Die Nachricht, dass Sony Gaikai, einen Streaming-Anbieter für Spiele, gekauft hat, hatte es Anfang Juli nur in unsere Restekolumne geschafft. Nachdem die Japaner nun aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf der IFA den Nachfolger ihres Tablet S vorstellen werden, fängt die Gerüchteküche wieder an zu brodeln.

Sonys neues Tablet soll Ende diesen Monats auf der IFA der Öffentlichkeit präsentiert werden. Neben Bildern des Tablet S-Nachfolgers sind bisher auch seine angebliche Hardwarespezifikationen geleakt. Diese erwähnen Nvidias Tegra 3 als Herzstück des Tablets, genau das SoC also, für das Gaikai optimiert ist. Der Streaming-Dienst für Games baut im Hintergrund nämlich auf Nvidias Cloud-Gaming-Service GeForce Grid, ein Netzwerk von Grafikrechnern, das, so verspricht Nvidia, hochauflösende Spiele mit minimaler Verzögerung an Endnutzergeräte streamt, die Netzwerkbelastung dabei aber so gering wie möglich hält.

Im Gegensatz zu Konkurrent OnLive hat Gaikai seit dem Kauf durch Sony den entscheidenden Vorteil, eine etablierte Gaming-Plattform hinter sich zu haben. Sony könnte zum Start des Angebots also bequem die beliebtesten Titel aus seinem Sortiment an PS3-Spielen auswählen und zum Marktstart mit diesem Angebot glänzen. Erste Erfahrungen, die PlayStation-Marke auf dem Smartphone-Markt bekannt zu machen, konnte Sony im vergangenen Jahr mit dem Xperia Play (noch unter dem Sony Ericsson-Joint Venture) und der Playstation Suite sammeln. Gaikai wird bislang nur zum Stream im Browser oder in einigen Smart-TVs von LG oder Samsung angeboten.

Da dies alles selbst reine Spekulation ist, ist natürlich noch nicht absehbar ob und wann Gaikai auch für andere Geräte über Googles Play Store vertrieben wird. Vorstellbar wäre beispielsweise nach einer gewissen Zeit mit Exklussivzugang für Besitzer des neuen Sony Tablets, den Service auf allen Android-Geräten anzubieten, Käufer des Tabs jedoch günstigere Leihgebüren anzubieten. Ein großer Vorteil von Gaikai wäre in jedem Fall, dass Sony nicht - wie noch bei der PlayStation Suite auf den Sony-Tablets und Sony Ericsson-Smartphones des letzten Jahres - durch die Hardware des Gerätes eingeschränkt wäre, auf der das Spiel läuft.

Sollte sich zumindest der Kern dieser Gerüchte als wahr herausstellen, werden wir Ende des Monats auf der IFA natürlich davon berichten.

Was haltet ihr vom Prinzip des Cloud-Gamings? Ist dies der nächste logische Schritt in der Entwicklung der Videospiele? Wird es den Game-Download so verdrängen, so wie dieser das Installieren von CDs verdrängt hat? Prognosen nehmen wir gerne im Kommentarbereich entgegen.

Quelle: Android and Me