

So siehst du deine erhobenen Daten ein oder sperrst sie

Die einfachste Möglichkeit, einzusehen, was du tun kannst, um die Datenerhebung zu begrenzen, ist es, deine Privatsphäre-Einstellungen auf der PlayStation 4 aufzusuchen. Klick dafür einfach auf Konto-Verwaltung in den Einstellungen. Hier wählst du jetzt beispielsweise, ob dein echter Name in der Suche oder woanders angezeigt wird. Aber auch, welche Profilbesucher sehen können, welche Inhalte du teilst.

Datenschutz-Tipp #6: Nutze unbedingt die zweistufige Verifizierung zur Anmeldung bei deinen Konten. Das ist die derzeit sicherste Methode, die Sony anbietet, damit sich kein Hacker Zugang zu deinen Daten verschaffen kann.

Willst du wissen, welche Daten Sony von dir genau erhebt, kannst du eine Kopie deiner Sammlung anfordern. Aber auch Berechtigungen und Sperrungen richtest du an folgende Adressen:

Per Post
Data Protection Officer
Sony Interactive Entertainment Europe Limited
10 Great Marlborough Street
London
Vereinigtes Königreich
W1F 7LP
Per E-Mail
dpo@scee.net
Datenschutz-Tipp #7: Hast du Peripherie an deiner PS4 angeschlossen (also PS VR oder Kameras), dann stecke sie vorsichtshalber nach der Benutzung immer wieder ab. Nur, wenn sie wirklich benötigt werden, sollten sie mit der Konsole verbunden sein.

Bei minderjährigen Spielern kannst du Konten für sie anlegen und Datenschutzaspekte einstellen. Unter dem Menüpunkt Datenerfassung/Gesundheit & Sicherheit kannst du ebenso wählen, welche Daten die PS4 genau erhebt.

Willst du dein PSN-Konto jedoch ganz schließen, kannst du es nicht allein löschen. Dafür musst du dich beim PlayStation Help & Support melden. Das Team leitet dann alles Nötige in die Wege.

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