PS5 & Xbox Scarlett könnten den Konsolenkrieg für immer beenden

Lisa Fleischer

Immer noch stehen PlayStation 5 und Xbox Scarlett in weiter Ferne, trotzdem sind einige Informationen zur neuen Konsolen-Generation durchgesickert. Unter anderem stammen sie vom PlayStation-Boss selbst – allzu konkret wird es aber immer noch nicht.

Der Sony Interactive Entertainment Worldwide Studios-Vorsitzende Shawn Layden, der vor allem für die PlayStation-exklusiven Spiele zuständig ist, erklärt im Interview mit Game Informer, dass der Konsolenkrieg seiner Meinung nach bald für immer der Geschichte anhören könnte.

„Ich möchte es nicht noch härter formulieren, schließlich könnte es einige Kollegen, mit denen ich zusammenarbeite, vor den Kopf stoßen. Aber ich persönlich denke, dass wir einer Art ‚Post-Konsolen‘-Welt entgegenblicken, in der du qualitativ hochwertige Gaming-Erfahrungen auf ganz verschiedenen Technologien erleben kannst. Natürlich bieten die PS4 und PS4 Pro unserer Meinung nach die beste Gaming-Erfahrung, aber auch die anderen Konsolen, die es aktuell gibt, sei es die Switch, die Xbox One X, Tablets oder Smartphones – all diese Plattformen bieten tolle Erfahrungen.“

Er vergleicht die Entwicklung mit verschiedenen Projektoren in Kinos. Vor einiger Zeit wurde noch damit geworben, dass der Film auf einem ganz bestimmten, besonders tollen Projektor abgespielt wird – doch was die Nutzer eigentlich interessierte, war der Film, der darauf abgespielt wurde. Auch in der Gaming-Branche sollte man sich laut Layden darauf besinnen.

„Wir sind keine kleinen Gaming-Ghettos, die nicht miteinander verbündet sind oder in Einklang leben. Wir sind alle Teil der Gaming-Community, wir kommen nur eben durch verschiedene Türen. Ich glaube, dass die Zukunft eine Erweiterung dieser Metapher sein wird.“

Was genau Layden damit sagen will, bleibt bislang verschlossen – es könnte aber ein weiterer Hinweis darauf sein, dass nicht nur die Xbox durch Play Anywhere näher mit dem PC zusammenwächst, sondern in Zukunft alle Konsolen verstärkt zusammen arbeiten, sei es nun durch Crossplay oder Cloud-Gaming.

„Einige der größten Veränderungen in der Geschichte der Konsolen“

Dass die neue Konsolen-Generation wegweisend für die ganze Videospiel-Industrie sein wird, glaubt auch Mark Aldrup, der Head of Developement beim deutschen Publisher und Entwickler Headup Games. In einem Interview mit GamingBolt erklärt Aldrup, die neue Konsolengeneration könnte „einige der größten Veränderungen in der Geschichte der Konsolen“ mit sich bringen. Als Beispiel hierfür nennt er Videospiel-Streaming, Subscription-Services, Systeme, die keine Disc benötigen und mehr. Zwar wisse man noch nichts konkretes, Headup Games blickt den Neuerungen von Sony und Microsoft aber mit Freuden entgegen.

„Aus unserer Entwickler-Perspektive hoffen wir natürlich, dass es erneut ein statisch bestimmtes technisches System, das für einige Jahre bestehen bleibt. Das war schon immer einer der größten Vorteile der Konsolen – Entwickler können sich darauf konzentrieren, das Spiel für eine Hardware zu optimieren, anstatt sicherstellen zu müssen, dass es auf einer Bandbreite an verschiedenen Spezifikationen läuft.“

Damit spielt er auf die unterschiedlichen PCs und Mobilgeräte an, auf denen Spiele laufen sollten. Eine perfekte Next-Gen-Konsole verbindet also genau das: Es bietet ein offenes System, das möglichst alle Nutzer, egal auf welcher Hardware sie auch spielen, miteinander verbindet – und erlaubt zugleich Entwicklern, sich auf Optimierungen fokussieren zu können, ohne ständig alle technischen Daten der unterschiedlichen Hardware-Systeme im Blick behalten zu müssen.

Fokus auf Netzwerk-Services

Es scheint so, als arbeite Sony – wie auch Microsoft – an genau dieser schwierigen Fragestellung. Bereits vor einigen Tagen kündigte Microsoft an, den eigenen Xbox Live-Service auf die Nintendo Switch, iOS und Android auszuweiten. Damit kannst du dich bald ganz einfach von deiner Switch oder deinem Smartphone aus mit Xbox-spielenden Freunden verbinden – und mit ihnen dank Crossplay vielleicht sogar nicht mehr nur zusammen zocken, sondern auch zusammen per einheitlichem Voice-Chat kommunizieren. So weit, so spekulativ – erst auf der diesjährigen GDC vom 18. bis 23. März 2019 will Microsoft bekannt geben, was genau durch den Zugriff auf Xbox Live von anderen Geräten aus möglich werden soll.

Aber auch Sony arbeitet wohl verstärkt an einem Ausbau des PlayStation Network. Erst vor kurzem wurde dank PR Newswire bekannt, dass ab dem 1. April 2019 nicht mehr John Kodera, sondern Jim Ryan der CEO von Sony Interactive Entertainment sein wird. John Kodera fokussiert sich stattdessen auf die Weiterentwicklung von PlayStation Network und den dazugehörigen Services. In der Pressemitteilung erklärt Kodera, er werde in Zukunft verstärkt innovative Services und Erfahrungen kreieren, da sich der Wettbewerb durch viele neue Parteien, die der Branche beitreten, verdichtet.“

Was wir uns für die neue Konsolen-Generation wünschen und welche Features nicht fehlen dürfen, erfährst du in folgendem Artikel:

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PlayStation 5: Diese 15 Features muss die neue Sony-Konsole mitbringen.

All diese Informationen sind zwar handfest in dem Sinne, dass sie von Sony direkt und von Publishern aus der Branche stammen, dennoch sind sie natürlich sehr vage. Wie die neue Konsolen-Generation wirklich aussieht und ob es die Entwickler damit wirklich schaffen, den Konsolenkrieg beizulegen, wird sich wohl erst in den kommenden Monaten und Jahren zeigen. Was denkst du: Wird der Konsolenkrieg bald schon der Geschichte angehören oder wird der Streit noch eine wenn nicht gar mehreren Konsolen-Generationen weiter ausgetragen? Schreibe uns deine Meinung gerne unten in die Kommentare.

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