Der Preis ist heiß: Was ist der richtige Preis für Spiele-Klassiker?

Martin Eiser 5

Sony, Microsoft und Nintendo sitzen auf einem großen Schatz. Wir verbinden mit manchem Klassiker ein paar der schönsten Momente in unserem Leben. Und auch, wenn ein Spiel in die Jahre kommt, kann es uns unfassbar kostbar sein. Wie leicht ist es heute an Retro-Games zu kommen? Und was sind sie uns wert?

Der Preis ist heiß: Was ist der richtige Preis für Spiele-Klassiker?

Retro-Gaming als Geschäftsmodell

In dieser Woche gab Microsoft bekannt, dass Call of Duty: Black Ops für die Xbox 360 dank Abwärtskompatibilität auch auf der Xbox One spielbar ist. Als Reaktion darauf schnellten die Verkäufe für den fast sechs Jahre alten Shooter auf Amazon in die Höhe. In Großbritannien steigerte sich der Absatz zwischenzeitlich um erstaunliche 14.000 Prozent. Und auch in Deutschland stieg das Spiel wieder in den Top 100 ein. Obwohl Activision jedes Jahr ein neues Spiel der Serie veröffentlicht, war das Interesse an dem alten Call of Duty: Black Ops offensichtlich riesig und Microsoft hat jede Menge positive Berichterstattung bekommen.

Wer einmal einen Blick in die Charts im eShop auf Wii U und Nintendo 3DS wirft, sieht dort auch jede Menge Klassiker. Die Hälfte der Spiele in den Top 20 sind für alte Systeme erschienen. Erfolgreicher als Super Mario World waren nur Minecraft, The Legend of Zelda: The Wind Waker und Splatoon. Und die beiden letztgenannten haben ihre Platzierung vor allem den Download-Codes aus Hardware-Bundles zu verdanken. Das Geschäft mit den Klassikern ist ganz offensichtlich lukrativ für Nintendo. Und dieser Umstand ist erstaunlich, wenn wir die Preispolitik bedenken. Für dreißig Jahre alte Spiele kassiert der Hersteller beispielsweise immer noch fünf Euro.

Sony ist in dieser Generation etwas ins Hintertreffen geraten. Der Hersteller blickt einerseits auf keine so lange Geschichte zurück wie Nintendo, um Klassiker im Portfolio zu haben, die sich unkompliziert emulieren lassen. Dazu kommt, dass die Hardwarearchitektur der Playstation 2 als auch die der Playstation 3 sehr eigen ist. Um eine einwandfreie Abwärtskompatibilität anzubieten, müssten eigentlich die entsprechenden Prozessoren verbaut werden. Und das wiederum würde den Preis in die Höhe treiben. Daher hat Sony eine eigene Lösung parat: Mit Playstation Now streamen wir Spiele über das Netz auf die PS4. Die geschlossene Beta dazu wurde erst im letzten Monat verlängert.

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Xbox One: Volle Kompatibilität mit der Xbox 360 angestrebt

Das System von Microsoft klingt ziemlich klasse, auch wenn die originalen Xbox-Klassiker noch Zukunftsmusik sind und derzeit nur das Angebot für die Xbox 360 erweitert wird. Jede Woche steigt jedoch die Zahl der Spiele, die abwärtskompatibel mit der Xbox One sind – bald sind es 200. Wir können sie digital im Xbox Store erwerben oder dort erneut herunterladen, wenn wir sie bereits besitzen. Oder wir kaufen uns das Spiel in physischer Form im Laden, auch das liest die Konsole. Dabei ist es egal, ob neu oder gebraucht.

Im Fall von Call of Duty: Black Ops konnten einige dadurch sicherlich ein Schnäppchen machen. Wer auf das digitale Angebot angewiesen ist, soll auf dem Xbox Marktplatz speziell für dieses Spiel aber ernsthaft immer noch 70 Euro blechen. Wohl auch deswegen sind die Verkaufszahlen bei Amazon besonders schnell gestiegen. Wer den Shooter noch einmal spielen wollte, hatte sicherlich keine Lust, den Originalpreis zu bezahlen. Für 15 bis 30 Euro in gebrauchter Form scheint es aber für die meisten in Ordnung zu sein.

Xbox One - Abwärtskompatibilität - Trailer.

Das wir aber die Wahl haben, ist aber mit Sicherheit auch der Konkurrenzsituation geschuldet. Ursprünglich wollte Microsoft den Markt für Gebrauchtspiele mit der Xbox One in feste Schranken weisen. Kein Spiel hätte verkauft werden können, ohne dass Microsoft durch das digitale Rechtesystem daran mitverdient hätte. Das Konzept wurde aber nach heftigen negativen Reaktionen der Community noch vor dem Launch verworfen. Und wer weiß, wenn der Abstand zwischen Xbox One und Playstation 4 nicht so groß wäre, vielleicht hätte man sich nie dem Thema der Abwärtskompatibilität angenommen. So aber hat man Sonys wunden Punkt getroffen.

Auf der zweiten Seite geht es weiter mit dem Angebot auf Playstation 4 und Wii U.

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